Wächter der Macht 01 - Intrigen
von Aidel.«
Han nahm den Mann genauer in Augenschein. Etwas am gegenwärtigen Fünf-Welten-Premierminister kam ihm bekannt vor, und selbst in dem Halbdunkel konnte Han jetzt erkennen, was es war. Denjax Teppler war das etwas ältere, etwas weniger kantige Abbild des CorSic-Wachmanns, der bei Aidel Saxan gewesen war, als sie sich das erste Mal mit ihr getroffen hatten.
»Ich bitte um Verzeihung«, sagte Leia. »Das wussten wir nicht.«
»Ich hätte es nicht zur Sprache bringen sollen«, sagte Teppler. »Ich bin zu sehr an eine Rolle als Minister gewöhnt, der Informationen ausgibt, nicht so sehr daran, ein Premierminister zu sein, der alles unter Verschluss hält. Bitte, nehmt Platz.« Er deutete auf Sessel gegenüber von seinem und setzte sich wieder hin.
Seine Besucher ließen sich in die Sessel sinken. Leia sagte: »Wir waren überrascht, als wir Eure verschlüsselte Nachricht erhielten.«
»Überrascht, dass Aidel ihre Geheimnisse auch dann noch mit mir geteilt hat. als wir nicht mehr länger Mann und Frau waren?«
Sie nickte.
»Nun, das hat sie auch nicht, nicht wirklich.« Leia spürte, dass der Mann in die Vergangenheit zurückblickte. »Nachdem sie gestorben war. habe ich ein Im-Falle-meines-Todes-Paket von ihr bekommen. Ihre Absprachen mit Euch waren Teil dieses Pakets. Ebenso Teil davon war eine Entschuldigung dafür, dass sie mich habe töten lassen.«
Han runzelte die Stirn. »Aber das hat sie nicht getan, oder?«
»Noch nicht. Und ich habe die Absicht, so lange am Leben zu bleiben, wie bestimmte Gruppierungen mich eher als Gewinn, denn als Bürde betrachten.« Teppler zuckte die Schultern. »Ich möchte am Leben bleiben. Das wäre mir sogar noch lieber, als die corellianische Regierung zu leiten. Aber am meisten von allem will ich verhindern, dass Corellia zu Schaden kommt. Verwüstet vom Krieg, die Wirtschaft erschöpft durch einen langwierigen Konflikt mit der Galaktischen Allianz oder -vielleicht am schlimmsten überhaupt - die Ökonomie und die entscheidenden Wirtschaftszweige durch Jahre der Herrschaft unter dem falschen Regime ausgelaugt.«
Die Solos nickten. Teppler sprach offensichtlich von Staatschef Sal-Solo und seinen politischen Verbündeten.
»Und deshalb habe ich Euch hergebeten«, fuhr Teppler fort. »Um mein Volk zu schützen, meinen Planeten, werde ich einen Akt des Hochverrats begehen. Ich habe Euch hierhergeschmuggelt. in die sichersten Bereiche der Anlagen unseres Kriegsministeriums, damit Ihr Zeugen eines Treffens werden könnt, dem beizuwohnen mir untersagt wurde.«
»Untersagt?« Leia wölbte eine Augenbraue. »Wie können die Euch etwas untersagen?«
»Indem sie für den Zeitpunkt dieses Treffens vermeintlich dringlichere Angelegenheiten für mich angesetzt haben.« Teppler sah zunehmend verdrossen aus. »Jetzt, da mein Bruder tot ist und da ich nie gezwungen war. mir selbst eine verlässliche, loyale Gruppe von Mitverschwörern aufzubauen, habe ich seit Aidels Tod niemanden mehr, dem ich trauen kann. Was meine politischen Gegner nur zu gut wissen. Ich bin der perfekte Frontmann - glücklos und hilflos. Und dann erreicht mich Aidels Nachricht über euch beide, und ich stelle fest, dass der vermutlich Unbestechlichste aller Corellianer uns insgeheim besucht und bereit ist, sein Heim zu riskieren, seine Bindung zu seiner eigenen Regierung, allein um sein Volk und seinen Heimatplaneten vor einer Katastrophe zu bewahren.«
»Unbestechlich?«, fragte Han verwundert. »Wann bin ich denn unbestechlich geworden?«
Leia grinste ihn an. »Das ist dein halsstarriger Stolz, Liebling - er hindert dich daran, dich von den falschen Leuten bestechen zu lassen.« Leia wandte ihre Aufmerksamkeit wieder Teppler zu und wurde sachlich. »In Wahrheit wollt Ihr. dass wir dieses Treffen ausspionieren.«
»Ja. Ein streng geheimes Militärtreffen. Vermutlich geht es dabei um die Vertreibung der GA-Streitkräfte von Tralus.«
Leia sah ihn stirnrunzelnd an. »Und warum glaubt Ihr, ich würde davon absehen, dem GA-Militär von den Plänen zu berichten, die wir belauschen würden?«
Der Premierminister schenkte ihr einen traurigen Blick. »Weil Ihr so gut wie ich wisst, dass es keine
Friedensbemühungen geben kann, bis die GA von Tralus verschwunden ist. Die GA ist außerstande, über den Abzug zu verhandeln, denn das haben sie bereits versucht und sind gescheitert. Die GA kann nicht einfach abrücken, weil das einen zu großen Gesichtsverlust bedeuten würde - sogar noch größer, als in
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