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Schwarzes Echo

Schwarzes Echo

Titel: Schwarzes Echo Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Connelly
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haben wir erspart, gut zwei Millionen für Dinge zu zahlen, die gar nicht existierten.«
    Er fuhr auf eine Tankstelle, um eine Straßenkarte unter dem Sitz hervorzuziehen und den Weg zur Charlie Company herauszusuchen. Sie hörte nicht auf, die Ermittlungen des FBI zu verteidigen.
    »Das Drogendezernat hat sich jeden Namen auf der Liste der Schließfachinhaber angesehen und nur Nieten gezogen. Wir haben die Namen durch den NCIC laufen lassen. Es gab ein paar Treffer, aber nichts Ernstes, meistens alte Geschichten.« Wieder stieß sie ein kurzes, gekünsteltes Lachen hervor. »Der Inhaber eines der größeren Fächer hatte eine Verurteilung wegen Kinderpornos in den Siebzigern. Hat zwei Jahre in Soledad abgesessen. Jedenfalls wurde er nach dem Bankraub befragt, und er gab an, es sei nichts entwendet worden, weil seine Box vor kurzem geleert worden sei. Aber man sagt, diese Pädophilen können sich von ihrem Zeugs, diesen Fotos und Filmen nicht trennen, nicht mal von den Briefen, in denen von Kindern die Rede ist. Und in der Bank gab es keine Hinweise darauf, daß er in den zwei Monaten vor dem Raub in der Bank gewesen war. Also dachten wir uns, daß er in dem Fach wohl seine Sammlung aufbewahrt. Aber egal, es hatte nichts mit dem Raub zu tun. Wie alles andere, was wir rausgefunden haben.«
    Bosch fand den Weg auf der Karte und fuhr von der Tankstelle. Die Charlie Company lag in einem Waldgebiet. Er dachte über die Geschichte mit dem Pädophilen nach. Irgendwas daran störte ihn. Er drehte und wendete sie in seinem Kopf, kam aber nicht drauf. Er gab es auf und ging zu einer anderen Frage über.
    »Wieso wurde nie irgendwas gefunden? Da sind all die Juwelen und Pfandbriefe und Aktien, aber außer einem einzigen Armband taucht nichts davon jemals wieder auf. Nicht mal was von dem wertlosen Zeug, das sie mitgenommen haben.«
    »Sie halten es immer noch zurück, bis sie glauben, daß sie in Sicherheit sind«, sagte Wish. »Deshalb wurde Meadows ermordet. Er ist aus der Reihe getanzt und hat das Armband versetzt, bevor er es durfte. Vielleicht vor dem Termin, auf den sie sich geeinigt hatten. Sie haben rausgefunden, daß er es verkauft hatte. Er wollte nicht sagen, wo, also haben sie ihn unter Strom gesetzt, bis er es ihnen verraten hat. Dann haben sie ihn ermordet.«
    »Und rein zufällig werde ich gerufen.«
    »So was passiert.«
    »Es gibt da etwas an dieser Geschichte, das nicht funktioniert«, sagte Bosch. »Wir gehen davon aus, daß Meadows gegrillt, gefoltert wird, richtig? Er sagt ihnen, was sie wissen wollen, sie schießen ihm eine volle Ladung in den Arm und gehen in die Pfandleihe, um das Armband zu holen, okay?«
    »Okay.«
    »Aber sehen Sie, das funktioniert so nicht. Der Pfandschein ist bei mir. Er war versteckt. Den hat er ihnen also nicht gegeben, und sie mußten in den Laden einbrechen, das Armband klauen und die Sache verschleiern, indem sie einen Haufen anderes Zeug mitnehmen. Wenn er ihnen den Pfandschein also nicht gegeben hat, woher wußten sie dann, wo das Armband war?«
    »Er hat es ihnen gesagt, nehme ich an«, sagte Wish.
    »Das glaube ich nicht. Ich verstehe nicht, wieso er das eine preisgeben sollte, das andere aber nicht. Es hatte für ihn keinen Vorteil, den Schein zurückzuhalten. Wenn sie den Namen des Ladens aus ihm herausbekommen hätten, wäre ihnen damit auch der Schein in die Hände gefallen.«
    »Sie wollen also sagen, er ist gestorben, bevor er ihnen irgendwas verraten hat. Aber sie wußten, daß er das Armband versetzt hatte.«
    »Genau. Sie haben ihn bearbeitet, um an den Schein zu kommen, aber er war stur, wollte ihn nicht hergeben. Sie bringen ihn um. Dann laden sie die Leiche ab und filzen seine Wohnung. Aber immer noch finden sie keinen Abschnitt. Also fallen sie wie drittklassige Einbrecher über die Pfandleihe her. Die Frage ist: Wenn Meadows ihnen nicht gesagt hat, wo er das Armband versetzt hatte, und sie den Abschnitt nicht gefunden haben, woher wußten sie, wo es war?«
    »Harry, das sind Spekulationen auf der Basis von Spekulationen.«
    »So machen Cops das.«
    »Na, ich weiß nicht. Es könnte so einiges dafür in Frage kommen. Sie könnten Meadows einen Schatten angehängt haben, weil sie ihm nicht trauten, und der hat gesehen, wie er in die Pfandleihe ging. Es könnte so manches gewesen sein.«
    »Könnte sein, daß sie jemanden hatten, sagen wir, einen Cop, der das Armband in der monatlichen Pfandhausliste gesehen hat, und sie es auf dem Wege erfahren haben. Die

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