Liebe ist jenseits von Gut und Böse (Die Ostküsten-Reihe) (German Edition)
seine kleine Stadt zurückgekehrt war.
„Soweit ist es mit meinem Charme also schon gekommen. Da liegt ein sexy Kerl auf mir, splitterfasernackt wohlgemerkt, und was tut er nach einem weiteren, äußerst unmoralischen Angebot meinerseits? Er lacht... tze“, empörte sich Nick theatralisch und stupste ihm neckend in die Seite.
'Du hast mit deinem Charme doch schon einen anderen tollen Mann erobert', konterte Daniel stumm, sprach seinen Gedanken aber nicht aus. „Du hättest mit mir schlafen können“, erklärte er stattdessen ehrlich und hob seinen Kopf, um Nick ansehen zu können. „Ich hätte dich nicht abgewiesen, das weißt du.“
Auf Nicks Gesicht erschien ein zärtliches Lächeln. „Ich weiß. Aber ich schlafe nicht mit Männern, die in Gedanken woanders sind. Und wir wissen beide, bei wem du vorhin warst, Dan.“
Daniel zuckte entschuldigend die Schultern. Dagegen konnte er kaum argumentieren, auch wenn es ihm im Nachhinein doch ziemlich unangenehm war. „Du willst mir jetzt aber nicht weismachen, dass das ein Grundsatz von dir ist, oder?“
Nick grinste breit. „Nein, das ist eine Daniel-Regel. Eben erst aufgestellt.“
„Warum?“
„Dan“, tadelte Nick amüsiert und wuschelte ihm durch die Haare. „Ich bin nun mal nicht Connor. Auch wenn ich es in dem Augenblick, wo du seinen Namen mit Inbrunst gestöhnt hast, gern gewesen wäre.“ Daniel wurde knallrot und brachte Nick damit erneut zum Lachen. „Hey, ist doch okay.“
'Okay? Na du bist gut.' Daniel seufzte tief und ließ seine Stirn auf Nicks Brust sinken. „Ich komme mir gerade ziemlich dämlich vor. Da springe ich über meinen Schatten, auch wenn ich mir dabei vor Angst fast in die Hose mache, will mit dir schlafen und mittendrin... oh man“, nuschelte er in die warme Haut, während sein Blick über die Narbe unterhalb von Nicks Rippen wanderte. Er strich vorsichtig mit einem Finger darüber. „Woher hast du die eigentlich?“
„Autounfall.“
„Autsch“, meinte Daniel unverbindlich.
„Ja.“ Nick zog leicht an seinem Haar und Daniel sah wieder zu ihm hoch. „Was wir beide heute Nacht hatten, war wunderschön, Dan, auch ohne den letzten Schritt.“
„Du hattest ja nicht einmal was davon“, murmelte Daniel verlegen und verdrehte die Augen, weil Nick daraufhin schon wieder lachte. „Das ist nicht komisch.“
„Doch, das ist es. Du bist so was von schüchtern, ich glaube es kaum. Daniel, ich habe dich vorhin genau beobachtet. Du hast keine Vorstellung, wie schön es war, dir dabei zuzusehen, wie du mir mit jeder Sekunde mehr vertraut und dich am Ende sogar fallen gelassen hast.“ Nick lächelte und legte eine Hand in seinen Nacken, um ihn näher zu sich zu ziehen. „Ich beneide Connor“, murmelte er mit den Lippen ganz nah an seinen und küsste ihn, bevor Daniel auf die Worte reagieren konnte.
Kurz darauf sah er Nick schweigend nach, wie der nackt und völlig ungezwungen das Schlafzimmer verließ, um sich etwas zu trinken aus der Küche zu holen. Daniel blieb allein zurück und verfiel sofort in Grübeleien. Eigentlich wusste er es mittlerweile besser und die Phasen, in der er jedes Wort aus Gesprächen im Nachhinein zerpflückt und analysiert hatte, waren auch nicht mehr ganz so schlimm wie früher, aber Nicks letzter Satz gab ihm doch zu denken. Nick beneidete Connor. Worum? Etwa um ihn?
Daniel war verunsichert und schauderte, als er sich urplötzlich seiner Nacktheit und ganz besonders seiner daraus resultierendenVerletzlichkeit deutlich bewusst wurde, und noch während er gegen die aufsteigende Hitze in seinen Wangen kämpfte, zog er mit einer Hand die Bettdecke hoch, um sich zu bedecken. Er verstand selbst nicht, was auf einmal mit ihm los war, aber der Gedanke, sich vor Nick verstecken zu müssen, war wie ein Zwang.
In genau diesem Moment kam Nick wieder ins Zimmer, ein Glas Wasser in der Hand, das er auf dem Nachttisch abstellte, bevor er sich neben ihn setzte. Als Daniel daraufhin ein Stück beiseite rückte, runzelte Nick die Stirn und sah ihn genau an.
„Dan? Was stimmt nicht?“, wollte er wissen.
Daniel schüttelte schweigend den Kopf, verzweifelt darum bemüht jede einzelne seiner Narben und am besten gleich noch sich selbst unter der Bettdecke verschwinden zu lassen, was natürlich nicht funktionierte und Nick erst recht misstrauisch machte.
„Hör auf damit.“
Nick griff nach seiner Hand und Daniel entriss sie ihm, nur um sich ein paar Sekunden später energisch auf das Laken gepresst
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