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Schwert und Laute

Schwert und Laute

Titel: Schwert und Laute Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sonia Marmen
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und tanzten die ganze Nacht lang. Die »gebrochenen Herzen« trösteten sich über ihren Verlust, indem sie Liam zum Tanz baten, was er ihnen schwer abschlagen konnte. Ich selbst stand kurz davor, Donald um Gnade anzuflehen, ehe ich erschöpft in seinen Armen zusammenbrach, als mein frisch vermählter Gatte mich erlöste. Ich wusste nicht, ob es am Wein lag oder an dem einfachen Umstand, dass ich mich mit ihm vereint wusste, aber meine Sinne waren bis aufs Äußerste geschärft. Jedes Mal, wenn er mich berührte oder zufällig streifte, stieg eine fleischliche Begierde in mir auf, die ich immer weniger zu beherrschen vermochte. Das Fest war noch in vollem Gange, als ich ihn fortzog, um endlich allein mit ihm zu sein.
    Wir traten in die Nachtkühle hinaus und flüchteten uns in ein Weidendickicht, wo wir vor Blicken geschützt waren. Liam ließ sich ins Gras fallen, und ich landete in einem Rascheln von Seidenstoffen schwer auf ihm. Unser in kleinen weißen Wolken aufsteigender Atem vermischte sich.
    »Küss mich, Liam«, flüsterte ich leise und ließ meine Hände zuerst unter seinen Rock und dann unter sein Hemd gleiten.
    Er reckte sich und stöhnte leise. Seine Haut war feucht und duftete angenehm nach Seife.
    »Hmmm...«
    Seine Hände bahnten sich ihrerseits einen Weg unter meine Röcke. Er küsste mich und hob mich so hoch, dass ich rittlings auf ihn zu sitzen kam. Dann legte er seinen Dolch beiseite und lockerte sein Spitzentuch, bevor er wieder unter meine Kleider griff, um meine Schenkel zu streicheln. Zärtlich berührten seine Finger die angeschwollene Narbe.
    »Gütiger Gott, Caitlin... du bist so schön«, murmelte er mit heiserer Stimme und halb geschlossenen Augen.
    Bis aufs Äußerste erregt, stöhnte ich unter seinen Liebkosungen.
So, wie ich jetzt auf seiner Brust lag, hörte ich sein Herz schlagen und küsste die Stelle, wo ich es verborgen wusste. Gedämpft durch die Steinmauern des Herrenhauses hörten wir Geschrei und Gelächter.
    »Jemand könnte uns finden«, gluckste ich.
    »Ja, ich weiß«, lachte er und streichelte meinen Rücken.
    Ich schmiegte mich noch enger an ihn, um mich vor der Kälte der einbrechenden Nacht zu schützen.
    »Was hast du während all dieser Tage getan?«, fragte ich ohne Vorrede. »Als du mit der Brigade fort warst.«
    Er seufzte. Ich schob mich ein wenig an seinem Rumpf hinauf, damit ich ihm in die Augen sehen konnte.
    »Wir sind nach Fort William geritten, um zu überprüfen, ob der Mann, den Angus getötet hatte, wirklich ein Deserteur war oder möglicherweise ein Kundschafter. Dabei mussten wir vorsichtig vorgehen und nicht zu viele Fragen stellen. Ich hatte Angst um dich, Caitlin, ich glaubte, sie hätten dich aufgespürt...«
    »Und da hast du erfahren, dass die Dinge inzwischen anders aussahen...«
    »Ja«, sagte er knapp, mit härterer Stimme.
    Er schwieg, und mir wurde klar, dass er das Thema nicht weiter vertiefen wollte. Ich respektierte seine Entscheidung... für den Moment jedenfalls.
    »Ein Leben wie in Keppoch House werde ich dir niemals bieten können, Caitlin«, meinte er ein wenig beklommen.
    »Ich weiß, Liam, aber das, was du mir schenkst, hat in meinen Augen viel größeren Wert. Ich habe jetzt eine Familie und ein Heim. Ich dagegen habe nichts außer mir selbst zu geben...«
    »Ach! A ghràidh, das ist schon viel mehr, als du glaubst. Du schenkst mir einen Grund zu leben, zu kämpfen.«
    Er schloss mich in die Arme, und seine Lippen glitten zart über meine Schläfe, dort, wo mein Puls schlug. Ich schmiegte mich in die Wärme seines Hemdes.
    »Und vielleicht schenkst du mir ja auch Kinder«, setzte er nach kurzem Schweigen hinzu.
    »Kinder...«, murmelte ich.

    Ich schloss die Augen und versuchte, meine Stimme normal klingen zu lassen.
    »Wie viele möchtest du?«
    »Bah! Eines pro Jahr, und das zwanzig Jahre lang, das müsste genügen.«
    Ich hob leicht den Kopf, um ihm in die Augen zu sehen.
    »Oh, Liam! Das meinst du doch nicht ernst.«
    Ich kniff ihn in den Bauch.
    »Sehr ernst«, spottete er lachend, während ich mich erhob. »Ich will, dass sie dir alle ähnlich sehen, denn ich werde niemals genug von dir bekommen. Komm, lass uns gehen.«

    Durch eine Hintertür, die zur Küche führte, kehrten wir unauffällig ins Herrenhaus zurück. Im Flur war es dunkel und still, aber der Tumult des Festes, das in der Halle immer noch im Gang war, drang bis hierher. Liam schob mich an die Wand und küsste mich rasch.
    »Warte hier auf mich; ich brauche

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