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Und der Herr sei ihnen gnädig

Und der Herr sei ihnen gnädig

Titel: Und der Herr sei ihnen gnädig Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Faye Kellerman
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anderen geweint hätte. Er schlang die Arme um mich. »Hey, wir sind wieder quitt, altes Mädchen. Ist schon gut.« Er tätschelte meinen Rücken. »Ich meine es so, wie ich es sage. Ich bin dir nicht mehr böse. Hör auf zu weinen.«
    »Danke, dass du nicht über mich getratscht hast«, murmelte ich schniefend.
    »Danke, dass du nicht über mich getratscht hast«, gab er zurück. »Ich bin sicher, ich hätte viel mehr zu verlieren gehabt als du.«
    Ich musste lachen, und er auch. »Geht's wieder, Cindy?«
    »Nein.« Ich wischte mir über die Augen. »Aber das wird schon.«
    Er hielt mich immer noch im Arm. Es war ein gutes Gefühl, aber trotzdem nicht das, was ich wollte oder brauchte. Ich küsste ihn auf die Wange und löste mich dann von ihm. »Du bist mir ein guter Freund gewesen, und von denen habe ich nicht allzu viele. Ich werde es nicht vergessen.«
    »Danke. Das ist nett.«
    »Ich bin jetzt wirklich mit Hayley verabredet.« »Hast du morgen Zeit für einen Kaffee?« »Das halte ich für keine gute Idee, Scott.« »Du vielleicht nicht, aber ich. Ich halte es sogar für eine großartige Idee.«
    »Du bist jetzt mit einer guten Freundin von mir zusammen.« »Ich würde dich sofort zurücknehmen.« »Es würde nicht funktionieren, Oliver.«
    »Da wäre ich mir nicht so sicher.« Er trat hinter mich und legte mir die Arme um die Taille. Mein Bademantel war nur locker zugebunden, seine Finger berührten meine Haut.
    Wieder löste ich mich von ihm. »Ich will das nicht, Oliver.«
    »Nun sei doch nicht so.«
    »Ich versuche gerade, mein Leben auf die Reihe zu bringen. Versteh das bitte. Bitte.«
    Er runzelte die Stirn. »Sag mir wenigstens, dass es dich erregt hat.«
    »Es hat mich erregt.« »Treibst du es schon mit ihm?« Mein Gesicht wurde heiß. »Hör auf.« »Stimmt es, was man immer über Schwar-« »Oliver, beweg deinen Arsch hier raus.«
    Er rührte sich noch immer nicht von der Stelle. »Wie geht es den Kindern?«
    »Welchen Kindern?«
    »Dein Freund ist doch nach dem Unfall mit den Kindern ins Krankenhaus gefahren, oder? Wie war noch mal sein Name?«
    Als ob er das nicht wüsste. Oliver war wie mein Vater ein hervorragender Detective. Ein solches Detail hätte er nie vergessen. »Yaakov.«
    »Ja, aber am Anfang hast du ihn irgendwie anders genannt.« »Koby.«
    »Wie der Basketballspieler? Was ist denn das für ein Name?«
    Er versuchte, an weitere Informationen zu kommen. »Das ist die Kurzform von Yaakov - Jacob. Als er nach Israel ging, begann er seinen hebräischen Namen zu benutzen, Yaakov, auf Englisch Jacob.«
    »Warum hat er einen hebräischen Namen?« »Weil er Jude ist.«
    Oliver lachte. »Jetzt verscheißerst du mich.« »Nein, natürlich nicht.« »Ist er konvertiert?«
    »Nein, er ist schon als Jude auf die Welt gekommen. Er ist ein äthiopischer Jude. Können wir jetzt das Thema wechseln? Oder noch besser, könntest du jetzt gehen, damit ich mich anziehen kann?«
    »Lass dich von mir nicht abhalten. Aber du hast meine Frage nicht beantwortet. Haben es die Kinder geschafft?«
    »Ich weiß es nicht, Scott. Ich habe seit dem Unfall nichts mehr von Koby gehört.« »Autsch!«, sagte Oliver.
    »Nicht so schlimm. Ich hab dir doch gesagt, dass es nichts Ernstes war.«
    »Bist du sicher, dass du keinen Kaffee mit mir trinken möchtest?« Er versuchte es mit seinem charmantesten Lächeln. »Warum nicht mit Onkel Scottie darüber reden? Hmmm?«
    Ich hätte Trost gebrauchen können, er sah gut aus, sein Vorschlag war durchaus verlockend. Aber das letzte Jahr hatte mich ein wenig gescheiter gemacht. Ich küsste ihn auf die Wange. »Es war richtig von dir, mich wegen meiner schlechten Manieren zu rügen. Ich bin froh, dass wir uns versöhnt haben.« Bevor ich schwach werden konnte, schob ich ihn zur Tür hinaus. »Ich werde Hayley nichts davon sagen.«
    »Was solltest du ihr auch sagen? Es ist nichts passiert.« Er lächelte. »Du hast immer noch die Möglichkeit, das zu ändern.«
    »Oliver, lass mich in Ruhe, oder ich jage dir den Loo auf den Hals.«
    »Fährst du jetzt die starken Geschütze auf?« Ich lächelte. Im Zweifelsfall konnte ich den Ball immer an meinen Dad abgeben.
    *
    Nach einem therapeutischen Frauenfrühstück mit Hayley (der gegenüber ich Olivers Besuch natürlich nicht erwähnte) fuhr ich aufs Revier. Meine Schicht begann erst in ein paar Stunden. Ich nutzte die Zeit, um so viel wie möglich über diesen Hermano oder Germando in Erfahrung zu bringen. Leider hatte Alice Anne seinen

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