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Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack

Titel: Das Geheimnis des Templers - Collector's Pack Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Martina André
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den kommenden Sonntag festlegen. Denn welcher Tag würde besser für die Ordensweihe passen als das Hochfest Mariä Verkündigung. Während der Matutin von Samstag auf Sonntag werdet ihr zu Ehren Unserer Lieben Frau zu Templern auf Lebenszeit ernannt werden, wenn ihr es denn immer noch wollt.“
    Die Novizen reagierten allseits mit erfreuten Mienen. Von Nichtwollen konnte nach all den Strapazen und Entbehrungen der vergangenen Monate wohl kaum die Rede sein. Obwohl irgendwann natürlich damit zu rechnen gewesen war, kam die endgültige Aufnahme in den Orden nun doch überraschend schnell. Gero dachte darüber nach, ob es ein Zufall war oder Gottes Fügung, dass seine Aufnahme als Ritter des Tempels ausgerechnet auf den 25. März fiel – und damit nicht nur auf einen der höchsten Feiertage des Ordens der Templer, sondern zudem auf seinen zweiundzwanzigsten Geburtstag.
    Mit diesem denkwürdigen Datum begann für Gero nun ein neues Lebensjahr, und zugleich ein neuer Lebensabschnitt, in dem er all das wiedergutmachen konnte, was er in seinem vorherigen Dasein verwirkt hatte. Die anderen schienen ähnlich begeistert zu sein. Sie riefen alle wie aus einem Mund „De par Dieu, Beau Seigneur!“ und besiegelten damit ihre Bereitschaft, endlich ein vollwertiges Mitglied der „Miliz Christi“ zu werden.
    „Bevor ich es vergesse“, fügte de Molay beinahe andächtig hinzu. „Am Mittwoch danach läuft euer Schiff nach Antarados aus. Zusammen mit eurer gesamten Ausrüstung und euren Schlachtrössern werdet ihr für unbestimmte Zeit auf unsere Festung vor Tortosa verlegt. Dort könnt ihr euren Mut und eure Ausdauer weiter unter Beweis stellen. In Absprache mit Aimery von Zypern sind weitere Eroberungszüge landeinwärts ins Heilige Land geplant, um die Ausbreitung der Mameluken einzudämmen und den Weg für eine neue Invasion zu bereiten. Ich hoffe, dass ihr mich nicht enttäuschen werdet. Gott beschütze euch. Abtreten!“

Kapitel VII

    G ero musste an Lissy denken, als er am darauffolgenden Samstagabend an Leib und Seele gereinigt mit den übrigen Brüdern die unterirdische Krypta der Kathedrale Saint Marie betrat. Den ganzen Tag über hatten sie gebetet, gefastet und in Andacht verbracht. Ausnahmslos in weiße Gewänder gehüllt, erlebten sie nun unter Ausschluss von Nichteingeweihten ihre Vereidigung als Tempelritter.
    Der von gewaltigen Säulen gestützte Gewölbekeller unter der Kathedrale wurde von unzähligen brennenden Kerzen illuminiert. Zwei Ordenspriester sorgten mit pendelnden Weihwasserkesseln für eine nebelgeschwängerte, beinahe unheimliche Atmosphäre. Gregorianische Gesänge begleiteten ihren Einmarsch und ließen die Zeremonie nahezu überirdisch erscheinen.
    Im Halbdunkel des Altars hatten sich sämtliche Würdenträger des Ordens versammelt, die das Ordenskapitel von Zypern augenblicklich zu bieten hatte. Bereits am Vormittag hatten sie der Aufnahme aller Novizen in einer außerordentlichen Kapitelversammlung einstimmig ihre Zustimmung erteilt.
    Neben Aymo d’Oiselay war selbstverständlich Jacques de Molay als Großmeister anwesend, und sogar Ordensmarschall Bartholomäus de Chinsi, der oberste Heerführer der Templer, gab sich zur Vereidigung der neuen Ritterschaft die Ehre. Auch wenn er vorwiegend aus anderen Gründen mit jenem Schiff auf die Insel gekommen war, mit dem sie schon am übernächsten Tag nach Antarados übersetzen sollten. Großgewachsen, breitschultrig, fast glatzköpfig und glutäugig, mit einem dichten schwarzen Bart, der ihm bis auf die Brust reichte, wirkte de Chinsis ganze Erscheinung beeindruckend und sein Auftreten höchst diszipliniert. Am Tag zuvor hatte er anlässlich der bevorstehenden Weihe eine vielgelobte Rede gehalten, in der er vor den zukünftigen Ordensrittern über deren bevorstehende Aufgaben referierte. Er hatte sie schonungslos darauf vorbereitet, dass er von ihnen vollen Einsatz erwartete, wenn es um die Rückeroberung des Heiligen Landes ging. Dazu gehörten auch die Zermürbung des Feindes mit regelmäßigen Überfällen entlang der Küste von Syrien, das Kapern von Schiffen und ein striktes Vorgehen gegenüber den Heiden, das keinerlei Erbarmen duldete. Schon allein, um die Wasserversorgung auf der Festung gewährleisten zu können, würden sie schutzlose Dörfer überfallen müssen, deren Brunnen garantiert nicht vergiftet waren. Außerdem waren diese Beutezüge hervorragend geeignet, um ganz nebenbei die Versorgung der ungefähr neunhundert Menschen auf

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