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Menschen einschätzen und überzeugen

Menschen einschätzen und überzeugen

Titel: Menschen einschätzen und überzeugen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Tiziana Bruno , Gregor Adamczyk , Martina Gessner
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Empathie
    Um andere besser zu verstehen, sollten Sie versuchen, sich in diese hineinzuversetzen. Es gilt, die Situation aus der Position des anderen zu betrachten; zu spüren, wie es sich von dort aus anfühlt. Empathie (Einfühlungsvermögen) beginnt beim Zuhören. Sie wird begleitet von Interesse, Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Akzeptanz.
    Empathisches Handeln heißt, den anderen in den Mittelpunkt zu stellen, ihn wirklich zu sehen, Hintergründe für sein Handeln begreifen zu wollen. Das ist viel verlangt und braucht Übung! Allein das eigene Zurücknehmen beim Zuhören, ohnedem anderen ins Wort zu fallen, bedeutet für manche schon eine Höchstleistung. Meist bewerten wir das Handeln des Gegenübers oder geben gut gemeinte Ratschläge. Das alles hat nichts mit Empathie zu tun. Neben dem aufmerksamen Zuhören geht es darum, mehr über die Gedanken, Gefühle oder Beweggründe des anderen zu erfahren. Wie können Sie also Empathie entwickeln?
    Leitfaden: So entwickeln Sie Empathie
1.
Hören Sie aktiv zu: Fassen Sie zusammen, was Sie gehört und verstanden haben. Indem Sie den Kern der Aussagen kurz mit Ihren eigenen Worten wiedergeben, signalisieren Sie, dass Sie verstehen wollen. Sie stellen sicher, dass das Wesentliche auch bei Ihnen ankommt. Ihr Gesprächspartner muss gleichzeitig hinterfragen, ob er seine Aussagen tatsächlich so gemeint hat. Dieser Abgleichungsprozess ist für beide Seiten wertvoll.
2.
Stellen Sie offene Fragen, bei denen Ihr Gesprächspartner aufgefordert ist, nachzudenken. Die Antworten geben Ihnen Aufschluss über Motive, Handlungsweisen, Entscheidungskriterien oder Bedürfnisse. Je besser also Ihre Frage ist, umso mehr Informationen erhalten Sie.
3.
Spiegeln Sie die Gefühle des anderen, die bei Ihnen ankommen. Sie können Ihren Eindruck verbal beschreiben oder konkret nach den Gefühlen des anderen fragen.
    Jeder Mensch möchte ernst genommen und verstanden werden. Geht man stattdessen über Signale hinweg, entstehen v. a. bei Gefühlsmenschen Frust, Enttäuschung, Ärger oder Wut. Empathisches Handeln bedeutet im Übrigen nicht, jedes Gefühl oder jede Argumentation voll und ganz nachvollziehen zu können. Aber: Sie bemühen sich darum! Wenn Sie Ähnliches schon selbst erlebt haben oder vom Typ her Ihrem Gesprächspartner näher sind, werden Sie müheloser verstehen. Grundsätzlich sind Sie jedoch ein anderer Mensch und dürfen daher auch vollkommen anders denken und fühlen.
    Beispiele: Empathie im Gespräch
    Aktiv zuhören:
    Wenn ich Sie richtig verstehe, war es Ihnen wichtig, dass …
    Ihre Auffassung ist demnach …
    Ich höre heraus, dass Sie in der Situation lieber …
    Offene Fragen:
    Wie sind Sie vorgegangen?
    Was würde Ihrer Meinung nach helfen, um …?
    Wie sind Ihre Gedanken zu diesem Thema?
    Gefühle spiegeln:
    Es hat Sie also wütend gemacht, dass…
    Sie hatten Angst davor, zu …
    Sie fühlen sich benachteiligt gegenüber …
    Wichtig
    Nehmen Sie andere ernst. Bewerten Sie nicht gleich deren Aussagen, Handlungen oder Gefühle, sondern lassen Sie diese gleichwertig neben Ihren stehen. Mit dem Herzen zuzuhören, hilft dabei.

Wechseln Sie die Perspektive
    Die meisten Menschen glauben, dass das, was ihnen gut tut, und das, was sie für richtig halten, auch für andere gelten müsse. Das Eigene wird anderen übergestülpt nach dem Motto: Ich weiß, was jetzt richtig oder gut für dich ist.
    Beispiel: Ein gut gemeinter Ratschlag
    Veronika fühlt sich seit einiger Zeit gestresst, weil das Unternehmen, für das sie arbeitet, umstrukturiert wird. Als Mensch, der Stabilität und Vertrauen sucht, machen ihr die Veränderungen und die damit einhergehende Unsicherheit schwer zu schaffen. Ihr Mann Viktor rät ihr Folgendes: „Mach doch mal Sport und lenk' dich ab! Das ewige Grübeln bringt dich nicht weiter. Ich geh doch auch regelmäßig ins Fitness-Studio und treffe nette Leute“.
    Viktors Rat ist sicherlich lieb gemeint, aber aus der Sicht eines extravertierten, aktiven Menschen formuliert. Da Veronika im Gegensatz zu ihrem Mann introvertiert ist und ihre trüben Gedanken nicht einfach auf dem Stepper tottreten kann, hilft ihr dieser Tipp herzlich wenig. Sie braucht eher unterstützende Gespräche mit guten Freunden, die sie ernst nehmen, oder einen ausgiebigen Spaziergang im Wald, durch den sie innere Ruhe und Zufriedenheit erlangen kann.
    Verlassen Sie für kurze Zeit Ihren Standpunkt. Versetzen Sie sich in die Lage und in die Person des anderen, gedanklich und emotional.

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