Dark Lights
verrückt? Natürlich nicht! Ich will eigentlich gar nicht regieren. Aber irgendjemand muss ja für Ordnung auf dieser Welt sorgen. Aber eines kannst du mir garantiert glauben: Ich werde es nicht so brutal angehen, wie mein Vater. Das weiß ich doch, Darren. Freundschaftlich haute sie mir auf die Schulter. Oh, ihre Frage war bloß ein Scherz gewesen? Okay, ich hätte es mir denken können. Na dann. Wir gingen weiter. Unzählige kleine Elfen flogen an uns vorbei und beobachteten mich finster. Wie konnten solche süßen, kleinen Wesen eigentlich so fies sein? Das war unglaublich. Von den grau gewordenen Wänden tropfte jetzt glitzernder Staub hinunter. Wow. Freust du dich schon? wollte ich wissen und biss mir auf die Lippen. Und wie! Wo werden wir eigentlich rauskommen? Hörbar atmete ich aus. Oh, verdammt! Daran habe ich gar nicht gedacht. Was meinst du? wollte sie wissen und zog verwirrt die Augenbrauen zusammen. Mein Vater darf sowohl dich, als auch mich, nicht sehen! Dass er mich nicht sehen darf, kann ich verstehen, aber warum musst du dich denn auch verstecken? Panik durchfuhr mich. Er hat sicher herausgefunden, dass ich in seinem geheimen Zimmer war. Denn ich habe aus Eile alles offen liegen lassen. Das bedeutet meinen Tod! Scheiße! Bist du wahnsinnig? Ich... weiß auch nicht, was mit mir geschehen war. Doch ich wollte dich so schnell wie möglich finden, um... Okay, ganz ruhig bleiben. Wir atmeten tief durch und gingen immer weiter zu dem kleinen, hellen Loch, dass das Ende des Ganges war. Patricia blinzelte ein paar mal. Oh man! Ich bin so aufgeregt! Freu dich nicht zu früh. murmelte ich finster, als mir in den Sinn kam, was uns noch erwartete. Vorsichtig lugte ich mit dem Kopf auf den Flur und gab ein Zeichen, um zu zeigen, dass die Luft rein war. Verdirb mir nicht alles, du Hohlkopf. Sie sah sich um und rümpfte dann die Nase. Hier hat sich aber auch gar nichts verändert. Ich weiß. Mein Dad steht nicht auf Veränderungen. Merk ich. sagte sie Soll ich mich gleich unsichtbar machen? Das wäre leichter für uns beide. Erstaunt glitten meine Augenbrauen nach oben. Du kannst sowas? Klar, was denn denkst du denn? Ehe ich mich versah, schien plötzlich nur noch Luft vor mir zu sein. Aber das war nicht so. Patricia ging immer noch neben mir her. Ich spürte ihre Anwesenheit genauso deutlich wie vorher. Und dann war sie wieder sichtbar. Gut. Wir sollten in den Kerker gehen. Marleen wird höchstwahrscheinlich dort sein. Ich wollte gar nicht wissen, was John ihr alles angetan hatte! Hoffentlich nichts allzu Schlimmes. Darren! rief auf einmal eine sehr bekannte, weibliche Stimme. Lächelnd drehte ich mich um. Hallo, Calydona. Ihre lilanen Haare waren, wie so oft, nach hinten zu einem Pferdeschwanz gebunden. Sie trug hübsche High Heels, eine schwarze Lederhose und ein enges, rotes, Top dadrüber. Du bist wieder da. Ihr Gesicht verfinsterte sich. Wo bist du gewesen? Wir haben uns alle Sorgen gemacht! Im Hexenreich. Patricia ist die einzige, die meinen Vater töten kann. flüsterte ich zurück. Oh, hi. Ich bin Calydona. stellte sie sich vor und reichte ihr die Hand. Dabei betrachtete sie das glitzernde, blaue Kleid. Freut mich. meinte Patricia lächelnd. Ihr habt vor, John umzubringen? Ihr spinnt doch! Nein, es muss sein. Ich ballte die Hände zu Fäusten. Ist er hier? Beim Rat, meine ich? Nein, er wird erst morgen wiederkommen. Hast du etwa vor, morgen schon anzugreifen? Darren, ist wirklich keine so gute Idee. Lass dich besser für eine Weile nicht bei deinem Vater blicken. Er hat wirklich Übles mit dir vor. warnte sie mich noch, ehe sie wieder verschwand. Arbeitet sie auch für John? wollte Patrcia nun wissen. Ja. Aber Calydona ist auf unserer Seite. Also, keine Sorge. Na dann. Langsam öffnete ich die eiserne Tür und wir gingen die lange Treppe hinunter. Der Geruch von Blut drang in meine Nase. Doch es war frisch. Marleen! Ohne nachzudenken, flitzte ich in übermenschlicher Geschwindigkeit zu ihrer Zelle. Doch was ich dann zu Augen bekam, war fast das Schlimmste, was es auf dieser Welt geben konnte. Ein Körper lag schlapp auf dem Boden. Einige Teile der Haut von dieser Person schienen... zerfleischt worden zu sein. Die dunklen Locken waren nass und voller Blut. Ich erkannte Marleen nur, weil sie noch den Wollpullover und die Jeans trug, die ich ihr gegeben hatte. Außer mir vor Wut riss ich die beschissene Tür heraus und drehte ihr sonst so schönes, makelloses Gesicht zu mir. Die eisblauen Augen waren
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