Schwert und Laute
Tür gehen, als ein weiterer Anfall mich auf halbem Weg lähmte. Der Schmerz ließ langsam nach, und ich ging hinaus und taumelte zum Bach. Nach den Krämpfen, die wie Schwerthiebe durch meinen Körper gefahren waren, war ich schweißüberströmt.
Ich begriff nicht, was mit mir geschah; mein Verstand umnebelte sich und alles verschwamm. Ich glitt auf einem Stein aus, verlor den Halt und trat auf meinen Saum. Dabei verhedderte ich mich in meinen Röcken und schlug mit dem Kopf voran in den eiskalten Bach. Das eiskalte Wasser munterte mich ein wenig auf. Ich trank mehrere Schlucke davon und ließ mich auf den Rücken fallen. Eine neue Woge der Übelkeit rollte heran, und ich biss die Zähne zusammen. Doch vergeblich, ich gab den Rest meines Frühstücks von mir.
Dann saß ich im Gras, immer noch von den letzten Magenkrämpfen geschüttelt, und versuchte, mich ein wenig zu fassen. Ich musste mich an einem Nahrungsmittel verdorben haben, denn mein Zustand kam mir wie eine Vergiftung vor. Doch meine Benommenheit und das eigenartige Taubheitsgefühl sprachen für etwas anderes... Im Moment war ich nicht in der Lage, richtig darüber nachzudenken.
Schwankend und mühsam kehrte ich zur Hütte zurück. Mein Mund fühlte sich pelzig an. Sàra wartete besorgt auf mich. Angesichts meines jämmerlichen Zustands schrie sie verblüfft auf und half mir dann eilig, meine nassen Kleidungsstücke auszuziehen.
»Bei allen Heiligen, Caitlin!«, rief sie aus. »Was hast du nur angestellt?«
»Ich... ich fühle mich nicht besonders gut.«
»Du bist ja schrecklich blass! Warum bist du so durchweicht?«
»Ich bin in den Bach gefallen...«
»In den Bach?«, wiederholte sie perplex.
»Mir war übel... Vielleicht etwas, das ich gegessen habe... Ich werde mich hinlegen, dann geht es bald vorbei.«
»Was hast du denn zu dir genommen?«
»Salzfleisch und Haferkuchen, die Meghan mitgebracht hatte...«
Ich erinnerte mich, dass Letztere einen eigenartigen Geschmack gehabt hatten, und dass Meghan sie nicht angerührt hatte. So etwas hätte sie doch nicht getan, oder? Sie hatte behauptet, nichts von Heilpflanzen zu verstehen! Zweifel beschlichen mich. Dieses gefährliche Licht, das vor unserem Aufbruch in ihren schönen Augen gestanden hatte... Doch das Nachdenken war mir zu anstrengend, und ich ließ mich vom Schlaf überwältigen.
8
Geheimnisse
Am Morgen des zweiten Tages weckte mich dumpfes Wasserrauschen auf dem strohgedeckten Dach aus dem Schlaf. Es regnete Bindfäden, und die Luftfeuchtigkeit drang in meine Laken, so dass ich zitterte. Aber trotzdem fühlte ich mich viel besser und hatte einen Bärenhunger. Ich setzte mich auf und streckte mich.
Sàra, die Teig knetete, hob den Kopf, als sie sah, dass ich mich bewegte. Ein appetitanregender Duft nach frischem Brot lag in der Luft, und auf einem Metallgitter kühlten bereits zwei wunderbar golden gebräunte Laibe ab.
»Anscheinend geht es dir besser«, meinte sie gut aufgelegt.
»Allerdings. Ich habe Hunger, und das muss ein gutes Zeichen sein«, antwortete ich lächelnd.
Sie warf mir einen Blick aus dem Augenwinkel zu.
»Nun, das ist doch schön. Komm, steig aus dem Bett und komm essen. Oh, fast hätte ich es vergessen: Meghan war heute morgen hier.«
»Meghan? Und was wollte sie?«
»Sie wollte wissen, ob es dir wieder gut genug geht, um mit ihr spazieren zu gehen.«
»Tatsächlich? Bei diesem Wetter?«, fragte ich und zog ungläubig eine Braue hoch.
»Heute früh war es noch schön.«
»Aha«, sagte ich ausdruckslos.
Diese Frau war wirklich dreist! Wahrscheinlich hatte sie sich eher überzeugen wollen, ob sie ihre Kräuter richtig dosiert hatte. Zwei Tage im Bett, während derer ich mich ohne Pause übergeben hatte – ja, das hatte sie wohl!
Ich stand auf, wusch mir das Gesicht und zog meine Kleider an, die gewaschen und sorgfältig gefaltet auf einer Bank lagen. Sàra formte ihren Laib zu Ende und schnitt mir eine ordentliche Scheibe Brot ab, die ich mit Käse belegte. Anschließend schob ich mir einen Rest Omelett in den Mund und beschloss dieses üppige Frühstück mit wilden Erdbeeren.
Sàra wollte sich heute nicht von mir helfen lassen, sondern bestand darauf, ich müsse erst wieder zu Kräften kommen. Sie schlug mir vor, ein wenig an die frische Luft zu gehen, damit mein aschfahler Teint wieder Farbe bekäme. Die Wolken hatten sich rasch aufgelöst, und es herrschte strahlender Sonnenschein. Ich begann, mich an diese Unwetter zu gewöhnen, die so plötzlich,
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