Loch
Es begann sofort zu brutzeln. Flammen schlugen aus den Kohlen auf. »Hey, Leute. Das ist einer unserer Gäste, Mr. …«
Norman sprang ein. »Norman. Nennen Sie mich Norman.«
»Willkommen an Bord, Norman.« Der Mann, der den bösen Dr. Pearman gespielt hatte, lächelte. Er sah so herzlich und nett aus. Überhaupt nicht wie in seiner Rolle.
Norman lächelte zurück und sagte einem nach dem anderen Hallo. Schüttelte Hände. Die rothaarige Frau hielt seine Hand länger als die anderen und sah ihn dabei mit ihren grünen Augen durchdringend an.
»Norman, könnten Sie mir mit den Frikadellen helfen?«, fragte Darren. »Sie sind fast durch.«
»Klar.«
»Teller stehen da auf dem Regal unter dem Tisch.«
»Schon gesehen.«
»Wenn ich die Frikadellen auf den Teller gelegt habe, können Sie sie Gillian reichen, die sie besser als Schwester Petri kennen. Sie hat bereits Tomaten und Käse für die Hamburger geschnitten.«
»Gut.« Norman war eingeschüchtert.
Ich stehe hier mit lauter Berühmtheiten unter freiem Himmel. Es ist wie eine Hollywood-Party.
Der böse Dr. Pearman reichte ihm eine Flasche Bier. Gott, er ist wirklich ein netter Kerl.
Nicht wie der Charakter, den er spielte, der Infusionsschläuche verschloss oder bei einer Operation absichtlich Narkosemittel zurückhielt, damit der Patient schreiend aufwachte, während die Organe aus seinem Bauch quollen.
Im echten Leben würde dieser Mann nicht einmal eine Ameise zertreten, und schon gar nicht die Lippen eines Kindes so zunähen wie in der dritten Staffel. Norman konnte sich sogar noch Wort für Wort an den Dialog erinnern. »Was sagst du, Kleiner? Du willst eine Betäubung? Glaub mir, junger Mann, ich werde deine Schmerzen nicht lindern.«
O Mann, o Mann. Was für eine Folge. Was für eine Serie!
»Sind Sie zufrieden mit Ihrem Bungalow?«, fragte Dr. Sanchez … äh … Darren.
»Sehr sogar«, schwärmte Norman. »Richtig gemütlich.«
»Und Ihre Freunde?«
»Die konnten nicht kommen. Sie müssen ein wenig Schlaf nachholen.«
»Nein, ich meinte, gefällt ihnen die Unterkunft?«
»Ah, klar. Sagen Sie mal, Darren?«
»Ja?«
»Was war der wahre Grund, die Serie abzusetzen?«
»Der wahre Grund?« Darren zog seine dunklen Brauen hoch.
»Mann, sie könnte immer noch laufen. Genau so muss eine Krankenhausserie sein.«
»Es war eine gute Serie. Der wahre Grund ist, dass sie zu teuer war.«
»Aber sie hatte Millionen von Zuschauern.«
Darren zuckte die Achseln. »Wenn eine Serie keinen Profit mehr abwirft, wird der Stecker gezogen, selbst wenn alle sie sehen, inklusive der Mutter des Präsidenten.«
»Das ist nicht gerecht.«
»Kann man wohl sagen. Hier, das Steak ist fertig, wenn Sie es blutig mögen. Besteck liegt auf dem Tablett.«
Norman nahm dankbar das brutzelnde Steak mit seinem Teller entgegen. Es sah verlockend aus, doch er wollte weiter mit Darren reden. »Sie hätten doch bestimmt das Budget kürzen und die Serie weiterlaufen lassen können.«
»Das haben sie auch.«
»Was?«
» LAITS. «
» LAITS? « Norman schüttelte verwirrt den Kopf.
»Genau. Niemand erinnert sich daran. Sie haben die Schauspieler von Intensivstation rausgeworfen und das Konzept für eine neue Serie mit neuen Schauspielern – billigen Schauspielern – übernommen und in eine Intensivstation nach L. A. verlegt.«
»Daher der Name.«
Dr. Pearman gesellte sich zu ihnen. »Und, mein Junge, haben Sie je einen derart teuflischen Namen für eine Serie gehört? LAITS? Wer weiß schon, was das überhaupt bedeutet?«
»Deshalb sind wir jetzt, zehn Jahre später, hier. Hey, Norman, setzen Sie sich doch an den Tisch, damit Sie Ihr Steak essen können. Wir werden Ihnen Gesellschaft leisten.«
Norman nahm an einem Picknicktisch Platz, und Darren und Dr. Pearman setzten sich ihm gegenüber.
Ich weiß, dass er nicht wirklich Dr. Pearman ist. Aber ich kenne seinen richtigen Namen nicht.
Ich möchte ihn nicht fragen.
Verdammt, es ist cool, ihn sich als Dr. Pearman vorzustellen. Der Metzger von Station dreizehn. Heh-heh-heh …
Norman lächelte. »Entschuldigung. Ich muss die ganze Zeit grinsen.«
Dr. Pearman erwiderte sein Lächeln. »Kein Problem, mein Junge. Wir freuen uns hier über fröhliche Leute, stimmt’s, Darren?«
»Allerdings.«
Norman schnitt in sein Steak. Roter Saft floss aus dem fast rohen Inneren. »Ich habe mich nur gerade an die Folge aus der letzten Staffel erinnert, als der Student auf der Station aufgenommen wurde.«
»Wie ich Studenten
Weitere Kostenlose Bücher