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Todesstatte

Titel: Todesstatte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Booth Stephen
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einfach Ihr Bestes, ja?«
    Abbott entfernte sich. »Unser Bestes geben? Mann, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen.«
    Â 
    Â 
    Ben Cooper kauerte zwischen den verwitterten Steinen und starrte auf einen feuchten Fleck Erde. Er war außer Sichtweite und froh darum. Von der Unterhaltung zwischen Fry und Abbott verstand er zwar keine Einzelheiten, doch Frys Stimmlage erkannte er selbst aus dieser Entfernung. Ihre wachsende Verärgerung richtete sich ausnahmsweise einmal nicht gegen ihn, und daran wollte er so schnell auch nichts ändern.
    Leider brauchte Fry nicht lange, bis sie ihn fand.
    Â»Meine Güte, anscheinend halten sich hier alle für Experten«, sagte sie.
    Â»Na ja, das sind sie ja auch, Diane. Promovierte Wissenschaftler, die auf Skelettbiologie oder menschliche Genetik spezialisiert sind. Man muss ihr Wissen respektieren.«
    Â»Ich meine nicht die Wissenschaftler, Ben. Ich meine die verdammten Spurensicherer.«
    Â»Oh.«
    Fry sah sich um und atmete tief durch. »Was sind das für Gebäude auf der anderen Seite des Tals?«
    Cooper hatte es bereits überprüft, aber vielleicht würde er sich keinen Gefallen damit tun, zu sehr wie ein Experte zu klingen.
    Â»Der Karte zufolge ist das Gebäude, das uns am nächsten ist, die Fox House Farm, und das da weiter drüben ist die Hunger House Farm. Allerdings sieht es so aus, als würden sie beide seit langer Zeit nicht mehr bewirtschaftet werden. Die meisten Gebäude wurden abgerissen, und auf dem Land um sie herum wurden Bäume gepflanzt.«
    Â»Hunger House? Was ist das denn für ein Name?«
    Â»Ein Hungerhaus ist ein Gebäude, in dem Vieh vor der Schlachtung untergebracht wurde. Früher gab es den Brauch, Tiere eine Zeit lang hungern zu lassen, bevor sie getötet wurden.«
    Fry sagte darauf nichts. Das war auch nicht nötig. Ihre Meinung über die Grausamkeiten des Landlebens war hinlänglich bekannt.
    Â»Die Gebäude stehen auf dem Alder-Hall-Grundstück«, erklärte Cooper. »Ich nehme an, das waren irgendwann mal verpachtete Farmen, aber der Landbesitzer muss sich dazu entschlossen haben, seinen Pächtern zu kündigen und stattdessen Wald anzupflanzen. Holz hat vermutlich mehr Gewinn abgeworfen. Diese Schonung ist in der Karte unter dem Namen ›Corunna Wood‹ eingezeichnet.«
    Â»Corunna? Wer war das? Noch so ein Kobold aus der Gegend?«
    Â»Ich glaube, das ist eine Stadt in Spanien, in der es eine berühmte Schlacht gegeben hat.«
    Frys Gesichtsausdruck verriet ihm, dass er womöglich wieder einmal zu sehr mit seinem Wissen angab. Doch sie schwenkte rasch vom Thema Geschichte ab.
    Â»Was siehst du dir da unten eigentlich an?«
    Â»Dieser Stein hier«, sagte Cooper, »liegt noch nicht allzu lange an dieser Stelle.«
    Â»Woher willst du das wissen?«
    Â»Das Gras darunter ist noch grün. Es bleicht nach ein paar Tagen aus und stirbt ab, wenn es zugedeckt ist.«
    Â»Wie viele Tage liegt er schon da?«
    Â»Das kann ich nicht sagen.«
    Â»Du bist zwar ein guter Beobachter, Ben, aber es hapert bei dir immer an den Details.«
    Â»Ich bin schließlich nicht Sherlock Holmes«, erwiderte Cooper. »Wir müssen einen Experten fragen.«
    Â»Einen Experten für abgestorbenes Gras? Warum nicht?« Dann seufzte Fry. »Ein Hungerhaus. Mein Gott, was kommt als Nächstes?«
    Ein Team der Universität Sheffield lud Ausrüstungsgegenstände aus: Schaufeln und Kellen, Maschendrahtsiebe, um Knochenstücke aus dem Erdreich zu sieben, Beweisbeutel, Maßbänder und orangefarbene Markierungen. Einer der Studenten hatte bereits mit Hilfe einer Videokamera die Position der sterblichen Überreste aus jeder Perspektive festgehalten, ehe das Team sich ihnen näherte.
    Das forensisch-anthropologische Team der Universität unterstützte häufig Polizeikräfte bei der Bergung und der Untersuchung skelettierter Überreste. Einige von ihnen hatten sogar schon für die Vereinten Nationen gearbeitet und Massengräber untersucht.
    Unter der Leitung eines forensischen Anthropologen begannen die Mitarbeiter des Teams damit, das Erdreich in der Umgebung der Überreste zu sieben. Sie würden versuchen, Knochenbruchstücke, persönliche Gegenstände und alles andere aufzuspüren, was heruntergefallen war oder nicht an die Fundstelle gehörte.
    Cooper stand da und blickte auf das Gewirr aus

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