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DEAD SHOT

DEAD SHOT

Titel: DEAD SHOT Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jack Coughlin
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geben, sich irgendwo mit eingezogenem Kopf zu verstecken. Als ausgebildeter Scharfschütze nahm Tipp sich Zeit zum Zielen und schaltete seine Gegner aus. Der Geruch von verbranntem Kordit breitete sich in dem Scharfschützenversteck aus.
    Links von Kyle kniete Travis Hughes, hob sich den RPG-7 Granatwerfer auf die Schulter und feuerte eine Granate ab, die mit einem lauten Wuusch aus dem Rohr flog. An der Granate klappten vier Steuerschwänze auf, um den Flug zu stabilisieren. Mit einem glühend heißen roten Feuerschweif sauste das hochexplosive Geschoss in Richtung der Ladezone, brachte die Metallbehälter dort zur Explosion und setzte das tödliche Gas frei.
    Der Hinterhalt war in vollem Gange, und bislang hatte keiner der Gegner einen Schuss abfeuern können. Nicht einer dort unten war überhaupt an eine Waffe gekommen.
    Delara Tabrizi verfolgte die Zerstörung durch den Feldstecher, die Wangen gerötet vor Aufregung und Zorn. »Tötet sie«, stieß sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. »Tötet sie alle!«
    Im Gebäude hörte Juba die Schüsse, und drei Sekunden später erschütterte die RPG-Explosion den Betonkomplex. Dreck und Schutt flogen durch die Luft. Mit einem Angriff hatte Juba nicht gerechnet, begriff aber sofort, dass seine Situation sich von Grund auf verändert hatte.
    »Was ist passiert?« Direktor Kahzahee, der bereits zur Tür geeilt war, blieb unvermittelt stehen und drehte sich erschrocken um.
    Juba lief zur Tür, spähte durch den Türspalt und warf dann einen Blick aus einem Seitenfenster. Die Leute draußen liefen durcheinander und suchten Deckung. Rauch breitete sich am Boden aus, während ein nebelartiger Schleier in die Luft stieg. »Entweder sind die Iraner im Anmarsch, um die Anlage zu stürmen, oder Banditen greifen an. Das sieht nicht gut für uns aus.«
    »Die Idioten feuern auf die Behälter in der Ladezone! Einige der Kanister sind noch mit Gas gefüllt!« Der Direktor ließ seinen Aktenkoffer fallen und griff hastig nach einem ABC-Schutzanzug, der an der Wand hing. Im selben Moment traf eine weitere RPG-Granate die Gasbehälter und ließ das Gebäude erzittern.
    Gas! Juba wurde von Panik erfasst und musste sich zwingen, Ruhe zu bewahren und die Gedanken zu ordnen. Ihm blieb keine Zeit, umständlich in einen Schutzanzug zu steigen, aber wenn er einfach nur dastand, hatte er auch keine Chance. Er musste ins Freie!
    Schnell zog er die Heckler & Koch 9-mm-Pistole aus dem Halfter am Gürtel und schoss Direktor Kahzahee zwei Kugeln in den Kopf. Dann packte er den Aktenkoffer und sprang durch die intakte Scheibe eines der Seitenfenster nach draußen.
    Geschickt rollte er sich am Boden ab, eingehüllt in einen wahren Schauer aus Glassplittern, die ihm in die Haut schnitten. Das ist nicht die iranische Regierung , schoss es ihm durch den Kopf. Das sind Dissidenten, die die Anlage erobern und die Geheimnisse in alle Welt tragen wollen. Dadurch stellen sie das Regime in Teheran als Monster dar.
    Juba sprang auf und rannte zu einer kleinen Vertiefung, um den Abstand zwischen sich und den unsichtbaren Schützen zu vergrößern. Er konnte nur hoffen, dass er schneller war als die sich ausbreitende Gaswolke. Den Wind spürte er an der rechten Wange, er kam also nicht von hinten. Daher glaubte Juba, noch eine Chance zu haben. Im Gesicht und auf den Armen spürte er erste Tropfen.
    Die Geschosssalven der Angreifer wurden nun von dem Dauerfeuer eines AK-47 erwidert, das auf Automatik gestellt war. Einer der tschetschenischen Söldner setzte sich zur Wehr, zog die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich und verschaffte Juba einen Vorsprung. »Juba!«, rief der Mann. »Starte den Hubschrauber!« Er bangte um seinen Gehaltsscheck.
    Juba hatte sich nun aufgerichtet und sprintete keuchend zu der Stelle, an der ein alter UH-1 Helikopter vom Typ Huey stand. Die Tröpfchen regneten weiter vom Himmel. Die Rotorblätter begannen sich langsam zu drehen, und der Motor erwachte mit einem Stottern. Völlig außer Atem erreichte Juba den Vogel, sprang durch die Seitentür in den Laderaum und drehte sich flach auf den Rücken, die Hand fest um den Griff des Aktenkoffers geschlossen. »Los!«, schrie er. »Das Gas ist in der Luft!«
    Die Amerikaner hatten eine Menge altgedienter Hueys an den ehemaligen Schah verkauft, bevor er gestürzt wurde. Im Iran waren diese Helikopter ein gewohnter Anblick. Der Pilot hatte den Start vorbereitet, ehe überhaupt der erste Schuss gefallen war. Über ein paar Querschläger

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