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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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Hintern?“, empörte sich Fabius hinter vorgehaltener Hand. „Dazu die Verbannung vom Tisch, was nichts anderes bedeutet, als dass Bruder Hugo mindestens ein halbes Jahr vom Boden essen muss und dreimal die Woche nur Wasser und Brot erhält.“ Ihm war anzusehen, dass ihn die Strafe trotz der angeblichen Milde entsetzte.
    „Was hast du erwartet?“ Gero warf ihm einen resignierten Blick zu. „Er kann froh sein, dass er dabeibleiben darf.“
    Damit nichts von der Vollstreckung zu den gewöhnlichen Arbeitern des Ordens nach draußen drang, hatte man sämtliche Fenster und Türen geschlossen, was die stickige Luft bedingte, die Gero und seinen Kameraden beinahe den Atem nahm.
    „Außerdem hat man ihn für diese Zeit sämtlicher Ämter enthoben, und er muss sich nun in der Beförderungsrangliste der Ritter ganz hinten einreihen“, raunte Brian of Locton, der dicht hinter Gero und Fabius stand.
    Hugo versuchte, sich die Schmach nicht anmerken zu lassen, als sie ihn vollkommen nackt ans Ende des Saales führten, dorthin, wo gewöhnlich die Führung des Ordens ihre Plätze einnahm. Seine Hand- und Fußgelenke wurden mit Stricken zwischen zwei Pfosten fixiert. Gero, der viele der Zuschauer überragte, konnte seinen Blick nicht von dem hellhäutigen Rücken des Mannes und seinem weißen, muskulösen Hintern abwenden, der – was die bevorstehende Tortur betraf – recht jungfräulich wirkte.
    „Bei Gott, der arrogante Hugo hat so richtig schön in die Scheiße gegriffen“, zischte Arnaud von der Seite her, als sie dicht gedrängt vor dem Delinquenten und seinem Folterknecht auf die Vollstreckung des Urteils warteten.
    Als der erste Peitschenhieb auf den Verurteilten herniedersauste, ausgeführt von einem eigens dafür ausgesuchten Bruder, sog Fabius neben Gero die Luft zwischen den Zähnen ein, als hätte man ihn persönlich geschlagen.
    Hugo selbst zuckte nur ganz kurz, ansonsten brachte er keinen Laut über die Lippen. Auch als die nächsten Schläge auf ihn niedersausten und die Peitsche die Haut an seinem Hintern aufplatzen ließ, presste er lediglich seine Lippen zusammen, gleichzeitig blähten sich seine Nüstern wie die eines wütenden Stiers. Gero bewunderte den Mann aufrichtig für diese unglaubliche Tapferkeit. Die Fähigkeit, Schmerzen zu unterdrücken, gehörte zu den sogenannten Geheimnissen des Ordens. Im Angesicht einer Hinrichtung durch die Heiden keine Furcht und keinen Schmerz zu zeigen war eine der wichtigsten Tugenden, die man als Ordensritter beherrschen musste. Schließlich war per Dekret geregelt, dass ein Bruder des Tempels grundsätzlich nicht gegen Lösegeld ausgetauscht wurde, wenn man in die Hände der Feinde geriet.
    „Stell dir vor, wir würden nun dort stehen“, flüsterte Fabius und verzog sein Gesicht zu einer angewiderten Grimasse.
    „Wir haben einzig Hugo zu verdanken, dass es nicht so ist“, erinnerte ihn Gero leise. „Wobei sich an uns niemand mehr die Finger schmutzig machen würde. Sie würden uns rausschmeißen, und das wär’s.“

Kapitel VI

    I n den Wochen und Monaten darauf herrschte in der Ordensburg eine merkwürdige Stimmung. Von Warda hatte Gero indessen nichts mehr gehört. Und in Anbetracht der Lage hatte er es vorgezogen, nicht von selbst Kontakt zu ihr aufzunehmen. Weniger zu seiner als zu ihrer eigenen Sicherheit. Er konnte nur hoffen, dass sie ihr Versprechen hielt und ihn irgendwie benachrichtigte, falls die Schergen des Königs nach ihr suchten. Ihre Mitstreiterinnen hatte man angeblich der Heiligen Inquisition übergeben und der ketzerischen Verderbtheit angeklagt, weil sie Ordensmänner und Priester verführt hatten, was den Frauen leicht einen grausamen Tod einbringen konnte. Auch der Orden sah sich plötzlich mit strengen moralischen Forderungen seitens der Kirche konfrontiert.
    Mit dem einbrechenden Winter war alle Heiterkeit verflogen, und es schien, als hätte das vorangegangene Urteil die Ordensritter und ihre Novizen wieder an ihre eigentliche Bestimmung erinnert. Nicht, dass es keinerlei sonstige Verfehlungen unter den Brüdern gegeben hätte, aber der Fall d’Empures war etwas Besonderes. Schon allein weil ihm eine politische Bedeutung zugemessen wurde. Jacques de Molay musste sich von allen Seiten immer wieder Anschuldigungen gefallen lassen, was die Moral des Ordens betraf. Normalerweise wischte er diese immer galant vom Tisch und hob den Mut seiner Männer hervor und deren Bereitschaft, jederzeit für Papst und Kirche zu sterben. Aber dieses

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