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Mit Liebe gestrickt

Mit Liebe gestrickt

Titel: Mit Liebe gestrickt Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gil McNeil
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verriegelte. Und Graham hatte Nachtschicht und mag es überhaupt nicht, wenn ich ihn im Dienst anrufe.«
    Wir alle unterdrücken ein Lächeln bei der Vorstellung an Tina, wie sie von ihrem Achtjährigen im Wintergarten eingeschlossen wird, obwohl ich sicher bin, dass Archie auch jederzeit bereit wäre, mich in unserem einzuschließen, wenn wir einen hätten.
    »Ich dachte daran, vom Nebenapparat aus die Polizei anzurufen, aber Graham regt sich immer auf über Leute, die wegen irgendwelcher Lächerlichkeiten die Feuerwehr anrufen, und ich wette, die Polizei ist da nicht anders. Also habe ich mich einfach ganz ruhig hingesetzt, und das hasst er mehr als alles andere. Und dann sagte ich ihm, dass ich ihn lieb habe. Na ja, ich musste schon schreien durch das dicke Glas, aber ich machte dabei ein ganz trauriges Gesicht. Und dann öffnete er die Tür, und ich sah, dass er dringend in den Arm genommen werden wollte. Also tat ich es. Und was soll ich euch sagen? Er war völlig mit den Nerven fertig und versprach, es nie wieder zu tun. Laut Graham bin ich viel zu nachgiebig mit ihm, aber er selber ist noch viel schlimmer - er gibt jedes Mal nach.«
    Connie nickt.
    »Mark ist genauso. Nelly wickelt ihn mühelos um den kleinen Finger. Kaum weint sie, ist er weich wie Butter.«
    Cath schenkt sich Tee nach.
    »Ja, aber jeder braucht nun mal jemanden, der nachgibt, wenn er weint, ist es nicht so? Stell dir vor, wie schrecklich es wäre, wenn das niemanden kümmerte. Verdammt, ich habe schon wieder was falsch gemacht.«
    Sie gibt mir ihr Strickzeug, im dem jetzt ein paar mehr Löcher sind, als sein sollten: Sie ist dabei, eine cremefarbene Jacke mit
einem komplizierten Zopfmuster an den Ärmeln aus einer Seidenmischung zu stricken, und bis ich ein paar Reihen aufgeribbelt und ihr beim Zopfmuster geholfen habe, braucht Linda Hilfe beim Aufnehmen der Maschen für den Saum ihres Ponchos. Und dann möchte Lulu, dass ich ihr helfe, Wolle für einen Pullover für Vin auszusuchen.
    Ich liebe solche Abende, wenn alles fröhlich durcheinanderschwatzt und plant. Angela kauft etwas marineblaue Baumwolle für ein Jäckchen für Stanley, während Lulu noch mal Wasser für einen frischen Tee aufsetzt.
    »Möchte jemand diese letzte Makrone?«
    »Nein, nimm du sie, Schätzchen - du musst bei Kräften bleiben. Wie geht es dir?« Tina blickt auf meinen Bauch, was mir immer etwas seltsam vorkommt, nicht zuletzt, weil ich ständig wieder vergesse, dass ich schwanger bin.
    »Prima, danke.«
    »Das ist gut.«
    »Lady Denby war gestern im Laden und hat mir gratuliert.«
    Linda schnaubt leicht, tut dann aber so, als hätte sie es nicht getan, aber Tina hat es mitbekommen.
    »Wir freuen uns alle sehr für dich, nicht wahr, Linda?«
    »Ja, natürlich. Es ist nur … ach, egal.«
    Angela hüstelt.
    »Wenn du etwas zu sagen hast, solltest du es lieber sagen, Linda.« Angela ist rot angelaufen. Mann, sie hat echt den Bogen raus mit ihrem neuen Durchsetzungsvermögen; vielleicht hat sie einen Lehrgang gemacht, oder sie hat eins der Bücher gelesen, die Penny ihr gegeben hat.
    »Also, ich möchte nur nicht, dass meine Lauren denkt, dass es in Ordnung ist, ein Baby allein aufzuziehen, das ist alles. Mit der verdammten Grace Harrison und jetzt Jo, na ja, irgendwie
scheint es fast was Glamouröses oder so zu sein, und das ist es nicht, nicht für Mädchen wie meine Lauren. Tut mir leid, aber für die ist es das nicht.«
    Alle sehen jetzt betreten aus, besonders Linda.
    Scheiße.
    »Du denkst also, du musst verheiratet sein, um ein Baby zu bekommen, ja?« Connie klingt ziemlich scharf, und ihre Augen haben sich verdunkelt, was nie ein gutes Zeichen ist.
    »Nein, natürlich nicht, nicht wenn du ein bisschen was in petto hast, aber für Mädchen wie meine Lauren wäre es die totale Katastrophe. Sie kommt schon jetzt andauernd vom Regen in die Traufe, und das Letzte, was sie gebrauchen kann, ist ein Baby. Sie konnte nicht mal für den Hamster sorgen, den wir ihr gekauft hatten. Meistens hat er sich unter unserem Sofa verkrochen, bis der verdammte Hund ihn erwischt hat.« Sie sieht jetzt wirklich am Boden zerstört aus, und Tina legt den Arm um sie.
    »Ich möchte nicht, dass sie denkt, dass sie es sich aussuchen kann, nicht in ihrem Alter. Als ich sechzehn war, musstest du verheiratet sein, wenn du ein Baby wolltest, und das war’s. Und ich weiß, dass wir jetzt geschieden sind, ich und ihr Dad, aber trotzdem möchte ich nicht, dass sie denkt, dass ein Baby der reine

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