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Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine

Titel: Der Graf von Sainte-Hermine - Dumas, A: Graf von Sainte-Hermine - Le Chevalier de Sainte-Hermine Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alexandre Dumas
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Indien als mindere Währung verwendet werden; er war vielleicht fünfzehn bis zwanzig Francs wert. Die Negerin wollte ihm die Hände küssen.
    Als er sah, dass sie unbeschwert gehen konnte und unverletzt war, pfiff er den Unbezwingbaren herbei, sprang ihm auf den Rücken und ritt zum Haus zurück.
    Justin erwartete René, um ihn zu beglückwünschen. Er hatte mit angesehen, wie René das Pferd bestiegen und gezähmt hatte, das bisher niemand außer ihm hatte reiten können.
    Sie plauderten noch, als die alte Frau, der René begegnet war, in den Hof kam und einige der Dienstboten etwas fragte. Nachdem sie geantwortet hatten, betrat sie das Haus und war nicht mehr zu sehen.
    »Wer ist diese Frau?«, fragte René.
    Justin zuckte die Schultern. »Das ist eine Hexe«, antwortete er. »Wer zum Teufel mag diese Giftmischerin herbestellt haben?« Dann sah er, dass René noch seine Morgenkleidung trug, indes Sir James in Galauniform die Treppe herunterkam. »Ich glaube, Sie werden sich verspäten, Monsieur René«, sagte Justin, »die Trauung ist für zehn Uhr vormittags angesetzt.«
    René zog seine Uhr hervor, die Viertel vor neun anzeigte. »Ach, schon gut«, sagte er, »ich habe mehr als genug Zeit.«
    Dennoch ging er ins Haus. Zu seinem großen Erstaunen sah er die Negerin aus Janes Zimmer treten, als er den Salon durchquerte. Was hatte sie dort zu suchen?
    Er trat zu ihr und stellte ihr Fragen; sie bedeutete ihm jedoch mit Kopfbewegungen, dass sie ihn nicht verstehe, und ging weiter.
    René wollte Jane aufsuchen und sie befragen, doch ihre Zimmertür war abgeschlossen, und als René sie bat, ihm zu öffnen, erwiderte Jane nur: »Unmöglich, ich kleide mich gerade an.«
    René ging in sein Zimmer; in wenigen Minuten hatte er seine Morgenkleidung gegen seine elegante Korsarenuniform eingetauscht.
    Er ging hinunter und fand im Speisezimmer den Priester vor.
    Seit man wusste, dass der Priester kommen würde, war Adda damit beschäftigt gewesen, ein Messgewand für ihn anzufertigen, denn die Vorstellung, dass er in seinem schwarzen Gewand die Trauung vollzöge, war für sie zu traurig. Mittels einer Wasserpflanze, deren Saft in Indien dazu dient, Priestergewänder golden zu färben, war es ihr gelungen, durch Färben und Sticken ein Messgewand herzustellen, das selbst in Europa als Kunstwerk gegolten hätte.

    Pater Luigi hatte sich nie zuvor so prunkvoll ausstaffiert gesehen, und er strahlte vor Freude.
    Um zehn Uhr brannten die Kerzen auf dem Altar. Alle Mitglieder des Haushalts waren anwesend.
    Jane war so entkräftet, dass der Priester vorschlug, sie solle sich auf jemanden stützen, um zur Kirche zu gelangen; sie stützte sich auf Renés Arm.
    Es muss kaum eigens gesagt werden, dass es im Land des Betels kein Standesamt gab. Es wurde keine Ziviltrauung vorgenommen, sondern nur eine kirchliche Trauung.
    Die Allee aus blühenden Bäumen, die von der Haustür bis zur Tür der Kapelle führte, setzte alle in Erstaunen, ausgenommen jene, die sie angelegt hatten; man hätte meinen können, sie wäre über Nacht herbeigezaubert worden.
    Die Heiratsurkunde und der Ring waren aus Europa mitgebracht worden.
    Nachdem der Priester dem jungen Paar die traditionellen Fragen gestellt hatte und beide sie beantwortet hatten, steckte er Hélène den Ring an den Finger; im selben Augenblick seufzte Jane auf und sank auf das Betpult vor ihr.
    René reichte ihr verstohlen ein Fläschchen mit Riechsalz. Jane wusste, wie schmerzlich es für alle anderen sein musste, wenn sie ihren Kummer so unverhüllt zur Schau stellte, und sie nahm all ihre Selbstbeherrschung zusammen, so dass es aussah, als hätte sie nur niederknien wollen.
    Allein Hélène und René wussten, wie es wirklich um sie stand.
    Jane wollte am Hochzeitsschmaus teilnehmen, doch ihre Kräfte ließen sie im Stich; sie musste aufstehen und den Tisch verlassen.
    René wechselte einen Blick mit Hélène; sie bedeutete ihm zu bleiben, doch nach fünf Minuten sagte sie laut: »René, sehen Sie doch bitte nach Jane; Sie sind gewissermaßen unser Hausarzt, und ohne die arme Jane, die seit einiger Zeit recht leidend ist, hätten Sie fast nichts mehr zu tun.«
    René sprang von seinem Stuhl auf und eilte zu Janes Zimmer.
    Er fand sie auf dem Boden liegend vor; weder Chaiselongue noch Bett hatte sie erreicht.
    Er ergriff sie unter den Achseln, schleppte sie zum Fenster und bettete sie in einen Sessel.
    Er fühlte ihren Puls; ihr Herz klopfte nicht, sondern jagte; von tiefster Schwäche ging

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