Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Little Brother

Little Brother

Titel: Little Brother Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cory Doctorow
Vom Netzwerk:
neugierig. Nenn es Paranoia. Ich loggte mich aus und fuhr die Xbox runter.
    [x]
    Dad schaute mich am nächsten Morgen übern Frühstückstisch hinweg an und sagte: "Sieht aus, als ob es endlich besser würde". Er reichte mir den Chronicle, der auf der dritten Seite aufgeschlagen war.
    Ein Sprecher der Heimatschutzbehörde bestätigte, dass das Büro in San Francisco in DC eine Budget- und Personalaufstockung um 300 Prozent beantragt habe.
    Wie bitte?
    Generalmajor Graeme Sutherland, der Kommandierende der DHS-Operationen in Nordkalifornien, bestätigte die Anfrage bei einer Pressekonferenz am Vortag, wobei er angab, dass ein Anstieg verdächtiger Aktivitäten in der Bay Area den Antrag ausgelöst habe. " Wir verzeichnen einen Zuwachs an Untergrund-Gerede und Aktivitäten und glauben, dass Saboteure absichtlich falsche Sicherheitswarnungen auslösen, um unsere Bemühungen zu unterminieren."
    Ich verdrehte die Augen. Ach du Sch...
    "Diese Fehlalarme sind möglicherweise ,Störfeuer', die dazu dienen sollen, von tatsächlichen Angriffen abzulenken. Der einzig effektive Weg, sie zu bekämpfen, besteht darin, unser Personal zu verstärken und die Analystenlevel zu erhöhen, so dass wir jede einzelne Spur konsequent verfolgen können."
    Sutherland bemerkte, die Verspätungen überall in der Stadt seien "unglücklich", und er zeigte sich entschlossen, sie zu beseitigen.
    Vor meinem inneren Auge sah ich die Stadt mit vier oder fünf Mal so vielen DHS-Beamten, die alle hergekommen waren, um meine eigenen blöden Ideen anzugehen. Van hatte Recht. Je mehr ich sie bekämpfte, desto schlimmer wurde die Sache.
    Dad zeigte auf die Zeitung. "Diese Leute sind vielleicht Idioten, aber sie sind Idioten mit Methode. Die bewerfen das Problem einfach so lange mit Ressourcen, bis sie es lösen. Denn es ist lösbar, weißt du? Sämtliche Daten der ganzen Stadt erheben, jeder einzelnen Spur folgen. Sie werden die Terroristen fangen."
    Ich fasste es nicht. "Dad! Hörst du dir eigentlich selbst zu? Die reden davon, praktisch jeden einzelnen Menschen in ganz San Francisco unter die Lupe zu nehmen!"
    "Ja", sagte er, "stimmt. Und sie werden jeden einzelnen Alimentenbetrüger, jeden Drogendealer, jeden Schmutzfink und jeden Terroristen fangen. Warts nur ab. Das hier könnte sich als das Beste erweisen, was dem Land je passiert ist."
    "Sag mir, dass du Witze machst", sagte ich. "Ich bitte dich. Glaubst du wirklich, dass sie das haben wollten, als sie die Verfassung geschrieben haben? Und was ist mit der Bill of Rights?"
    "Als sie die Bill of Rights geschrieben haben, kannten sie noch keine Datenanalysen", sagte er. Er war erschreckend abgeklärt dabei, völlig überzeugt davon, im Recht zu sein. "Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist ja gut und schön, aber warum sollte es der Polizei nicht erlaubt sein, dein soziales Netzwerk durchzugrasen, um rauszufinden, ob du mit Vergewaltigern und Terroristen abhängst?"
    "Weil es meine Privatsphäre beeinträchtigt!", entgegnete ich.
    "Na und, was ist schon dabei? Ist dir Privatsphäre wichtiger als Terroristen?"
    Urgs, ich hasste diese Sorte Diskussionen mit meinem Dad. Ich brauchte jetzt einen Kaffee.
    "Dad, komm schon. Jemandem die Privatsphäre wegzunehmen hat nichts mit Terroristenfangen zu tun; das ist bloß dazu gut, normale Leute zu ärgern."
    "Woher willst du wissen, dass sie keine Terroristen fangen?"
    "Wo sind denn die Terroristen, die sie gefangen haben?"
    "Ich bin sicher, wir werden demnächst Verhaftungen erleben. Warts mal ab."
    "Dad, was zum Teufel ist denn seit letzter Nacht mit dir passiert? Du warst kurz vorm Platzen darüber, dass die Bullen dich gestoppt hatten ..."
    "Nicht in diesem Ton, Marcus. Was seit letzter Nacht passiert ist, ist, dass ich Gelegenheit hatte, über die Sache nachzudenken und dies hier zu lesen." Er raschelte mit seiner Zeitung. "Der Grund dafür, dass sie mich abgefangen haben, ist, dass die bösen Jungs ihnen Steine in den Weg legen. Sie müssen ihre Techniken anpassen, um diese Blockaden zu überwinden. Aber das werden sie schaffen. Und bis dahin ist die eine oder andere Straßensperre ein sehr bescheidener Preis. Jetzt ist einfach nicht die Zeit, sich zum Anwalt der Bill of Rights aufzuspielen. Jetzt ist die Zeit, ein paar Opfer zu bringen, um die Sicherheit unserer Stadt zu erhalten."
    Ich brachte meinen Toast nicht mehr runter. Also packte ich den Teller in die Spülmaschine und ging zur Schule. Ich musste einfach nur raus hier.
    [x]
    Die Xnetter waren nicht

Weitere Kostenlose Bücher