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Der Katzenelf (German Edition)

Der Katzenelf (German Edition)

Titel: Der Katzenelf (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Ilsebill
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wegbrachte. Und er berichtete den in der Küche neugierig lauschendem Schlosspersonal, dass die Frauen seltsam getorkelt wären, so als hätte man sie aus tiefem Schlaf geholt. Keine hatte geschrien, alle ließen sich gleichgültig in das Gefährt setzen, dessen vorgespannte Pferde in schnellem Schritt gegen die Roten Berge und damit zur Grenze trabten. Er wollte gerade noch ein paar Einzelheiten erzählen, als er dringend zu Nitara gerufen wurde. Da jeder im Schloss schon ihre Grausamkeit zu spüren bekam, wenn man nicht sofort die Befehle dieser hellhaarigen, herrischen Frau ausführte, eilte er schnell in ihre Gemächer. Doch er kam nie mehr zurück. Seine Leiche wurde einige Tage später außerhalb der Felsenmauer, durch die ein Tor in die Wüste führte, gefunden. Er hatte wohl seine letzten Tage in einer der Schenken verbracht, denn er lag in seinem eigenen Erbrochenen und stank nach Wein und Bier.
    Nitara und Dana, die beiden neuen Frauen am Hofe des Drachenkönigs, brachten Unruhe ins Schloss und ins gesamte Rote Land. Die Kranken, Pflegebedürftigen und Armen, um die sich Sawa jahrelang gekümmert, die sie aufopfernd versorgt und gepflegt hatte, waren seit der Abreise der Drachenkönigin vergessen und niemand kümmerte sich um sie.
    Die neue Konkubine erklärte dem König, dass es sinnlos sei, Arme zu unterstützen, da sie ja doch immer noch mehr forderten und er sein Vermögen dringend zur Aufstockung seines Heeres und der Kriegsgeräte benötigen würde. Sie warnte ihn eindringlich vor den Steppenvölkern und bewog ihn, sogar der Elfenkönigin zu misstrauen. Sie sagte: „Geliebter Yul, du bist viel zu leichtgläubig! Mondiana ist mit den Menschen und dem Land der Kleinen Leute verbündet, und du weißt doch wie gierig die Zwerge nach Bodenschätzen sind. Glaubst du wirklich, dass dir die Elfenkönigin beisteht, wenn die Zwerge deine Rubine schürfen und plündern? Du weißt doch, dass sie seit langem Elfenkrieger in diesem Land abgestellt hat. Glaube mir, auch diese sind bestechlich! Ich habe Armeen von ihnen bei unserer Durchreise gesehen! Die sind nicht nur zum Schutz der kleinen Leute abkommandiert! Nein, ich weiß, dass sie planen, deine Rubine und dein Gold an sich zu bringen. Du musst dringend dein Heer aufrüsten, mein Lieber. Frag doch Selek, er ist ein erfahrener Krieger und dein Freund. Niemals würde er dir einen falschen Rat geben!“
    Zur gleichen Zeit, ein paar Schlafzimmer weiter, flüsterte Dana Selek ins Ohr, während sie ihr schönes Haar wie seidene, zärtlich streichelnde Federn über seine nackte Brust gleiten ließ: „Liebster, ich habe manchmal so Angst und ich träume immer wieder von Überfällen von Elfenkriegern und Soldaten der Kleinen Leute, die nach Yuls Gold, Rubinen und unser aller Leben gieren! Ich habe bei unserer Reise durch das Land der Kleinen Leute viele, viele Elfenkrieger mit ihren Hämatitschildern und eisernen Brustpanzern gesehen, ausgestattet mit flammenden Pfeilen, die vorher in giftiges Krötenblut getaucht, schreckliche Qualen und den unabwendbaren Tod bringen! Kurz bevor wir Euch trafen, sahen wir im Grenzgebiet einen tödlich getroffenen Drachen, der sich vor Schmerzen wand und dem blutiger Schaum aus dem Maul troff. Wenn du nicht achtsam bist, werden sie uns alle vernichten! Mondiana ist nicht die gütige Elfenkönigin, die sie zu sein vorgibt! Seit Sonnas ihr den Thron übergab, giert sie nach Gold, euren Rubinen und Macht. Sie war sehr oft an Pagiels Hof und beide schmiedeten dunkle Pläne, auch Quarzo ist ihr schon verfallen und dient ihr wie ein Lakai. Ihr müsst aufrüsten, das ist sehr, sehr wichtig, du musst Yul überzeugen, versprich es!“ Wie zarte Schmetterlingsflügel ließ sie ihre Lippen innig über seinen Körper gleiten, und lustvoll stöhnend versprach er alles was sie wollte.
    Yul und Selek warben neue Soldaten an und ließen noch gefährlichere Waffen schmieden. Sie holten sich kriegsfachkundige Männer von den wilden Steppenvölkern, die weit hinter dem Verborgenen Reich lebten und nichts von dessen Bewohnern wussten. Sie bezahlten sie großzügig mit Gold und Rubinen. Auch Nitara und Dana forderten von Yul hemmungslos Schmuck und Reichtümer, und bald wurden die sagenhaften Schätze des Drachenkönigs weniger, seine Kriegsstärke jedoch immer größer.
    Während dieser Zeit sandte Quarzo seinem Vater einen Brief, indem er ihm glücklich von seiner Braut und seiner bevorstehenden Hochzeit erzählte. Auch Sawa fügte ein paar Zeilen

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