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Septimus Heap 06 - Darke

Titel: Septimus Heap 06 - Darke Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Angie Sage
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Rückenstacheln fuhren in die Dachsparren und vertieften die Ritzen, die sie bereits gegraben hatten. Er fauchte, und sein Feuermagen gurgelte.
    Septimus sah Jenna an. Irgendetwas stimmte da nicht. Sie schlüpften um Feuerspeis Flügel herum und blieben wie angewurzelt stehen – vor dem lila Schein des Sicherheitsvorhangs hoben sich dunkel die unverwechselbaren Silhouetten dreier Gespenster ab.
    Ein Gespenst hielt Feuerspeis hochempfindlichen Nasenstachel umklammert und drückte ihm den Kopf ins Stroh. Feuerspei fauchte noch einmal und versuchte, genug Luft einzusaugen, um Feuer zu erzeugen. Da das Gespenst jedoch seinen Kopf nach unten drückte, konnte sein Feuermagen nicht arbeiten. Ein Drache kann nur Feuer speien, wenn er den Kopf hoch hält und seine Lungen gut gefüllt sind.
    Links und rechts von Feuerspeis Schädel näherten sich die beiden anderen Gespenster. Plötzlich blitzten im Schein des Sicherheitsvorhangs Stahlklingen auf. Die Gespenster hatten Dolche. Lange, scharfe Drachentöterdolche.
    Auch Jenna hatte die Dolche gesehen. Sie gab Septimus ein Zeichen. Du nimmst das eine, ich das andere. Und erst als sie blitzschnell nach vorn sprang und sich mit ihrem Mantel auf das Gespenst stürzte, wurde Septimus klar, dass sie ja keine Waffe hatte und nur das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Doch er dachte nicht länger darüber nach. Während Jenna ihr Gespenst zu Boden stieß und unter den Falten ihres Mantels begrub, sprang Septimus auf Feuerspeis Nacken und warf sich von dort aus auf das andere. Das Gespenst wusste nicht, wie ihm geschah, als es, mit einem glühend heißen Draht um den Hals, zu Boden gerissen wurde und eine Stimme über ihm einen Gefrierzauber murmelte.
    Das dritte Gespenst, das noch immer Feuerspeis Nasenstachel umklammerte, stutzte und riss verwirrt die Augen auf. Es war das allerletzte Gespenst, das Merrin herbeigezaubert hatte, und das kleinste von allen, das den anderen in punkto Boshaftigkeit noch ein wenig nachstand. Es konnte sich nur behaupten, indem es andere Gespenster nachmachte und immer tat, was der Anführer befahl, geriet aber leicht ins Zaudern, wenn es auf sich allein gestellt war – und das war es jetzt.
    In den folgenden Sekunden ging alles blitzschnell. Feuerspei spürte, dass der Griff des Gespenstes sich lockerte. Mit einer ungestümen Bewegung warf er den Kopf hoch, und das Gespenst wurde mit nach oben gerissen. Wie ein zerfetztes Wäschestück, das eine Waschfrau wütend fortschleudert, flog es durch die Luft, durchbrach krachend die überhängenden Äste einer Tanne und verschwand hinter der Hecke, die den Palastgarten von der Drachenwiese trennte. Schließlich prallte es gegen das lila Kraftfeld des Sicherheitsvorhangs – das abgesehen von der Nahtstelle noch überall vollkommen intakt war –, wurde zurückgeworfen und auf eine Flugbahn in die entgegengesetzte Richtung geschickt. Sekunden später war ein leises, aber höchst befriedigendes Platschen zu vernehmen, als das Gespenst in den Fluss stürzte.
    Jenna und Septimus tauschten ein zaghaftes Grinsen aus. Drei hatten sie unschädlich gemacht – aber wie viele waren es noch?
    Das Gespenst, das Septimus zu Fall gebracht hatte, lag reglos im Stroh, um den Hals den langen Strang des Dunkelfadens, der fast vollständig in seinen tiefen Runzeln verschwand. Jenna hielt dem anderen noch ihren Mantel über den Kopf, aber in dieser Haltung wollte sie nicht länger verharren.
    »Sep«, flüsterte sie, »ich weiß nicht, was ich tun soll. Wenn ich aufstehe, steht es mit auf.«
    »Lass einfach den Mantel über ihm liegen, Jenna. Es ist ein Dunkelmantel, von dem du sowieso die Finger lassen solltest. Lass ihn liegen, dann wird er das Gespenst von ganz allein am Boden halten.«
    Von diesem Vorschlag war Jenna nicht begeistert. »Kommt nicht infrage. Ich werde meinen Mantel nicht hierlassen.«
    Septimus schaute sich nervös um. Ob noch mehr Gespenster in der Nähe waren? Er wollte jetzt nicht mit Jenna streiten, aber gewisse Dinge mussten geklärt werden.
    »Jenna«, sagte er in dringlichem Ton. »Anscheinend begreifst du es nicht. Dein Mantel ist der Mantel einer schwarzen Hexe. Das ist nicht gut. Damit solltest du nicht herumspielen.«
    »Ich spiele mit gar nichts herum.«
    »Doch. Lass den Mantel hier.«
    »Nein.«
    »Jenna«, schimpfte Septimus. »Das bist nicht du, die da redet, sondern der Mantel. Lass ihn hier.«
    Jenna durchbohrte ihn mit ihrem Prinzessinnenblick. »Hör zu, Sep, das bin ich, die da redet, und

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