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Sternenfall: Roman (German Edition)

Sternenfall: Roman (German Edition)

Titel: Sternenfall: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael McCollum
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Monat über alle Hände voll zu tun haben werden!«
    Zwölf Stunden später waren Amber und Barnard mehr als beschäftigt. Sie waren aus dem Häuschen! Die Ereignisse folgten für das menschliche Begriffsvermögen zu rasch aufeinander. Wenn das Tempo einem Computer auch nur wenig ausmachte, war es doch für jeden frustrierend, der mit der Entwicklung Schritt zu halten versuchte.
    Das Teleskop hatte gerade eben eine Serie von detaillierten Messungen der Kometenkoma im Infrarotbereich beendet. Fortwährende Zusammenstöße mit der dichten Umgebung des Jupiter begannen Staub und Gase zu erwärmen. Die Messungen würden später mit den Radarbildern der Forschungsstation Callisto korreliert werden, um minutiös die Auswirkungen der Passage auf die Struktur der Koma zu untersuchen.
    »Achtung jetzt«, murmelte Barnard an niemanden im Besonderen gewandt, als die Serie an ihr Ende gelangte. Nach den neuesten Berechnungen betrug der kleinste Abstand zu Jupiter 1,62 Millionen Kilometer und würde in fünfzehn Minuten erreicht werden. »Wir bekommen gleich die letzten Aufnahmen vom Kern für mindestens einen Monat.«
    Amber nickte. Das Bild hörte auf, von einem Punkt der gasförmigen Koma zum nächsten zu huschen. Obwohl es fest am Schiffsbug verankert war, besaß das Teleskop eine beschränkte Fähigkeit zur Verlagerung des Beobachtungswinkels, was dadurch erreicht wurde, dass die Auffangspiegel in der Mitte des wabenartigen Rahmens verstellt wurden. Um das Teleskop auf den Kern auszurichten, musste die Admiral Farragut jedoch um zehn Grad um ihre Querachse rotieren. Zunächst wurde jedermann an Bord von einem einzelnen langen Stoß der Steuerdüsen durchgerüttelt, dann ein weiteres Mal wenige Sekunden später, als der Computer die Rotation des Schiffes stoppte.
    Während die durch das raue Manöver hervorgerufenen Vibrationen rasch erstarben, erschien der Kern klar und deutlich in der ildschirmmitte. Er hatte sich in einen dreiviertelvollen Miniplaneten verwandelt. Der Kopf des Kometen zwar zerschrammt, wie von riesigen Rissen durchfurcht. Auch war teilweise ein kreisförmiger Krater zu sehen. Die Risse und Krater deuteten darauf hin, dass der Komet Hastings in der Vergangenheit mit einem anderen Himmelskörper kollidiert war – irgendwann im Laufe der vergangenen Milliarden Jahre. Es konnte gut sein, dass dieser Zusammenstoß den riesigen Eisball zum ersten Mal sonnenwärts hatte taumeln lassen.
    Was Amber sofort auffiel, war die Tatsache, dass die Oberfläche des Kometen immer noch unscharf war, wie durch eine Atmosphäre gedämpft. Der Effekt wurde durch die 100.000 Kilometer voller Gas und Staub bewirkt. Wenn die Koma auch ein sehr gutes Vakuum darstellte, verhüllte sie doch die kleineren Details des Kerns und ließ die Konturen der größeren verschwimmen.
    »Rufen Sie Callisto und erkundigen Sie sich, wie man dort vorankommt.«
    Zum zehnten Mal seit dem Umschalten auf Automatik rief Amber die Station. Auch diesmal dauerte es wieder sieben Sekunden, bis sie Antwort bekam.
    »Hier Callisto, Admiral Farragut «, sagte Rajapur. »Sprechen Sie.«
    »Wie kommen Ihre Bilder herein?«
    »Ausgezeichnet«, schwärmte Rajapur. »Sie sollten die Wirbelmuster sehen, die wir zwischen der Koma und dem lokalen Medium erhalten. Man erkennt sogar die Kraftlinien des Magnetfeldes vom Jupiter. Wir werden den lokalen Feldgradienten genauer bestimmen können als jemals zuvor.«
    »Und Ihre Entfernungsdaten?«
    Die erwartete Pause verlängerte sich auf fast fünfzehn Sekunden.
    »Musste die letzten Berechnungen reinholen«, erklärte er dann. »Sie können Ihren Leuten sagen, dass wir den Kern mit unserem Hochfrequenzradar innerhalb weniger Wellenlängen festgenagelt haben. Außerdem haben wir ihn kontinuierlich mit dem Normallaser bestrahlt. Das Echo kommt unterschiedlich gut, aber wenn er das System verlässt, müssten wir die Flugbahn bis auf wenige Zentimeter genau bestimmt haben. Und wie läuft es da unten, Admiral Farragut ?«
    Amber beschrieb Rajapur ihre eigenen Aufnahmen. Als sie damit fertig war, tauschten sie noch ein paar weitere Daten aus, bevor sie Schluss machten. Das ganze Gespräch, die Zeitverzögerungen mit eingeschlossen, hatte fünf Minuten gedauert.
    Zehn Minuten später hatte sich das Bild auf dem Schirm deutlich verändert. Der kleine Mond war nicht mehr drei Viertel voll, sondern nur halb voll und begann zu schrumpfen. Barnard beobachtete intensiv die laufenden Ziffern in der unteren rechten Bildschirmecke.
    »Das

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