Schwert und Laute
sich auf mich, so dass ich mich nicht rühren konnte. So blieben wir liegen, Haut an Haut, und jeder lauschte auf den Atem des anderen und sog seine Wärme und seinen Duft in sich auf. Nach einer Weile stieß Liam einen Seufzer aus.
»Es kommt mir vor, als ob ich schon... eine Ewigkeit auf diesen Moment gewartet hätte...«
Seine Hand fuhr an meinen Kurven entlang, wobei sie an gewissen Stellen verhielt, und erkundete fieberhaft meinen Körper.
»Als ich in meine Hirschkeule gebissen habe... so fleischig und saftig, wie man es sich nur wünschen kann...«
Er umfasste meine Hinterbacken mit den Händen und stöhnte zufrieden.
»Du machst dir keine Vorstellung, was mir da durch den Kopf ging...«
»Liam...«
»Göttliches Wesen... Elixier der Götter, sättige mich... Die Ewigkeit in der Hölle für eine einzige Nacht mit dir. Oh, Caitlin...«
Ich gluckste genüsslich und wand mich, um seinen gierigen Händen auszuweichen.
»Du bist wirklich ein Lustmolch.«
»Beklag dich doch.«
Ich stieß ein heiseres Lachen aus, das er abrupt mit einem Kuss beendete.
»Liam?«
»Mmmm?«
»Ich möchte gern wissen... Warum gerade ich?«
Er richtete sich auf einen Ellbogen auf und sah mich ernst an, während er mit dem Finger unsichtbare Muster auf meinen Bauch malte.
»Ich weiß es nicht, a ghràidh. In jener Nacht im Herrenhaus, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe... da hatte ich ein seltsames Gefühl. Dann, auf meiner Flucht, hast du wie durch Zauberei ein zweites Mal vor mir gestanden. Aus einem Grund, den ich nicht kenne, wusste ich instinktiv, dass das Schicksal dich zu mir gesandt hatte. Ich konnte mich nicht entschließen, dich zurückzulassen, Caitlin. Vor allem, da ich wusste, wie Dunning dich behandelte.«
»Aber du wolltest mich doch einsetzen, um deine Waren zurückzubekommen?«
Er lachte leise.
»Glaubst du wirklich, dazu hätte ich dich gebraucht? Ich musste doch einen Vorwand haben...«
»Oh!«
»Trotzdem war ich zu Beginn der festen Überzeugung, aus Mitgefühl zu handeln. Wenigstens wollte ich das glauben. Dann, als Campbell dich verletzt hat, hatte ich Angst, dich zu verlieren. Dieses Gefühl hat mir Furcht eingejagt. Ich wollte mich nicht wieder an jemanden binden, verstehst du? Ich wollte nicht mehr
lieben, das war zu schmerzhaft; aber zugleich wurde mir zum ersten Mal seit Annas Tod bewusst, wie sinnlos mein Leben war. Alles war so verworren ...«
Schatten huschten über seine Züge, und die Haare, die ihm ins Gesicht fielen, verliehen ihm ein wildes Aussehen. Ich wickelte eine seiner Locken um meinen Zeigefinger. Mit leiser Stimme sprach er weiter.
»Dann, als ich dich in der Nacht des Ceilidh eng umschlungen mit Colin gesehen habe... Ich wollte ihn umbringen, Caitlin. Ich bekam Angst vor mir selbst. Ich musste unbedingt fort, um nachzudenken.«
Er schüttelte den Kopf und runzelte die Stirn. Sein Kiefer arbeitete, und dann drehte er sich auf den Rücken.
»In dieser Nacht wollte ich dich in Besitz nehmen. Dich vollständig zur Meinigen machen, damit du wüsstest, zu wem du wirklich gehörst. Mein Gott! Wie ich vor Begierde gebrannt habe! Ich habe mich so geschämt... Ich hatte nicht das Recht, dir das anzutun.«
Er unterbrach sich, seufzte und wälzte sich von neuem schwer auf mich. Seine Haut war glühend heiß und übertrug ihre Wärme auf mich.
»Weißt du, wie es ist, wenn man sich darüber klar wird, dass man sich selbst nicht vollständig kennt? Eine Stück seiner Persönlichkeit entdeckt, die einem Angst macht? Ich wollte Colin töten, Caitlin. Meinen Bruder! Weil er da Erfolg hatte, wo ich scheiterte.«
»Oh, Liam, die Sache mit Colin war nur ein schreckliches Missverständnis. Es war meine Schuld...«
»Tuch! Das hat mir die Augen geöffnet: Ich hatte mich in dich verliebt und weigerte mich, es mir einzugestehen.«
Er nahm meine linke Hand. In Gedanken versunken, strich er mit den Fingerspitzen über meinen Ehering und küsste ihn.
»Er ist sehr schön«, sagte ich und sah den Ring ebenfalls an.
»Ich habe ihn gegen Annas Trauring eingetauscht...«, murmelte er, den Blick auf das schimmernde Metall geheftet.
»Oh!«
»Ich habe mich nicht an Annas Erinnerung versündigt, ich weiß,
dass sie einverstanden ist. Oh, Caitlin, in dem Glauben, das sei ein Verrat an Anna, habe ich mich lange geweigert, von neuem zu lieben. Ich weiß, das war dumm, denn sie ist nun einmal tot! Aber vielleicht war es ein Vorwand, um nicht noch einmal zu leiden.«
»Und was hat dich dazu
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