Wächter der Macht 01 - Intrigen
beiseite.
Direkt dahinter erwachte ein silbrig schimmerndes Lichtschwert zum Leben. »Das Plündern dürfte dir schwer fallen mit zwei abgetrennten Armen«, sagte der Mann, der das Lichtschwert hielt.
Luke grinste. »Na, das nenne ich mal eine Begrüßung, Corran.«
Der andere Jedi schaltete sein Lichtschwert ebenso schnell aus, wie er es zuvor eingeschaltet hatte. »Luke! Meister Skywalker.« Er trat vor in den schwachen Lichtschein, der durch die Türöffnung fiel.
Corran Horn war etwa in Lukes Alter und hatte seine Größe, war jedoch ein bisschen stämmiger, mit breiteren Schultern. Enkel eines berühmten corellianischen Jedi der Ära der Alten Republik, war er sich seiner Jedi-Kräfte sogar noch später bewusst geworfen als Luke - seiner Ausbildung vorausgegangen waren Laufbahnen als CorSic-Offizier und als Kampfpilot der Rebellenallianz. So hin und her gerissen zwischen Talenten, Pflichten und Karrieren er in früheren Tagen auch gewesen sein mochte, inzwischen war er ein Jedi-Meister. dessen ergrauendes Haar und Bart seinen Ruf als ranghoher Abgesandter des Ordens optisch noch veranschaulichten.
Doch er war nicht wie ein Jedi gekleidet. Er trug einen anonymen blauweißen gestreiften Overall, bespritzt mit Schmieröl und Hydraulikflüssigkeit, und eine Schweißerbrille war auf seine Stirn hochgeschoben. Als er Luke die Hand entgegenstreckte, sah er aus wie ein Wartungsmechaniker, der drauf und dran ist zu erklären, wie viel die Reparatur seines Hyperraumantriebs kosten wird.
Luke ergriff seine Hand, eine Umarmung unter Waffenbrüdern. »Wie geht es deiner Familie?«
»Gut.« Corrans Stimme bedeutete daraufhin, dass er nicht gänzlich glücklich war. »Mirax steht unter Hausarrest. Auch deswegen hat's einiges an Aufregung gegeben. Einige in der Regierung wollen sich ihre Fachkenntnis im Hinblick auf das Schmuggeln kritischer Materialien in das System zunutze machen. Andere trauen ihr nicht, weil sie mit einem Jedi verheiratet ist. Also wartet sie zu Hause, unter Arrest, das Regierungspersonal kümmert sich um alles Notwendige; sie macht sozusagen Urlaub.« Er schnaubte. »Was Valin und Jysella betrifft - nun, ich nehme an, Ihr wisst besser als ich, wie es um sie bestellt ist.«
Luke nickte. Die Kinder von Corran und Mirax waren beide Jedi, von den Lehrern der Jedi-Akademie im gleichen Maße aufgezogen wie von ihren biologischen Eltern, unterwegs, um die Aufgaben, die der Orden an sie stellte, zu erfüllen.
Corrans Miene wurde sanfter. »Danke, dass Ihr sie nicht bei den Corellia-Missionen eingesetzt habt.«
»Das war keine schwierige Entscheidung«, sagte Luke. Er ging vor. Corran trat beiseite, sodass er den Gang betreten konnte, und zog die Tür zu. Auf einmal waren sie von tieferer Dunkelheit umgeben, allein von den Notfall-Glühstäben am Fuß dieses Korridors erhellten. »Ich will nicht, dass irgendein Jedi von seinem Heimatplaneten als Hochverräter gebrandmarkt wird. Für die meisten ist es ganz schön, in der Lage zu sein, von Zeit zu Zeit nach Hause zurückzukehren.«
Corran erwiderte nichts darauf. Luke wusste, dass er selbst eine Ausnahme von dieser Verallgemeinerung war. Sein eigener Heimatplanet Tatooine lockte ihn nicht - hatte es in all den Dekaden nicht getan, seit er ihn verlassen hatte, um irgendwo anders ein neues Zuhause zu finden.
Corran deutete den Gang hinunter, zum hinteren Bereich der Enklave. »Ich habe eins der Schlupflöcher als Materialraum hergerichtet. Dort sind auch Eure Lichtschwertkomponenten. Außerdem Kleidung. Vorräte. Credits...«
»Danke.« Gemeinsam gingen sie den Gang und dann eine gewundene Treppe hinunter. »Also«, sagte Luke. »Also was?«
»Also, wie ist es um den Standpunkt der corellianischen Jedi bestellt? Was muss ich wissen?«
Die Treppe führte sie in einen weiteren Korridor, der lediglich von Notfall-Glühstäben erhellt wurde. Corran tat von der Treppe aus drei Schritte in den Gang, dann hob er eine Hand, um sie beinahe in Deckenhöhe gegen eine Wand zu halten. »Hier ist es«, sagte er. »Ein simpler Bolzen mit Gegengewicht. Zieht einfach nur dran.«
Luke konzentrierte sich auf die Macht, streckte seine Geisteskräfte an Corrans Hand vorbei, durch die Wand, zu dem
Mechanismus dahinter. Ein Gewicht hing an einem Metallkabel - ein Loch im Zentrum des Gewichts - ein Querholz, das in dem Loch steckte. Behutsam zog er das Querholz aus dem Loch und zog das Gewicht nach unten.
Ein Bereich der Wand glitt geschmeidig in die Decke empor. Licht fiel
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