Verliebt in eine Diebin - Roman
und sie ließ die Tränen fließen. Echte Tränen, die er verdiente.
»Ich liebe dich«, schluchzte sie und rannte zur Treppe. Diese Heulerei würde ihrem Teint schaden, und sie brauchte dringend ein Kleenex.
Und einen Baseballschläger, um ihn Mason über den Kopf zu dreschen.
Etwa um die gleiche Zeit kam Davy ins Büro, auf der Suche nach Tilda. Stattdessen traf er Nadine an. »He, Lucy. Gestern Abend hast du gute Arbeit geleistet.«
»Der Beginn einer verheißungsvollen Karriere...«
»In der Galerie? Vernünftiger Entschluss... Wo ist deine Tante? Irgendwie ist sie mir abhanden gekommen.«
»Ich glaube, sie ist mit Mom weggegangen.«
»Okay.« Plötzlich fiel ihm ein, dass er Michael seit dem vergangenen
Abend nicht mehr gesehen hatte. »Ist dir mein Dad über den Weg gelaufen?«
»Ja, er ist mit Dorcas zu Ihrer Schwester gefahren.«
Davys Atem stockte. »Aber er weiß nicht, wo sie wohnt.«
»Doch, Ethan hat die Adresse mit dem Computer rausgesucht. Im Netz findet man alles. Sie lebt in einer kleinen Stadt mit einem seltsamen Namen.«
»Temptation.«
»Genau. Vor etwa einer halben Stunde sind sie in Dorcas’ Auto losgefahren.«
»Oh, verdammt!«, stieß Davy hervor und griff zum Telefon.
Schon nach dem ersten Läuten meldete sich Dillie. »Hol deinen Dad an den Apparat«, befahl Davy.
»Ich hatte gehofft, du wärst Jordan. Hör mal, was du mir erzählt hast...«
»Hol deinen Dad! Sofort! «
Er hörte, wie Dillie den Hörer ablegte. Ein paar Sekunden später meldete sich Phin. »Stimmt was nicht? Dillie meint, es wäre ein Notfall.«
»Ist es auch. Dad hat herausgefunden, wo ihr wohnt, und er ist auf dem Weg zu euch. Halt die Stellung, bis ich da bin und ihn unschädlich mache. Lass ihn nicht mit Sophie allein. Und gib ihm kein Geld.«
»Ich bin doch nicht blöd.«
»Das ist er auch nicht. So gern ich auch glauben würde, er hätte ausgespielt - der Mann kann die Leute immer noch einwickeln.«
»Allmählich interessiert er mich.«
»Die berühmten letzten Worte. Nimm dich bloß in Acht, Phin.«
In ihrem Schlafzimmer angekommen, wischte Clea die Tränen weg und blickte den unausweichlichen Tatsachen ins
Auge. Mason würde sie wegen einer vertrockneten, vierundfünfzig Jahre alten Vettel verlassen - ein Schlag ins Gesicht ihrer gesamten Weltanschauung. Jahrzehntelang hatte sie sich sorgsam gepflegt, nur um von einer Frau ausgebootet zu werden, die jede Minute ein Doppelkinn kriegen würde. Wann hatte Gwen zum letzten Mal Sit-ups gemacht? Clea machte jeden Morgen und jeden Abend hundert davon. Und was hatte sie davon? Eine Großmutter wurde ihr vorgezogen, um Himmels willen. Eine Frau mit Schwangerschaftsstreifen und faltigem Bauch… Clea legte eine Hand auf ihren flachen Bauch und die gertenschlanke Taille. Trotzdem war Gwen die Siegerin. Das war einfach nicht fair...
Aber Gwen Goodnight legte sich mit einer Frau an, der sie nicht das Wasser reichen konnte. »Noch ist es nicht vorbei«, flüsterte Clea. »Noch lange nicht.«
Sie schüttete den Inhalt ihrer Handtasche aufs Bett, bis sie Ford Browns Nummer fand.
Als er sich meldete, fauchte sie: »Wir hatten eine Abmachung.«
»Was?«
»Sie sollten Gwen von Mason fern halten.«
»Moment mal, Sie haben ihn in die Galerie gebracht. In seinem Haus war sie nicht, oder?«
»Nein. Übrigens habe ich ihn nicht in die Galerie gebracht. Da ging er aus eigenem Antrieb hin.«
»Daran konnte ich ihn nicht hindern - das wäre Ihr Job gewesen.«
»Und Davy ist immer noch da.«
»Stört Sie das?«, fragte Ford.
»Ja, seine Existenz stört mich.«
»Darum kümmere ich mich, wenn Sie’s wollen - Sie müssen’s nur sagen.«
Krampfhaft schluckte sie. »Gwen ist das größere Problem«,
erklärte sie und spähte über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass sie nicht belauscht wurde.
»Gwen?« Jetzt nahm seine Stimme einen scharfen Klang an. »Ich soll eine Frau beseitigen?«
»Nein«, erwiderte Clea ärgerlich, »Sie sollen nur...« Ihr Blick streifte die offene Schranktür. Da drin hatte sie das Bild versteckt. Die Augen zusammengekniffen, beugte sie sich vor und spähte hinein.
Der Scarlet war verschwunden.
»Was?«, fragte Ford.
»Warten Sie...« Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Hastig legte sie den Hörer beiseite und eilte zu ihrem Laptop. Drei Minuten später meldete sie sich wieder am Telefon. »Tun Sie Davy Dempsey nichts an! Ich brauche ihn lebend.«
Oh Gott, Davy hatte ihr Geld. Kraftlos sank sie aufs Bett und
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