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Amelia Peabody 14: Die goldene Göttin

Titel: Amelia Peabody 14: Die goldene Göttin Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elizabeth Peters
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Wasserfall in einem Felsspalt verschwand und vierzig Meter weiter wieder zum Vorschein kam. Was sie sahen, als sie sich durch den engen Zugang in die Grabkammer zwängten, muss selbst diesen hartgesottenen Halunken die Sprache verschlagen haben. Unversehrte Gräber findet man nicht alle Tage, und ebenjenes war ein besonders lukratives Exemplar. Ihre Verblüffung nahm ihnen nichts von ihrer Effizienz; innerhalb weniger Stunden war der Schatz gehoben und bei Mohassib eingelagert, der sie in Goldmünzen auszahlte. Das Geld wurde unter den Missetätern geteilt, die es umgehend verjubelten.
    »Dieser alte Volltrottel Mohammed Hammad hat sich eine junge Ehefrau gekauft«, schmunzelte Cyrus. »Das hat sich als ein Fehler herausgestellt. Die Neuigkeit von dem Grabfund hat wie üblich die Runde gemacht, und ein paar Wochen später kamen der örtliche Gendarm und seine Leute ins Dorf. Mohammed versteckte den Rest seines Geldes in einem Korb Getreide und schickte das Mädchen damit fort, aber sie flirtete mit den Polizisten, und einer von ihnen schlug ihr den Korb vom Kopf. Nun Leute, ihr könnt euch vorstellen, was dann passierte: Dorfbewohner und Polizei prügelten sich um die Goldstücke. Mohammed blieb schließlich nichts mehr, nicht einmal das Mädchen. Sie riss mit dem Gendarmen aus.«
    »Widerlich«, murmelte Katherine.
    »Ausgleichende Gerechtigkeit«, sagte Emerson hämisch grinsend. »Mohammed muss sich schwer gebeutelt fühlen. Vielleicht lässt er sich überzeugen, mir die Fundstelle zu zeigen. Sie können das Grab nicht komplett ausgeräumt haben.«
    »Oh, die Stelle ist bekannt«, räumte Cyrus ein. »Im Wadi Gabbanat el-Qirud – der Friedhof der Affen. Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht ein wenig Zeit investiere und dort nach weiteren Gräbern forsche.«
    »Sie sollten in Medinet Habu arbeiten«, sagte Emerson mit einem gestrengen Blick zu seinem Freund. »Und nicht irgendwelchen Luftschlössern nachjagen.«
    »Sie haben gut reden«, entrüstete sich Cyrus. »Sie hatten Ihre großen Funde, aber was ist mit mir? All die Jahre im Tal der Könige und trotz der Plackerei kein verdammtes Grab für meine Wenigkeit! In den südwestlichen Wadis müssen noch weitere sein. Mit Carters Fund sind es nun schon zwei Gräber von königlichen Damen in diesen Wadis. Was ich mir vorstelle, ist, dass dieses Gebiet früher einmal eine Art Königinnen-Friedhof gewesen sein könnte.«
    »Die Möglichkeit besteht durchaus«, pflichtete Ramses ihm bei.
    Cyrus’ Gesicht hellte sich auf, aber Emerson blieb hart.
    »Sie verschwenden Ihre Zeit, Vandergelt. Carter hat besagtes Grab von Hatschepsut nicht aufgespürt, sondern einer Gruppe von Einheimischen nachgestellt, die es entdeckt hatten. Sie hören besser auf, nach den Sternen zu greifen, und widmen sich stattdessen Ihrer Arbeit, genau wie ich. Sie haben den Firman für Medinet Habu, und darüber können Sie verdammt froh sein. Es ist einer der besterhaltensten Tempel am Westufer.«
    »In Deir el-Medina gibt es wenigstens noch einige Gräber«, grummelte Cyrus.
    »Privatgräber«, erklärte Emerson. »Und ich werde keine weiteren lokalisieren. Ich habe vor, das Gebiet in seiner Gesamtheit freizulegen. Archäologisch betrachtet ist das wesentlich wichtiger als jedes verfluchte Königsgrab. Ausgrabungen von Ruinenstädten sind selten, und wir werden wertvolle Informationen erhalten über das Alltagsleben, die Beschäftigungsstruktur, die Vergnügungen der Arbeiterklasse …«
    Es gibt einige Aspekte der Ägyptologie, die Emerson absolut nicht interessieren, und in diesem Fall überspielte er tapfer eine gewisse Enttäuschung und Entrüstung. Er hatte schon immer an einem so berühmten Tempel wie dem in Medinet Habu arbeiten wollen. Offen gestanden war ich auch nicht sonderlich erpicht auf die Ruinenstadt, aber wir hätten selbst diese nicht bekommen, wenn der Inhaber des entsprechenden Firmans nicht im Vorjahr der Polizei überstellt worden wäre. Laut Emerson waren seine Exkavationsmethoden extrem oberflächlich, und so war es gut möglich, dass wir auf Artefakte stoßen würden, die er übersehen oder für wertlos erachtet hatte.
    Und ich könnte mich schlicht nach weiteren Privatgrä bern umschauen. Einige davon waren hübsch ausgestattet, und zwei hatten noch die ursprünglichen Grabbeigaben enthalten – nicht so prächtig wie die der Prinzessinnen, aber trotzdem höchst aufschlussreich.
    Emerson schloss mit den Worten: »Ich vertraue darauf, Vandergelt, dass Sie sich auf

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