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Alicia II

Alicia II

Titel: Alicia II Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Thurston
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einen Knopf, und ei­ne Tür in der Wand glitt mit ei­ni­gem Quiet­schen zur Sei­te. Sta­cy und ich gin­gen hin­durch.
    Der Raum da­hin­ter war groß und sei­ne Flä­chen in ver­schie­de­nen wei­chen Far­ben de­ko­riert. Bei­na­he hät­te ich den Mann hin­ter dem Schreib­tisch nicht ge­se­hen. Es war ein jun­ger Mann mit lo­cki­gem blon­dem Haar und ei­nem of­fe­nen, lä­cheln­den Ge­sicht. Sei­ne Schul­tern wa­ren mas­sig, und er schi­en zu groß für den nor­ma­len Schreib­tisch vor sich zu sein.
    Einen Au­gen­blick lang frag­te ich mich, wo Ben sei. Der jun­ge Mann sprin­te­te um den Schreib­tisch und streck­te mir die Hand ent­ge­gen.
    »Je­sus Chris­tus, Voss«, sag­te er, »du siehst ent­setz­lich aus, als seist du vier­zehn Jah­re lang im Raum ge­we­sen oder so et­was.«
    Mich stör­te die Ver­trau­lich­keit des jun­gen Man­nes, doch dann ging mir ein Licht auf.
    »Je­sus Chris­tus, Ben, du bist es!«
    »Na­tür­lich bin ich es.« Er er­griff mei­ne Hand und schüt­tel­te sie mit noch grö­ße­rer Ener­gie, als sie dem üb­li­che Ben-Bloun­te-Hän­de­schüt­teln frü­her in­ne­ge­wohnt hat­te. »Ich se­he schon, du bist so schwer von Be­griff wie im­mer. Du hast es ver­ges­sen. Du hast den lie­ben al­ten grau­haa­ri­gen Dok­tor er­war­tet, der sich über die Un­ter­la­gen sei­ner Pa­ti­en­ten und sei­ne ros­ti­gen Dia­gno­se-Ma­schi­nen beugt. Gib es zu, du Dumm­kopf.«
    Ich war in Ver­le­gen­heit. Ja, das war Ben. Ich er­kann­te die Re­de­wei­se, den Ton sei­ner Stim­me. Aber ob­wohl Ben mich im­mer in die­ser weg­wer­fen­den Wei­se be­han­delt und es mir nie et­was aus­ge­macht hat­te, klan­gen sei­ne Wor­te jetzt, wo er in die­sem mus­ku­lö­sen jun­gen Kör­per steck­te, in mei­nen Oh­ren un­ent­schuld­bar grob und ge­schmack­los. Bens Er­neue­rung konn­te erst vor kur­z­em statt­ge­fun­den ha­ben.
    »Nun, ich war ein we­nig be­trof­fen«, heu­chel­te ich. »Ich hat­te nicht ge­dacht, daß …«
    »Du hat­test nicht ge­dacht – wie üb­lich. Was meinst denn du, wo­zu du mich brauchst? Hal­lo, ich bin Ben Bloun­te.«
    Letz­te­res war an Sta­cy ge­rich­tet, der un­ver­bind­lich die aus­ge­streck­te Hand er­griff und sag­te: »Sta­cy.«
    »Fa­mi­li­enna­me oder …«
    »Fa­mi­li­enna­me.«
    »Kei­nen an­de­ren?«
    »Kei­nen, den ich zu­ge­be.«
    »Okay, dann Sta­cy. Über was lä­chelst du, Voss?«
    »Es ist nichts. Nur ist der Dia­log, den ihr ge­ra­de ge­führt habt, bei­na­he ein ge­nau­es Du­pli­kat der ers­ten Wor­te, die Sta­cy und ich sei­ner­zeit aus­tausch­ten.«
    »Setzt euch, setzt euch, ihr bei­den. Hast du dar­an ge­dacht, den Whis­ky mit­zu­brin­gen, Kum­pel?«
    Zu Bens Ent­zücken zog ich ei­ne Fla­sche Whis­ky her­vor, die ich am Ter­mi­nal ge­kauft hat­te.
    »Groß­ar­tig! Ich ha­be zwei ei­ge­ne Fla­schen, aber das Zeug ist so ver­dammt teu­er, daß ich lie­ber das von ei­nem an­de­ren trin­ke.«
    Wir tran­ken meh­re­re Glä­ser und un­ter­hiel­ten uns. Meis­tens spra­chen Ben und ich. Sta­cy sag­te nur et­was, wenn er an­ge­spro­chen wur­de, wie es sei­ne Art war. Ben rich­te­te von Zeit zu Zeit das Wort an ihn. Ein­mal ge­stand er, Sta­cy ha­be ihm gleich ge­fal­len, ei­ne Be­mer­kung, die Sta­cy kei­ne Re­ak­ti­on ent­lo­cken konn­te.
    Ben war rund sechs Jah­re nach un­serm letz­ten Bei­sam­men­sein ge­stor­ben. Vor an­dert­halb Jah­ren war er er­neu­ert wor­den.
    »Dann bist du bei­na­he sie­ben Jah­re lang in der Pe­ri­ode der Dun­kel­heit ge­we­sen«, sag­te ich.
    »Ja­wohl. Die Zeit wird im­mer län­ger und län­ger. Ich füh­le mich be­son­ders schul­dig.«
    »Schul­dig?«
    »Ich brauch­te dies­mal nicht zu­rück­zu­kom­men. Ich hät­te mich voll Won­ne zur ewi­gen Ru­he le­gen kön­nen. Nur aus mü­ßi­ger Neu­gier ha­be ich den An­trag für die nächs­te Er­neue­rung ge­stellt.«
    »Warum mü­ßi­ge Neu­gier?«
    »Die Mü­ßig­keit dar­an ist so ver­dam­mens­wert. Es wa­ren in­ter­essan­te Ent­wick­lun­gen vor­aus­zu­se­hen. In der Me­di­zin wur­de an neu­en Tech­ni­ken ge­ar­bei­tet. Auf po­li­ti­schem Ge­biet be­gan­nen die Aus­ge­mus­ter­ten, sich zu or­ga­ni­sie­ren. Ich hat­te auf mei­nem

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