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Niemand kennt mich so wie du

Niemand kennt mich so wie du

Titel: Niemand kennt mich so wie du Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anna McPartlin
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noch nicht von deinem hohen Ross runtergekommen.» Was sollte das denn heißen? Er kennt mich doch gar nicht! Es wurmte sie trotzdem, und sie fragte sich, weshalb sie so aufgebracht war, obwohl Eve alles getan hatte, um Fiona möglichst nicht weh zu tun. Sie hatte ein schlechtes Gewissen. Wer bin ich denn schon, mich über eine Lüge aufzuregen? Ich habe mein ganzes Leben lang gelogen. Wem würde die Wahrheit denn nutzen? Niemandem. Eve hat wahrscheinlich den schlimmsten Tag ihres Lebens durchgemacht, und ich habe mich benommen wie eine dumme Kuh. Verdammt! Was ist eigentlich los mit mir? Während sie daran dachte, wie traurig und verloren Eve sich fühlen musste, machte Declan sich weiter über Adam und die arme Pute lustig, die Alice für ihn auserkoren hatte.
    «Sie hört einfach nicht auf mich», sagte er. «Sie ist fest entschlossen, ihn zu verkuppeln.»
    «Sie sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern», sagte Lily und erinnerte Declan damit daran, Lily erneut einzuschärfen, nett zu Alice zu sein.
    «Lily! Ich bestehe darauf, dass du freundlich zu Alice bist!», sagte er streng.
    «Das werde ich.»
    «Du hast wieder eine deiner Launen», sagte er.
    Dieser Satz ging ihr auf die Nerven. Declan unterstellte ihr ständig, dass ihre Launen untrennbar mit ihren Hormonen verbunden seien. Sie ignorierte ihn. Sie hatte Eves Gesicht vor Augen, von dem der Schmerz ihres gebrochenen Herzens deutlich abzulesen war.
    «Ich weiß überhaupt nicht, weshalb sie ihn immer noch einladen», quasselte Declan unbeirrt weiter. «Er bleibt doch sowieso nie lange. Wahrscheinlich muss er weiter in den Phoenix Park, um sich nach einem Hintern umzusehen.» Er warf seiner Frau einen Seitenblick zu, weil er ihre Reaktion sehen wollte. Doch Lily reagierte nicht. Sie war in ihre eigenen Gedanken versunken.
    Sie dachte zurück an die Zeit, als Eve ein verliebter Teenager war. Ich glaube, ich verliebe mich, Lily. Ich habe Angst, Lily. Er macht die ganze Welt besser. Ich wünschte, es könnte immer so sein.
    «Woran denkst du?», fragte Declan.
    «An gar nichts.»
    «Das geht nicht. Sag mir, was du denkst.»
    «Ich denke, ich wünschte, ich läge zu Hause in der Badewanne.» Ich denke daran, dir das Licht auszublasen, sobald wir wieder zu Hause sind, heimlich ins Krankenhaus zu fahren und meiner alten Freundin dabei zu helfen, von ihrer Jugendliebe Abschied zu nehmen.
    «Du hast so einen Blick», sagte er.
    «Nein, habe ich nicht.»
    «Doch, hast du.»
    «Fahr einfach, Declan.»
    Adam und Lily standen am Klavier und unterhielten sich ein paar Minuten lang. Dann betrat Alice das Zimmer und machte Adam mit Tracey bekannt. Dabei war sie darauf bedacht, Lily den Rücken zuzukehren und sie so aus der Gesprächsrunde auszuschließen. Adam fasste Lilys Hand und sagte zu Alice, sie habe Lily versehentlich ausgeschlossen. Alice tat, als wäre es unbeabsichtigt geschehen, und Adam und Lily taten so, als würden sie ihr glauben. Tracey stand still dabei und wartete geduldig darauf, Lily vorgestellt zu werden. Als das erledigt war, ließ Alice Tracey bei Adam zurück, und Lily blieb, wo sie war. Alice drehte sich mit einem Blick zu ihr um, der verriet, dass sie sie am liebsten geschlagen hätte, und fragte Lily, ob sie nicht Lust habe, ihr in die Küche zu folgen.
    «Danke, aber ich fühle mich hier sehr wohl», sagte Lily.
    Adam lächelte, und Tracey, die keine Ahnung hatte, was vor sich ging, machte Lily in Alices Hörweite Komplimente zu ihrem roten Kleid.
    Tracey war wirklich nett. Sie war groß und besaß ein leichtes Pferdegebiss, doch sie hatte hübsche Augen, blonde Haare und eine gute Figur. Sie war nicht Adams Typ, aber sie besaß Humor. Wenn er sie in einer Bar kennengelernt hätte und nicht ausgerechnet Lily neben ihr stünde und ihn daran erinnerte, welche Frau er in Wirklichkeit wollte, wäre er vielleicht sogar mit ihr ins Bett gegangen, falls sich die Gelegenheit ergeben hätte.
    Der Abend zog sich hin. Nach zwei Gläsern Wein und dem Whiskey, den Rodney ihm aufgedrängt hatte, fing Declan bereits an zu lallen. Rodney merkte offensichtlich nichts davon, weil er zu sehr damit beschäftigt war, sich mit Tracey über Politik zu streiten.
    «Sie können von Fianna Fáil halten, was Sie wollen, aber sind die anderen auch nur einen Deut besser?», fragte er. «Nein!» Er hieb mit der Hand auf den Tisch.
    «Es ist der Wählerschaft aber wichtig, ihre Missachtung dafür zum Ausdruck zu bringen, wie die Sache bis jetzt gehandhabt wurde. Und das

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