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Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3

Titel: Das Dorn-Projekt: Der frühe Homanx-Zyklus, Bd. 3 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alan Dean Foster
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genau. »Welches Beweismaterial können Sie vorweisen, um eine solche Behauptung zu stützen?«
    Der Thranx gestikulierte gewandt. Sarkasmus, selbstverständlich. »Überhaupt keine. Aber es ist eine inspirierende Vorstellung, nicht wahr? Und welche Alternativen haben Sie denn noch? Weitere Untersuchungen und Messungen? Für immer und ewig über die Ausmaße des Geheimnisses zu rätseln, ohne je den Versuch zu wagen, das Rätsel zu lösen?« Pilwondepat trat vor und legte seine linke Echt- und Fußhand auf den Unterarm des Menschen.
    »Ich weiß, dass Ihre Spezies mit uns im Großen Stock Geborenen eine ausgeprägte Neugier teilt. Sie möchten ebenso sehr wie ich wissen, was unter dieser äußeren Schicht aus massivem Material verborgen liegt.«
    »Möglicherweise noch mehr Schichten massiven Materials«, grunzte Cullen. »Aber Sie haben Recht. Wir werden morgen damit beginnen. Ich werde das nötige schwere Gerät bewilligen - und hinter der Sache stehen!«
    »Eins noch«, sagte Pilwondepat schnell, als der Mensch das Zelt verlassen wollte. »Es wäre förderlich, den AAnn von allen Entdeckungen fern zu halten, die vielleicht gemacht werden. Könnten Sie ihn solange fortschicken, irgendwohin, während man versucht, die äußere Schicht zu durchdringen? Eventuell zu einer Beratung mit seiner eigenen Gesandtschaft in Comabraeth oder auf irgendeine auf den ersten Blick bedeutsame Feldforschung?«
    Cullen sah den Thranx bedauernd an, nachdem er sich schnell umgeschaut hatte. »Sie wissen doch, dass ich ihm nichts befehlen kann, es sei denn, es könnte der Beweis erbracht werden, er habe irgendein Kolonialrecht gebrochen oder sich im Verlauf seiner Arbeit über geltende wissenschaftliche Konventionen hinweggesetzt oder seine Anwesenheit hier anderweitig unmöglich gemacht.« Ein dünnes Lächeln umspielte die Lippen des Grabungsleiters. »Ich fürchte, Ihre anhaltende Abneigung gegen Riimadu reicht hier nicht aus.«
    »Dann lassen Sie ihn wenigstens überwachen, während die Arbeiten durchgeführt werden!« Pilwondepat stellte seine Bitte nicht nur mit Worten, sondern ebenso mit seinen vierfingerigen Händen. »Wenn irgendetwas wirklich Bedeutsames aus der Erde geholt werden sollte, wird er es sofort der AAnn-Gesandtschaft hier auf Comagrave berichten.« Er zögerte, fragte sich, wie er am besten harte Fakten und Mutmaßungen in Balance halten könnte.
    »Tut mir Leid, Pilwondepat. Aber auch hier darf ich Ihrer persönlichen Paranoia nicht nachgeben. Ich habe ganz andere Sorgen, die mich beschäftigen - wie die, ob ich gerade im Begriff bin, die Öffnung oder Zerstörung von etwas in die Wege zu leiten, das von großer Bedeutung ist.« Er drehte sich auf seinen Sandalen endgültig um und verließ das große, nahtlose Zelt.
    Pilwondepat stand da und sah dem Menschen hinterher. Durch seinen Thorax hindurch spürte er das sanfte Summen des auf seinen Rücken geschnallten Luftbefeuchters, während dieser der trockenen Umgebungsluft jede Feuchtigkeit entzog und damit seine Lungen belieferte. Cullen Karasi, der zuvor zumindest mildes Interesse an den Schlussfolgerungen des Thranx-Exoarchäologen bekundet hatte, war nun voll und ganz darauf konzentriert, so schnell wie möglich zu erfahren, ob sich der Fund hier wohl als der bedeutendste in der kurzen Geschichte menschlicher Erforschung von Comagrave erweisen könnte. Er hatte gewiss keine Zeit mehr, sich um die Ängste eines mit zwei Antennen ausgestatteten, achtgliedrigen Fremdwesens zu kümmern, egal wie nachdrücklich dieses darauf bestand.
    Wenn die Menschen die AAnn nur besser kennen würden, brütete Pilwondepat frustriert vor sich hin, dann hätte ich diese Probleme nicht! Er zwang sich, ruhig zu bleiben. Was jetzt zählte, war, dass der Grabungsleiter den menschlichen Behörden in der Hauptstadt Pilwondepats Ermittlungsergebnisse übermittelte. Oder war Cullen zu sehr mit der hier gemachten, sich vor seinen Augen mehr und mehr enthüllenden Entdeckung beschäftigt, um das zu tun? Schlimmer noch, würde er die Reise ganz verschieben, sie womöglich einem seiner Untergebenen übertragen, einem Untergebenen mit fehlendem Verständnis oder Interesse für die Serie zufällig scheinender Ereignisse, die Pilwondepat so gewissenhaft zusammengetragen hatte?
    Der Thranx-Wissenschaftler hatte keine andere Wahl, als sich in Geduld zu üben. Sollte er die Angelegenheit forcieren, würde der Mensch abwehrend reagieren und die lebenswichtige Information niemals die entsprechenden

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