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The Stand. Das letze Gefecht

The Stand. Das letze Gefecht

Titel: The Stand. Das letze Gefecht Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen King
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stichfeste Anklage, daß man es sich leisten kann, die erstbesten zwölf Männer und Frauen, die dem Gericht über den Weg laufen, auf die Geschworenenbank zu setzen. Ich werde so lange ich kann verzögern, aber wir werden die Geschworenen trotzdem schon am ersten Verhandlungstag zusammenhaben. Der Staat wird seine Anklage am zweiten Tag vorbringen. Ich werde versuchen, drei Tage herauszuschinden und schwafle bei meinem Verteidigungsplädoyer, bis mich der Richter unterbricht, aber drei Tage ist echt das Äußerste. Wir können schon von Glück sagen, wenn wir die bekommen. Wenn nicht ein Wunder geschieht, werden sich die Geschworenen zurückziehen und Sie in schätzungsweise drei Minuten für schuldig befinden. In neun Tagen von heute an sind Sie zum Tode verurteilt, und eine Woche später tot wie Hundefutter. Das Volk von Arizona wird begeistert sein, desgleichen der Oberste Gerichtshof. Weil ein schnelles Ende alle glücklich macht. Ich kann den Termin vielleicht ein bißchen rausziehen, aber nicht viel.«
    »Mein Gott, das ist unfair!« schrie Lloyd.
    »Die Welt ist hart, Lloyd«, sagte Devins. »Besonders zu >amoklaufenden Killern<, und genauso haben die Zeitungen und Fernsehreporter Sie genannt. Sie sind in der Welt des Verbrechens eine wirklich große Nummer. Sie stehen im Rampenlicht. Sie haben sogar die Grippeepidemie im Osten auf Seite zwei verdrängt.«
    »Ich hab' keinen nicht pokerisiert«, sagte Lloyd mürrisch. »Das war nur Poke. Der hat sogar das Wort erfunden.«
    »Das ist egal«, sagte Devins. »Ich habe versucht, Ihnen das in Ihren Dickschädel zu hämmern, Sylvester. Der Richter wird dem Gouverneur Raum für einen Aufschub gewähren, aber nur für einen. Ich reiche ein Gnadengesuch ein, aber unter dem neuen Gesetz muß dieses Gnadengesuch innerhalb von sieben Tagen in den Händen des Außerordentlichen Gerichts sein, sonst haben wir das Spiel verloren. Wenn sie beschließen, nicht auf das Gnadengesuch einzugehen, habe ich weitere sieben Tage Zeit für eine Petition beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten. Ich glaube, in Ihrem Fall wird folgendes passieren: Ich reiche mein Gnadengesuch am letztmöglichen Tag ein, am siebten. Der Außergewöhnliche Gerichtshof wird uns wahrscheinlich anhören - das System ist immer noch neu, und darum wollen sie so wenig Kritik wie möglich. Sie würden sich wahrscheinlich sogar um das Gnadengesuch von Jack the Ripper kümmern.«
    »Wie lange dauert es, bis ich von denen was höre?« murmelte Lloyd.
    »Oh, sie werden sich in null Komma nichts darum kümmern«, antwortete Devins mit einem leicht wölfischen Grinsen. »Wissen Sie, der Außerordentliche Gerichtshof besteht aus fünf Richtern im Ruhestand. Die haben nichts anderes zu tun, als angeln gehen, pokern, Bourbon trinken und darauf zu warten, daß solch ein armes Arschloch wie Sie in ihrem Gerichtssaal aufkreuzt, der eigentlich gar keiner ist; in Wirklichkeit handelt es sich um ein paar Computermodems, die mit dem State House, dem Büro des Gouverneurs und untereinander verbunden sind. Sie haben Telefone mit Modems in ihren Autos, ihren Blockhütten, sogar auf ihren Yachten und natürlich zu Hause. Ihr Durchschnittsalter liegt bei zweiundsiebzig...«
    Lloyd zuckte zusammen.
    »...und das bedeutet, manche von ihnen sind so alt, daß sie draußen in der finstersten Provinz von der Pike auf gedient haben, wenn nicht als Richter, dann als Staats- oder Rechtsanwälte. Sie glauben alle an den Kodex des Westens - eine schnelle Verhandlung und dann aufknüpfen. So wurde es da draußen bis etwa 1950 gehandhabt. Wenn es um mehrfachen Mord geht, wurde es nie anders gemacht.«
    »Gottverflucht, warum machen Sie mir so 'n Schiß?«
    »Damit Sie wissen, womit wir es zu tun haben«, sagte Devins. »Sie wollen nur gewährleisten, daß Ihnen keine grausame und ungewöhnliche Bestrafung widerfährt, Lloyd. Sie sollten ihnen dankbar sein.«
    »Dankbar sein? Ich würde sie gerne...«
    »Pokerisieren?« fragte Devins leise.
    »Nein, natürlich nicht«, sagte Lloyd wenig überzeugend.
    »Man wird unser Wiederaufnahmegesuch ablehnen und meine Gründe allesamt abschmettern. Wenn wir Glück haben, gibt mir das Gericht am neunzehnten und zwanzigsten Tag die Möglichkeit, Zeugen vorzuführen. Und wenn es mir diese Gelegenheit gibt, rufe ich jeden einzelnen Zeugen, der bei der ersten Verhandlung ausgesagt hat, nochmals auf und dazu alle anderen, die mir einfallen. Bis dahin werde ich sogar Ihre Klassenkameraden von der Junior

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