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Bismarck 04

Bismarck 04

Titel: Bismarck 04 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Bleibtreu
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47. französische Jägerdivision, 153. Schwarze, nur 18 blieben im Kampfe, die andern waren schon verbraucht. Im Norden scheiterte eine Berennung des Kemmelberges völlig, am heftigsten tobte der Kampf auf der Linie Albert–Arras. Die Ancre östlich Albert hielt man immer noch gegen Australier und Kanadier, Below warf die Briten gänzlich in die Strecke Pusieux–Bucquoy–Moyenneville zurück, wobei Bayern und Württemberger mit Preußen wetteiferten. Das hessische R. Korps ließ sich nicht weiter verdrängen, während südwärts davon im Sommetal Garde und Hannoveraner ihr Bestes taten. Hundert Tanks wurden an einem Punkte zerschossen, wie früher bei Bray anreitende Kavalleriebrigaden fast vernichtet. So sicher rechnete Haigh schon auf Durchbruch, daß er Kavallerie einsetzte, wie immer unfruchtbar. Seine Verluste waren diesmal schwerer als die der Franzosen, sein restlos abgeschlagener Stoß endete mit gründlicher Niederlage. Der Durchschnittsverlust aller Sturmdivisionen seit 18. betrug sicher 50 %, Verteidigung wird schwerlich über 25 % gekostet haben. Am 24. machten Amerikaner östlich von Fismes etwas Fortschritte, während Australier bei Bray und die Londoner Division, unterstützt von ostenglischen, Mametz einnahmen und Walliser Truppen in den Mametzwald eindrangen.
    Poincaré überreichte dem kleinen schmächtigen Foch persönlich den Marschallstab, alles schwamm in Wonne! Doch die Verluste waren nicht wonnig. Unter anderm wurden drei Bataillone am Avre-Ufer vernichtet, ferner im Norden die neue Ancrebrücke durch einen Volltreffer zerstört, bei Courcelle dichte Sturmsäulen durch Kanonade aufgerieben. Die britische, kanadische und indische Reiterei suchten umsonst einzugreifen. Das Vordringen gegen die Hochfläche Bapaume–Combles aus Nordwest und Südwest machte nach dem schweren Ringen bei Achiet und Miraumont wenig Fortschritte. Marrwitz räumte zwar Thiepval und Bray, doch hielt sich länger bei Lihons, Vermondovilliers. Gegen Below gingen elf Divisionen Byngs vor ohne erheblichen Gewinn. Am heftigsten tobte der Kampf bei Gommecourt und Ervillers, wo Hannoveraner, Bayern, später Brandenb., Westfalen und Sachsen sich heldenmütig wehrten. Ein Sachsenbataillon hielt den Kuhberg bis zum Äußersten. Nach Umzinglung von Gommecourt brach sich die Besatzung nach Osten Bahn, eine Batterie feuerte bis zum letzten Mann und der letzten Granate. Am 25., 26. nahm der Angriff von Byng und Rawlinson seinen Fortgang, während an der Ailette preußische Gardetruppen die Franzosen bei Pont St. Mard schlugen. Dagegen mußte das andere St. Mard westlich Roye aufgegeben werden und Roye wurde immer mehr umfaßt.
    Offenbar zwangen wirtschaftliche (besonders Kohlennot) und innere Schwierigkeiten Foch zu rastlosen Versuchen, eine Entscheidung herbeizuführen, ehe der Winter hereinbrach. Sonst wäre sein Verhalten widersinnig gewesen, da er doch offenbar die volle amerikanische Hilfe hätte abwarten sollen. In London sprach man davon, daß im August 300 000 weiße Alliierte, ohne die Schwarzen zu rechnen, getötet oder verstümmelt worden seien. Der Erfolg solcher Opfer blieb aus, er war allzu bescheiden. Nördlich der Scarpe schlug Below den Feind bei Roueux ab, südlich des Flusses und südwestlich Bapaume verlor man Monchy, Tilloy, Martinpuich, behauptete dagegen Longeval und Montauban. Preußen, Sachsen und Bayern wetteiferten. Am 27. mußten die Trümmer von Roye und Chaulnes aufgegeben werden. Zwischen Scarpe und Somme schlug man sich immer noch bei Croisilles und Fay, Westpreußen, Pommern sowie Hessen-Nassauische und Elsasser Regimenter hielten wacker stand, 26. Artillerie schoß hervorragend in freiem Felde auf die feindlichen Massen. Foch hatte sämtliche Reserven aufgebraucht, auch Teile aus Flandern herbeigeholt. Die Entente schwor, im Ganzen bis 1. Sept. seit Mitte Juli 128 000 Gef., 2000 Gesch., davon die Briten 40 000 und 5–600, erbeutet zu haben, machte aber kein Hehl aus ihren Riesenverlusten und setzte ihre ganze Hoffnung in amerikanische Reserven. Die Trophäenziffer trägt um so mehr den Stempel der Erfindung an der Stirn, als die Franzosen dabei den Löwenanteil beanspruchen. Weder die in stolzer Ruhe abziehende 18. noch die unerschütterte 9., 7. A. können nennenswert Gef. u. Gesch. abgetreten haben, auch Belows Kämpfe sehen nicht nach Zusammenbruch aus, 2. A. allein könnte doch nicht solche Masse verlieren. Oder gab es bei ihr zahllose Überläufer?
    Am 27., 28. lag das

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