Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Schattenelf - 6 - Der letzte Kampf

Schattenelf - 6 - Der letzte Kampf

Titel: Schattenelf - 6 - Der letzte Kampf Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: R.A. Salvatore
Vom Netzwerk:
auf meine Verärgerung ansprechen wollt, so lasst Euch gesagt sein, dass ich in meinem ganzen Leben noch nie bei so klarem Verstand gewesen bin«, entgegnete der Yatol. Seine Soldaten umringten die beiden Männer und packten sie.
    Sofort verfiel Abt Olin in wütendes Gebrüll, worauf seine eigenen Soldaten in den Saal stürmten und die übrigen Wachen Yatol Wadons sich auf sie warfen – mitten unter ihnen auch Pagonel, der sich mit fließenden Bewegungen durch ihre Reihen wühlte und einen nach dem anderen mit vernichtenden Hieben zu Boden streckte.
    Augenblicke später war der Saal wieder fest in Yatol Wadons Hand.
    »Führt diesen verlogenen Verräter ab«, wies er die Soldaten an, die Olin gepackt hielten. Dann wandte er sich Meister Mackaront zu. »Lasst ihn los«, befahl er, dann trat er vor ihn hin und sah ihm, während Abt Olin unter lautstarkem Protest aus dem Saal geschleift wurde, fest in die Augen.
    »Ich werde Euren Kopf auf einen Pfahl spießen lassen«, kreischte der Abt, ehe der wuchtige Schlag eines Speerschafts ihn im Gesicht traf und verstummen ließ.
    »Ich bin über Eure Pläne informiert«, sagte Yatol Wadon zu Meister Mackaront. »Und ich weiß, dass sie gescheitert sind.«
    Noch ehe Mackaront Anstalten machen konnte, etwas zu erwidern, schlug ihm Wadon ins Gesicht.
    »Ihr brächtet es fertig, ganz Behren im Namen Eures Königs zu opfern«, stieß Yatol Wadon hervor.
    Mackaront funkelte ihn nur wütend an.
    »Geht zurück zu Eurem charakterlosen König«, befahl ihm Yatol Wadon. »Und lasst Eure Flotte abdrehen.«
    »Meine Flotte?«, wiederholte Mackaront verständnislos, und wieder schlug Yatol Wadon ihm ins Gesicht.
    »Verschwindet aus Jacintha, und nehmt alle mit, die gewillt sind, Euch zu folgen!«, schrie Yatol Wadon ihn an. »In Behren ist kein Platz für Euren König Aydrian!«
    Meister Mackaront straffte die Schultern und blickte noch immer wütend drein, verzichtete aber auf eine Erwiderung. Er deutete eine kaum merkliche Verbeugung an und machte auf dem Absatz kehrt.
    Die Nachricht verbreitete sich von Chom Deiru aus rasch in der ganzen Stadt, worauf überall Kämpfe zwischen Kriegern des Bärenreiches und Behrens, aber auch zwischen Behrenesern untereinander ausbrachen. Pagonel und einige der behrenesischen Führer verfolgten das Geschehen von den Fenstern des Audienzsaals aus. Auch Yatol Wadon stand bei ihnen, das Gesicht zu einer Maske erstarrt.
    Dann schließlich, die mächtige Armada näherte sich soeben den Hafenanlagen, wandte sich Yatol Wadon seinen Beratern zu und gab ihnen Order, Sicherheitsvorkehrungen gegen die Invasion zu treffen.
    Pagonel konnte ihn im letzten Moment zurückhalten. Aufgeregt zeigte er aus dem Fenster und rief: »Sie haben die Fahne Ursals gehisst!« Er deutete auf die Armada. »Und die Alpinadoraner segeln an ihrer Seite!«
    Yatol Wadon starrte ihn ungläubig an.
    »Prinz Midalis hat auf See den Sieg davongetragen!«, jubelte der Mystiker und versetzte dem alten Yatol einen Schlag auf die Schulter – eine Geste, die die Wachen um ein Haar zu einer handgreiflichen Reaktion veranlasst hätte. »Das hatte ich kaum zu hoffen gewagt!«
    Wadons Gesicht nahm einen noch ungläubigeren Ausdruck an, nicht unähnlich dem eines Mannes, der, ohne zu begreifen, wie ihm geschieht, von einem Strudel erfasst worden war.
    »Begreift Ihr nicht?«, fragte der Mystiker und steigerte sich dabei in eine für ihn völlig untypische Erregung hinein – sodass er mitten in diesem Armgefuchtel Belli’mar Juraviel, der sich noch immer in den Schatten am anderen Ende des Saales verbarg, nahezu unbeobachtet das vorher abgesprochene Zeichen geben konnte, er solle sich nach draußen zu Prinz Midalis begeben und ihm die Nachricht von der Wende der Ereignisse überbringen. »Die Schiffe, die dort unten in Jacinthas Hafen einlaufen, sind keine Feinde, sondern Verbündete!«
    »Haltet Ihr mich wirklich für einen so großen Narren?«, fuhr Yatol Wadon ihn an.
    »An Bord dieser Schiffe, daran zweifle ich keinen Augenblick, befindet sich Prinz Midalis persönlich, der rechtmäßige König des Bärenreiches und ein Todfeind von König Aydrian und Abt Olin. Die Rettung Eurer Stadt steht unmittelbar bevor, Yatol Wadon – und zwar durch eine Macht von außen, die nicht in der Stadt verweilen wird, um Euch die Herrschaft streitig zu machen.«
    Yatol Wadon war so entgeistert, dass seine Knie unter ihm nachgaben. Er wäre gewiss zusammengebrochen, hätte Pagonel ihn nicht am Arm gepackt und

Weitere Kostenlose Bücher