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Das Vermächtnis von Thrandor - Der Pfad der Jägerin

Das Vermächtnis von Thrandor - Der Pfad der Jägerin

Titel: Das Vermächtnis von Thrandor - Der Pfad der Jägerin Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Mark Robson
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Ihr wollt? So leicht wird er sich nicht beeindrucken lassen.«
    »Oh ja, da habt Ihr recht … So ein Plan wäre nicht viel wert. Aber Barrathos soll ja nicht einen beliebigen Dämon rufen, sondern einen Gorvath.«
    »Einen Seelenfresser!«, keuchte jemand. Entsetzen und Ehrfurcht lagen über dem Raum.
    »Aber der alte Barrathos kann einen Gorvath doch niemals beherrschen …«
    »Allein nicht«, unterbrach ihn Vallaine, »das stimmt. Nur die größten Hexenmeister können einen Gorvath allein lenken. Und obwohl Barrathos zu seiner Zeit mächtig war, bezweifle ich, dass er jemals dazu in der Lage gewesen wäre. Mit unserer Hilfe jedoch ist es möglich.«
    »Mit unserer Hilfe?«, fragte Cillverne überrascht. »Ich weiß so gut wie nichts über die Hexenkunst, und ich vermute, den anderen geht es genauso. Was könnten wir ausrichten?«
    »Wir könnten ihm unsere Macht und unsere Willenskraft leihen. Soweit ich weiß, hat die Hexenkunst viel mit Geisteskraft zu tun. Wenn wir Barrathos stärken, dürfte er der Aufgabe gewachsen sein.«
    »Was ist, wenn wir den Dämon heraufbeschwören
und er sich unserer Gewalt entzieht?«, fragte jemand zaghaft.
    »Das wäre mehr als unangenehm«, antwortete Vallaine finster. »Aber das wird nicht geschehen. Und ohne die Last einer Seele wird unser junger Freund wie Wachs in unseren Händen sein. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Thrandor fällt.«
    »Oder anders ausgedrückt: Wenn es uns nicht gelingt, so helfe uns Shand!«, murmelte Torvados, so leise, dass Vallaine es nicht hörte.

    Hätte sie nur nicht mit Derra gesprochen, dachte Jenna verbittert. Seither war fast eine Woche vergangen und Jenna stand ständig unter Beobachtung. Mittlerweile hatte sie es sich aus dem Kopf geschlagen, unbemerkt aus der Burg zu schlüpfen, denn wo sie ging und stand, hatten die Korporale Alana und Bek oder Sergeantin Derra ein wachsames Auge auf sie.
    Ihr blieb nichts anderes übrig, als abzuwarten. Sie musste sich unauffällig verhalten und auf eine gute Gelegenheit hoffen. Bis es so weit war, traf sie die nötigen Vorbereitungen für die anstehende Reise.
    Jenna hortete die Kekse, die sie als Marschration erhielt, in ihrem Rucksack. Ein Kletterseil, allerdings nicht sehr lang, kam dazu, ebenso ein Paar gefütterter Handschuhe, die sie sich aus ihrem Besitz beim Quartiermeister holte. Ein kleines Beil, eine Angel, Haken und Bindfaden füllten nach und nach Rucksack und Gürteltaschen.
    Falls einer ihrer Beobachter diese heimlichen Vorkehrungen bemerkte, so sprach er sie nicht darauf an. Allerdings fiel ihr auf, dass sie, wenn sie zur Streife eingeteilt
war, immer in der Nähe des Truppführers aufgestellt wurde.
    Die Stärke der Spähtrupps war seit dem Überfall auf Calvyns Gruppe fast zwei Wochen zuvor verdoppelt worden. Es hatten sich noch ein oder zwei kleinere Scharmützel ereignet, doch im Großen und Ganzen hatten sich die Shandeser kaum blicken lassen. Auf Burg Keevan wunderte man sich über diese Ruhe. Warum hatten die Shandeser ihren Vorteil nicht genutzt? Warum hatten sie den Überfällen keinen Feldzug folgen lassen? Die Gelegenheit wäre günstig gewesen, als die thrandorischen Streitmächte wegen des Nomadeneinfalls nach Mantor gezogen waren. Doch die Shandeser hatten sich nach jedem Überfall einfach wieder zurückgezogen. Es war unbegreiflich. Wie sollte man gegen einen Feind vorgehen, der kein erkennbares Ziel verfolgte?
    Diese und viele ähnliche Fragen beherrschten die Gespräche beim Essen. Doch niemand hatte eine Antwort parat. Der Baron kam regelmäßig mit den anderen Heerführern zusammen, um Neuigkeiten auszutauschen und eine Strategie zu entwickeln, aber falls sie mehr wussten als die gemeinen Soldaten, war Jenna nichts davon bekannt.
    Allerdings nutzten die Hauptleute die unverhoffte Ruhepause gut. Wenn die Soldaten nicht auf Streife oder mit dem Waffentraining beschäftigt waren, verstärkten sie die Verteidigungsanlagen rund um die Burg. In verschiedenen Entfernungen von der Burgmauer wurden Markierungen angebracht, damit die Bogenschützen ihre Reichweite besser abschätzen konnten. Ein großer Vorrat an Pfeilen wurde hergestellt und in Bündeln rund um die Mauer verstaut und in Gerrans Schmiede entstanden unablässig neue Schwerter, Pfeil- und Spießspitzen und alle möglichen anderen Waffen und Werkzeuge.

    Zuletzt wurde der alte Verteidigungsgraben rund um die Burg neu ausgehoben. Die Erde schüttete man dahinter auf, um dem Feind ein weiteres Hindernis

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