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Belgarath der Zauberer

Belgarath der Zauberer

Titel: Belgarath der Zauberer Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Eddings
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Ostkliff dort verwehrt ihm den Zugang zu diesem Teil des Kontinents.«
    »Wir sollten versuchen, mit dem Meister Verbindung aufzunehmen, wenn wir wieder im Tal sind. Hinter dieser Einwanderung steckt ein bestimmter Zweck. Solange die Angarakaner in Mallorea blieben, haben sie kein Problem dargestellt. Sie lassen sich auf dieser Seite des Meeres des Ostens nieder, damit sie die Grolims hierherholen können. Vielleicht sollten wir diese Murgos, Nadraker und Thulls dorthin jagen, wo sie hergekommen sind.«
    »Ein weiterer Krieg?«
    »Wenn es sein muß. Ich halte nichts davon, daß die Grolims auf diesen Kontinent kommen. Wir sollten es verhindern.«
    »Erstaunlich«, bemerkte er.
    »Was?«
    »Dein Gehirn funktioniert noch. Ich dachte, du hättest es während der letzten zwölf Jahre ruiniert.«
    »Ich hatte es fast geschafft. Noch ein paar Jahre in Camaar hätten dazu genügt Ich habe alles getrunken, was nur in Reichweite kam.«
    »Ich hab’ davon gehört. Warum hast du das Trinken an den Nagel gehängt?«
    »Der Meister rief mich. Ich wurde sofort nüchtern und verließ Camaar. Dann zog ich durch Arendien und Tolnedra – aber das weißt du ja alles; du bist ja meinen Spuren gefolgt Hattest du Pro
    bleme mit den Dryaden, als du durch ihren Wald kamst?«
    »Ich hab’ nicht eine gesehen.«
    »Vielleicht war es die falsche Jahreszeit Ich mußte meine Reise allerdings wegen der Dryaden unterbrechen.«
    »Ach?«
    »Es war ihre Fortpflanzungszeit.«
    »Das muß recht aufregend gewesen sein.«
    »Nicht unbedingt. Hast du mit Salmissra gesprochen, als du durch Sthiss Tor kamst?«
    »Kurz. Es herrschte dort ziemlicher Aufruhr, als ich eintraf. Jemand hatte im Palast gerade die obersten Eunuchen niedergemacht.«
    Ich lachte erfreut. »Gutes Mädchen!«
    »Wovon sprichst du, Belgarath?«
    »Diese Salmissra hat einen wachen Kopf. Sie hat den Fehler gemacht, die Eunuchen das merken zu lassen. Sie hatten vor, Salmissra zu beseitigen, und ich schlug ihr eine Möglichkeit vor, diese Gefahr aus der Welt zu schaffen. Hat sie alle erwischt?«
    »Soweit mir bekannt ist ja.«
    »Deshalb hat es vermutlich so lange gedauert Sie ist eine sehr gründliche junge Dame. Und was tut Torak in Ashaba? Salmissra erzählte mir, daß er dorthin gegangen ist.«
    »Soviel ich weiß, macht er religiöse Erfahrungen. Er hat die vergangenen zehn Jahre in einer Art Ekstase verbracht und plappert nun irgendwelche obskuren Verkündigungen. Urvon läßt einige Grolims in Ashaba jedes Wort niederschreiben. Sie nennen seine Phantastereien ›die Ashabiner Orakel‹. Dort brach tatsächlich vor kurzem der Wahnsinn aus. Stiernacken hat einen Verrückten an einen Pfahl gebunden, etwa zehn Meilen westlich von Boktor, und Schreiber haben jedes Wort von dem armen Kerl notiert.«
    »Gut Ich sagte ihm, daß er das tun sollte. Kurz bevor der Meister uns verließ, erklärte er, wir würden unsere Anweisungen aus Prophezeiungen erhalten und nicht mehr direkt. Dies ist das Zeitalter der Prophezeiungen.«
    »Du hörst dich wie ein Dalaser an, wenn du so von Zeitaltern sprichst.«
    »Offensichtlich wissen die Dalaser etwas, das wir nicht wissen. Wir werden eine Kopie dieser Niederschriften brauchen, die Dras notieren läßt und wir sollten auch in den anderen Königreichen bekanntgeben, daß sie Verrückten Beachtung schenken sollten.« Ich schwieg eine Zeitlang. »Wie geht es den Mädchen?« fragte ich dann und versuchte, es so beiläufig wie möglich klingen zu lassen. »Sie sind älter. Du warst eine Weile fort.«
    »Sie müssen jetzt etwa zehn Jahre alt sein.«
    »Dreizehn. Ihr Geburtstag war im letzten Winter.«
    »Ich freue mich darauf, sie wiederzusehen.«
    »Freu dich nicht zu sehr auf einen herzlichen Empfang, Belgarath. Beldaran mag ja glücklich sein, dich wiederzusehen, aber du gehörst nicht zu den Leuten, die Pol gern hat.«
    Das stellte sich als gewaltige Untertreibung heraus. Beldin und ich verließen Maragor und überquerten die tolnedrischen Berge auf dem Weg ins Tal. Wir legten keine Eile an den Tag. Die Bemerkung meines grotesken kleinen Bruders über Polgara weckte in mir einige Befürchtungen -und sie waren in jeder Hinsicht gerechtfertigt.
    Während der Jahre des Herumstreifens hatte ich die Stille des Tales vermißt, und ein Gefühl tiefen Friedens umfing mich, als wir aus den Bergen kamen und auf unser Heim blickten. Die schmerzlichen Erinnerungen waren noch da, doch die Zeit hatte sie erträglicher werden lassen, obwohl ich oft etwas sah, das mir

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