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Olympos

Titel: Olympos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dan Simmons
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ihm gleichgültig zu sein. Ada hatte das sichere Gefühl, dass der Tod seiner Mutter ihn fast aus dem Gleis geworfen hatte – und es vielleicht noch tun würde.
    »Wenn die Voynixe zurückgerufen wurden, wer hat sie dann zurückgerufen?«, fragte Hannah.
    Niemand antwortete.
    »Daeman«, sagte Harman, »bitte erzähl deine Geschichte noch einmal, für Ada. Und füge jedes Detail hinzu, das du beim er s ten Mal ausgelassen hast.« Weitere Männer und Frauen hatten sich in dem lang gestreckten Raum versammelt. Alle sahen müde aus. Niemand sprach oder stellte Fragen, als Daeman mit dumpfer, monotoner Stimme erneut seine Geschichte zum Be s ten gab.
    Er erzählte von dem Gemetzel im Domi seiner Mutter, der Sch ä delpyramide, dem Turin-Tuch auf dem Tisch – dem einzigen nicht mit Blut bespritzten Gegenstand – und berichtete, wie er es später aktiviert hatte, nachdem er woandershin gefaxt war; er ä u ßerte sich nicht genauer darüber, wohin. Er schilderte die Entst e hung des Lochs über der Innenstadt von Paris-Krater und erzäh l te, dass er etwas Großes hatte herauskommen sehen – etwas, was auf unglaublich vielen riesigen Händen herumz u laufen schien.
    Er erklärte, dass er weggefaxt war, um die Fassung wiederz u gewinnen, und anschließend zum Ardis-Knoten gefaxt war. Von den Wachen in der kleinen Festung dort hatte er von den Bew e gungen der Voynixe erfahren, die sie die ganze Nacht hindurch beobachtet hatten – die Fackeln brannten, alle Mann waren auf den Mauern –, von den Kampfgeräuschen und dem Aufleuchten von Fackeln und Naphtha aus der Richtung von Ardis Hall. D a eman war versucht gewesen, zu Fuß nach Ardis aufzubrechen, aber die Männer an den Barrikaden beim Faxp a villon waren der festen Überzeugung gewesen, dass es den s i cheren Tod bedeuten würde, diesen Fußmarsch im Dunkeln zu unternehmen – sie ha t ten über siebzig Voynixe gezählt, die in Richtung zum großen Haus auf den Wiesen an ihnen vorbeig e schlüpft und in den Wald verschwunden waren.
    Daeman erklärte, er habe das Turin-Tuch bei Casman und Gre o gi gelassen, den beiden Befehlshabern der dortigen Wachman n schaft; falls die Voynixe den Faxpavillon überran n ten, bevor er zurückkam, sollte einer von ihnen mit dem Turin-Tuch nach Chom oder an einen anderen sicheren Ort faxen.
    »Wir werden uns sowieso per Fax verdrücken, wenn diese Mis t kerle uns angreifen«, sagte Greogi. »Wir haben genau fes t gelegt, wer wann und in welcher Reihenfolge geht, während die anderen uns Feuerschutz geben, bis sie selbst an der Reihe sind. Wir haben nicht vor zu sterben, um diesen Pavillon zu schützen.«
    Daeman hatte genickt und war nach Paris-Krater zurückg e faxt.
    Nun erzählte er den anderen, dass er gestorben wäre, wenn er den näher gelegenen Invalidenhotel-Knoten statt des entfernt e ren Garlion gewählt hätte. Das gesamte Zentrum von Paris-Krater war verwandelt worden. Das Loch über der Stadt war noch da – schwaches Sonnenlicht fiel heraus –, aber das Stad t zentrum selbst war in einen kokonartigen Gletscher aus blauem Eis gehüllt.
    »Aus blauem Eis?«, unterbrach ihn Ada. »War es so kalt?«
    »Ganz in der Nähe von dem Zeug schon«, sagte Daeman. »Aber ein paar Meter weiter weg war es nicht mehr so schlimm. Nur kühl und verregnet. Es war kein richtiges Eis, glaube ich. Nur e t was Kaltes und Kristallines – kalt, aber organisch, wie aus Eisbe r gen hervorwachsende Spinnennetze –, und die Bl ö cke und Netze aus dem Zeug überzogen die alten Domi-Türme und Boulevards überall um den Krater im Herzen von Paris-Krater herum.«
    »Hast du dieses … Wesen gesehen, das durch das Loch geko m men war?«, fragte Emme.
    »Nein. Ich bin nicht nah genug herangekommen. Da waren mehr Voynixe, als ich jemals zuvor gesehen habe. Im Garlion-Gebäude selbst – es war früher mal so was wie ein Transportzen t rum, wisst ihr, mit Gleisen, die hinein und hinaus führten, und Landeplätzen auf dem Dach – wimmelte es von Voynixen.« D a eman sah Harman an. »Es hat mich an Jerusalem letztes Jahr eri n nert.«
    »So viele?«, sagte Harman.
    »So viele. Und da war noch etwas. Zwei Dinge, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe.«
    Alle warteten. Draußen fiel der Schnee. Aus der Krankenstube kam ein Stöhnen, und Hannah schlüpfte hinaus, um noch ei n mal nach Noman-Odysseus zu sehen.
    »Von Paris-Krater geht jetzt ein blaues Licht aus«, sagte D a eman.
    »Ein blaues Licht?«, fragte Loes.
    Nur Harman, Ada und Petyr sah man

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