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Todesschrein

Todesschrein

Titel: Todesschrein Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Clive Cussler , Craig Dirgo
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einiges früher finden.«
    Im Savoy Hotel bediente sich das Team aus dem Kleiderfundus, den Richard Truitt beschafft hatte. Nacheinander kehrten sie in Cabrillos Suite zurück, um sich ihre Instruktionen zu holen. Um miteinander kommunizieren zu können, wurde jeder von ihnen mit einem leistungsfähigen Minisprechfunkgerät mit Ohrhörer ausgerüstet. Die Sender wurden jeweils am Hals in der Nähe des Kehlkopfs befestigt. Wenn sie etwas mitzuteilen hatten, brauchten sie sich nur an den Hals zu greifen, und schon konnte jeder Angehörige des Teams mithören. Die drei Zwei-Mann-Trupps bildeten einen Halbkreis um den Green Park, so dass sich der Strand hinter ihnen befand und die Halbkreisöffnung den Green und den St. James Park umschloss.
    Die nordwestlichste Position, am Piccadilly zwischen Dover und Berkley Street, würden Hali Kasim und Linda Ross einnehmen. Sie verließen das Savoy und wurden von einem Fahrer des MI5 in ihr Einsatzgebiet gebracht. Die Nächsten, in der Mitte des halben Kreisbogens, waren Pete Jones und Julia Huxley. Ihre Position befand sich gegenüber dem Trafalgar Square, unweit der U-Bahnstation Charing Cross. Falls die Bombe über den Strand transportiert wurde, käme sie bei ihnen vorbei. Dem letzten Team, Mark Murphy und Franklin Lincoln, wurde ein Standort vor dem War Cabinet Room in der Great George Street und der Horse Guards Road zugewiesen. Sollte der Bombentransport über das Victoria Embankment erfolgen, würden sie eingreifen. Je nachdem, wo genau sie sich aufstellten, gäbe es durch den St. James's Park kein Hindernis.
    Da sie als Einzige ein freies Schussfeld hatten, verfügte Mark Murphy über eine Tasche mit kleinen Panzerabwehrraketen, Gewehren und Rauchgranaten. Die anderen Teams waren mit Handfeuerwaffen, Messern und spitzen Stahldornen ausgerüstet, die sie auf die Straße werfen würden, um den Bombentransport zu stoppen.
    Cabrillo würde sich in der Nähe des Apartments aufhalten. Außerdem wimmelte es in der ganzen Straße von Agenten des MI5. Der Vormittag ging in den Nachmittag über, und es rührte sich noch immer nichts.
41
    Lababiti war ein Playboy und ein Schurke, aber er war auch ein mit allen Wassern gewaschener und ausgebildeter Terrorist. Heute war der wichtigste Tag – und er überließ nichts dem Zufall. Als er Amad am Nachmittag weckte, legte er dem Jemeniten sofort eine Hand auf den Mund und zeigte ihm dann ein Stück Papier. Darauf war auf Arabisch zu lesen:
Ab jetzt nicht mehr reden, Mitteilungen nur noch schriftlich.
Amad nickte und richtete sich im Bett auf.
    Er ließ sich von Lababiti einen Notizblock und einen Stift gegen und schrieb:
    Werden wir von den Ungläubigen belauscht?
    Das kann man nie wissen,
schrieb Lababiti.
    Während der nächsten Stunden kommunizierten die beiden Männer nur noch schriftlich. Lababiti erläuterte seinen Plan. Amad stellte verschiedene Fragen, um sicherzugehen, dass er den Ablauf der Mission genau verstanden hatte. Noch bevor sie fertig wurden, brach über London die Nacht herein. Lababitis letzte Botschaft war kurz und bündig.
    Ich muss bald aufbrechen – du weißt, wo sich das Schwert Allahs befindet und was du damit tun musst – ich wünsche dir viel Glück auf deiner Reise.
    Amad schluckte und nickte. Seine Hände zitterten, als Lababiti ihm ein Glas Arrak reichte, um seine Nerven zu beruhigen. Nur wenige Minuten waren verstrichen, als sich Cabrillo entschloss, Al-Khalifas Mobiltelefon zu aktivieren, um in der Wohnung anzurufen. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden bereits ihr Schweigegelübde abgelegt. Das Telefon im Apartment klingelte viermal, bis sich der Anrufbeantworter einschaltete. Cabrillo verzichtete darauf, eine Nachricht zu hinterlassen. Das von der Corporation als so entscheidend eingeschätzte Ass im Ärmel erwies sich als völlig wertlos.
    »Es tut sich etwas«, meldete einer der MI5-Agenten, die die Richtmikrofone überwachten, über Funk.
    Es war kurz vor neun Uhr abends, in London hatte leichter Schneefall eingesetzt. Die Temperatur lag knapp über dem Gefrierpunkt, der Schnee blieb nicht auf den Straßen liegen, sondern sorgte nur dafür, dass sie nass wurden. Falls die Temperatur weiter sank, würden sie sich in Eisbahnen verwandeln. Die Dächer der Gebäude wirkten nach kurzer Zeit wie überzuckert, und Dampfwolken stiegen aus zahllosen Kaminen auf. Die noch verbliebene Weihnachtsdekoration in den Fenstern verlieh der Szenerie eine festliche Stimmung, und auf den Straßen nahm die Zahl

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