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Koenigsmoerder

Koenigsmoerder

Titel: Koenigsmoerder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karen Miller
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gemacht!«
    »Wie hätten sie denn noch schlimmer werden können?«, rief er. »Asher wird sterben!«
    »Das reicht jetzt«, sagte Veira und schlug scharf mit der Hand auf den Tisch.
    »Kein Wort mehr. Ich bin zu alt für diese Streitereien, und außerdem ändert es nichts daran, was geschehen ist.
    313
    Es hat Fehler auf beiden Seiten gegeben, die nicht ungeschehen gemacht werden können.« Ihr freundliches Gesicht war starr vor Missbilligung. »Dathne, du hast kein Recht, über Matthias herzufallen. Ja, er hat mir von all deinen wirrköpfigen Taten erzählt und dann die doppelte Zeit darauf verwandt, Entschuldigungen für dich vorzubringen. Er ist ein guter und treuer Freund, mein Mädchen. Ein besserer, als du ihn verdient hast.«
    Heiß von Scham und wütender Verlegenheit, starrte Dathne auf den welligen Kiefernboden. Sie konnte sich nicht dazu überwinden, Matt anzusehen. »Es tut mir leid.« Ihre Stimme klang sehr leise in der Küche des Steinhauses. Leise und wenig bemerkenswert. Ganz und gar nicht die Stimme einer alles sehenden Pro-phetin. Sie hob den Blick. »Ich bin einfach müde und mache mir Sorgen. Ich bin froh, dass Matt zu dir gekommen ist, Veira. Anderenfalls wäre er in Gefahr gewesen.«
    Veira rümpfte die Nase. »Oh, er ist immer noch in Gefahr, Kind. Wir alle sind in Gefahr.« Sie wandte sich wieder zu Matt um. »Ist dieser Tee schon fertig, mein Junge?«
    »Fast«, antwortete er und zog einen Stuhl für sie heran. »Setz dich. Ich werde den Rest erledigen. Möchtest du auch Kekse?«
    Veira nahm mit einem Seufzer Platz. »Natürlich gibt es Kekse. Ohne Kekse wäre der Tee kein Tee.«
    Mit einem flüchtigen Grinsen öffnete er einen Schrank und nahm einen großen, rotblau glasierten Tonkrug heraus. Aus einem anderen Schrank holte er ein Töpfchen Honig, nahm Teelöffel aus einer Schublade, zog einen Krug Milch unter der Spüle hervor und stellte alles auf den Tisch.
    Dathne starrte ihn an. »Nun! Du fühlst dich hier ja ganz wie zuhause!«
    Er runzelte abermals die Stirn und wandte sich ab, um den Tee in der Kanne sanft hin und her zu schwenken. »Mir blieb nichts anderes übrig, oder? Nachdem ich aus meinem eigenen Haus hinausgeworfen wurde.«
    Sie errötete. »Matt...«
    Veira klopfte mit den Knöcheln auf den Tisch. »Genug, habe ich gesagt! Flüsse fließen nicht rückwärts.«
    314
    Solchermaßen zurechtgewiesen, presste Dathne die Lippen fest zusammen und beobachtete stattdessen Matt, wie er den Tee einschenkte. Trotz allem tat es gut, ihn zu sehen. Er hatte den Geruch von Pferden verloren und roch jetzt nach Honigkiefer und Bienenwachs. Sein Gesicht war schmaler geworden und von Linien durchzogen, die sie noch nie zuvor dort gesehen hatte. Außerdem verströmte er eine Traurigkeit, die ebenfalls neu war. Das war ihr Werk. Mit einem Mal war ihr die Kehle wie zugeschnürt, und sie drehte sich zu Veira um.
    »Also... weißt du alles?«
    Veira zog die Augenbrauen hoch. »Alles, was Matthias wusste, ja. Was, wie ich vermute, nicht bedeutet, dass ich alles weiß, was es zu wissen gibt. Ich zweifle nicht daran, dass du manche Dinge nicht nur vor mir, sondern auch vor ihm verborgen gehalten hast.«
    Sie wand sich unter Veiras Blick. »Nichts Wichtiges, das verspreche ich. Veira...
    was ich getan habe. Ich habe es nicht für mich getan.« Matt, der soeben die mit Tee gefüllten Becher verteilte, stieß einen leisen, ungläubigen Laut aus. Ihre Wangen brannten. »Also gut. Nicht nur für mich. Ich hatte gehofft, dass es helfen würde, wenn Asher und ich einander... näher kommen würden... wenn wir ein vertrautes Verhältnis eingingen... Wie dem auch sei, ich dachte, er würde sich mir dann endlich anvertrauen. Mir seine Geheimnisse gestehen. Dann hätte ich gewusst, wie wir vorgehen mussten. Die Prophezeiung hat sich als unverlässlich erwiesen, Veira. Als unklar und sogar als zweideutig. Und sie ist nie konstant gewesen. Ich konnte nicht sehen, wohin sie uns führte.«
    »Also hast du dir eingeredet, dass sie dich auf die Matratze dieses jungen Mannes führen würde«, gab Veira zurück. »Und genau dort wolltest du immer hin.«
    »Veira!«
    »Sie hat Recht, Dathne, und du weißt es«, sagte Matt scharf. »Wir werden nicht ein einziges Problem lösen, wenn wir uns der Wahrheit nicht stellen.«
    Sie wollte nicht darüber nachdenken. »Du wirkst nicht besonders überrascht, Veira. Dass ich... dass wir... Asher und ich, dass wir...«
    Veira blickte achselzuckend in ihren dampfenden Becher, be

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