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Das Reisebureau Thompson und Comp.

Das Reisebureau Thompson und Comp.

Titel: Das Reisebureau Thompson und Comp. Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michel Verne
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so aus, als ob Miß Margaret ihn in diese schlimme Lage zu versetzen gewillt wäre. Ja, es war daran kein Zweifel möglich, wenn man die ermutigende Weise sah, womit sie ihm zuhörte.
    Außer den Misses Blockhead waren in der Karawane also alle glücklich, was ja sehr natürlich ist, wenn man einem so entsetzlichen Schicksale, wie das den Touristen drohende, eben mit knapper Not entgangen war. Morgan lebte im Anblick Alicens, Roger lachte vom Morgen bis zum Abend mit Dolly, Baker ließ seine Gelenke allegro knacken, und der Pfarrer Cooley schickte Dank gebete zum Himmel empor. Van Piperboom – aus Rotterdam – der aß. Nur zwei Gesichter blieben traurig unter all den heitern Gesichtern.
    Der eine Träger eines solchen wandelte sorgenvoll zwischen den Gefährten umher, indem er an den Verlust einer gewissen Geldtasche dachte, den er ewig beweinen würde. Der andre, dem seine gewöhnliche Portion Alkohol fehlte, wunderte sich, daß er immer so nüchtern wäre, und meinte, im Weltall müsse da etwas aus den Fugen gegangen sein, oder wenigstens, die Erde möchte sich wohl nicht mehr drehen.
    Da bot sich Thompson die Gelegenheit, das Glück vielleicht beim Schopfe ergreifen zu können. Johnson hätte sicherlich die verlorne Geldtasche für einen Vorrat der Getränkesorten ersetzt, an denen sein Herz so zärtlich hing. Leider hätte dem Kaufmann nur die Ware gefehlt, da der Anführer der französischen Hilfstruppe die Mitnahme von Alkohol nicht für nötig erachtet hatte.
    Johnson mußte folglich auf seine Lieblingsgetränke verzichten, und das zwanzig Tage lang, die es dauerte, bis Saint-Louis erreicht wurde. Doch wie entschädigte er sich dafür! Kaum zwischen den Häusern der Stadt, hatte er seine Gefährten schon verlassen, und die, die ihm am Abend begegneten, sahen auf den ersten Blick, daß er die verlorne Zeit gewissenhaft eingeholt hatte.
    Wenn auch nicht ohne Beschwerden, verlief die Rückreise unter dem Schutze der französischen Bajonette doch ohne Gefahr. Kein bemerkenswerter Unfall ereignete sich während der dreihundertfünfzig Kilometer langen Wanderung durch die Sahara.
    In Saint-Louis fehlte es nicht an Teilnahme, alle Welt bemühte sich da, den so grausam geprüften Touristen auf jede Weise behilflich zu sein. Diese hatten es aber eilig, in ihr Vaterland und ihre Heimstätten zurückzukehren, und bald beförderte ein bequemes Paketboot die Kunden der Agentur Thompson und auch den unglücklichen General-Unternehmer nach Hause.
    Weniger als einen Monat, nachdem sie so glücklich den Mauren und den Tuaregs entgangen waren, landeten alle unversehrt am Kai der Themse.
    Thompson gereichte das zu einer wahren Erleichterung; er sah sich endlich von Piperboom befreit. Der friedliebende Holländer, dessen Reiseeindrücke erraten zu haben sich keiner rühmen konnte, ließ seinen Pflegevater im Stiche, sobald er das Londoner Pflaster unter den Füßen spürte. Den Reisesack in der Hand, verschwand er in der nächsten Straße und sein Geheimnis mit ihm.
    Seinem Beispiele folgten die übrigen Touristen und stoben auseinander, die einen zu neuem Vergnügen, die andern zu ihren Pflichten.
    Der Pfarrer Cooley fand die Herde seiner Getreuen unverändert wieder, nachdem diese ihren Seelsorger schon längere Zeit beweint hatte.
    Der Kapitän Pip, dem Artimon wie immer auf den Fersen blieb, Mister Bishop, Mr. Flyship und die andern Seeleute gingen nur ans Land, um sich schleunigst wieder dem unsichern Meere anzuvertrauen, und Mr. Roastbeaf und Mr. Sandweach zögerten auch nicht, sich wieder in den Dienst manchmal zufriedner und häufig unzufriedner Passagiere zu begeben.
    Ehe er aber seine Freiheit wieder erlangte, mußte der Kapitän Pip noch die Dankesbezeugungen der frühern Touristen von der »Seamew« über sich ergehen lassen. Diese wollten ihren Kommandanten nicht verlassen, ohne ihm ihre Anerkennung für alles das auszudrücken, was er für sie getan hatte. Der Kapitän kam dadurch nur in Verlegenheit; er schielte auffallend und schwor beim Barte seiner Mutter, daß sein Artimon dasselbe auch getan haben würde. Aus seiner Zurückhaltung trat er nur ein wenig heraus, als er von Robert Morgan Abschied nahm. Er drückte ihm dabei die Hand mit einer Wärme, die besser als viele schöne Worte bewies, welche besonders hohe Achtung er vor dem frühern Dolmetscher der »Seamew« hegte, und Morgan fühlte sich tief erregt durch die herzliche Anerkennung eines in Sachen der Ehre und des Mutes so kompetenten Richters.
    Was

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