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Montgomery u Stapleton 06 - Crisis

Montgomery u Stapleton 06 - Crisis

Titel: Montgomery u Stapleton 06 - Crisis Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robin Cook
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Sprung könnte die ganze Versiegelung zerstören«, entgegnete Harold mit wiedererwachter Entrüstung.
    »Also wenn ich recht verstehe, kann der Sarkophag durchaus in der Erde bleiben«, sagte Jack. »Ich übernehme die Verantwortung dafür. Wenn der Deckel einen Sprung bekommt, können wir einen neuen besorgen. Ich bin sicher, das würde der Sarkophag-Firma gefallen.«
    »Vermutlich«, entgegnete Harold und nahm eine versöhnlichere Haltung ein.
    »Ich werde zu Percy und Walter fahren und noch einmal persönlich mit ihnen reden, um zu sehen, ob wir irgendwie aus dieser Sackgasse herauskommen können.«
    »Wie Sie wünschen. Aber halten Sie mich auf dem Laufenden. Ich muss dabei sein, falls der Sarkophag geöffnet werden sollte.«
    »Das werde ich ganz bestimmt«, antwortete Jack. »Können Sie mir sagen, wie ich zum Park-Meadow-Friedhof komme?«
    Als Jack das Bestattungsinstitut wieder verließ, hatte sich seine Stimmung grundlegend gewandelt. Inzwischen war er verärgert und überreizt. Es gab drei Dinge, die ihn immer wieder auf die Palme brachten: Bürokratie, Unfähigkeit und Dummheit, vor allem, wenn sie auch noch zusammen auftraten, was häufig der Fall war. Patience Stanhope aus der Erde zu bekommen war eine mühselige Angelegenheit. So hatte er sich das nicht vorgestellt, als er leichtfertig angeboten hatte, eine Autopsie durchzuführen.
    Zurück auf dem Parkplatz musterte er seinen Wagen zum ersten Mal seit den dramatischen Ereignissen auf dem Turnpike genauer. Abgesehen von dem zerborstenen Fenster und dem Einschussloch in der A-Säule war die gesamte linke Seite zerkratzt und verbeult, und das Heck war eingedrückt. Der hintere Teil des Wagens war so stark beschädigt, dass er befürchtete, der Kofferraum ließe sich nicht mehr öffnen. Glücklicherweise erwiesen sich seine Ängste als unbegründet. Er wollte sichergehen, dass er auch an das Autopsiematerial herankam, das Latasha ihm gegeben hatte. An die Autovermietung wollte er lieber nicht denken, aber er war froh, sich für eine Vollkaskoversicherung entschieden zu haben.
    Im Auto holte er den Stadtplan hervor, und mit Harolds Wegbeschreibung war er in der Lage, sich eine geeignete Strecke herauszusuchen. Der Friedhof war nicht weit entfernt, und er fand ihn ohne größere Schwierigkeiten oder einen weiteren Zwischenfall. Er lag auf einem Hügel in Sichtweite einer eindrucksvollen religiösen Einrichtung, die mit ihren zahlreichen einzelnen Gebäuden einem College glich. Der Friedhof war recht hübsch, sogar im Regen, und sah aus wie ein Park mit Grabsteinen. Das Haupttor war eine aufwendig gearbeitete Steinkonstruktion, die sich, über und über mit Statuen der Propheten verziert, über die Zufahrtsstraße spannte. Die einzelnen Tore bestanden aus schwarzen, gusseisernen Gittern, die abschreckend wirken könnten, wenn sie nicht dauerhaft offen stünden. Der gesamte Friedhof war von einem Zaun umschlossen.
    Gleich hinter dem Portal lag versteckt ein Gebäude im Gothic-Revival-Stil, das ein Büro und eine Mehrfachgarage beherbergte. Es stand auf einer mit Kopfstein gepflasterten Fläche, von der aus mehrere Straßen in den eigentlichen Friedhof hineinführten. Jack stellte sein Auto ab und ging durch die offen stehende Tür ins Büro. Drinnen saßen zwei Leute an zwei Schreibtischen. Der Rest des Mobiliars bestand aus mehreren alten metallenen Hängeregisterschränken mit vier Schubladen und einem Bibliothekstisch mit Armlehnstühlen. An der Wand hing ein großformatiger Plan des Friedhofs, auf dem die einzelnen Grabstellen eingezeichnet waren.
    »Kann ich Ihnen helfen?«, fragte eine altbacken gekleidete Frau. Sie war weder freundlich noch unfreundlich, während sie Jack abschätzend musterte. Es war eine Haltung, die Jack allmählich mit Neuengland zu assoziieren begann.
    »Ich suche Walter Strasser«, sagte er.
    Die Frau deutete auf den Mann, ohne ihn anzuschauen oder noch einmal zu Jack zurückzublicken. Sie hatte ihre Aufmerksamkeit schon wieder auf ihren Bildschirm gerichtet.
    Jack ging hinüber zum Tisch des Mannes. Er war von unbestimmbarem, eher gehobenem mittlerem Alter und korpulent genug, um darauf schließen zu lassen, dass er ausgiebig den sieben Todsünden frönte, vor allem der Völlerei und der Trägheit. Phlegmatisch saß er hinter seinem Schreibtisch, die Hände über seinem eindrucksvollen Bauch gefaltet. Sein rundes Gesicht war rot wie ein Apfel.
    »Sind Sie Mr Strasser?«, fragte Jack, als der Mann keinerlei Anstalten machte, ein

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