Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Der Menschensammler - Dicte Svendsen ermittelt Kriminalroman

Titel: Der Menschensammler - Dicte Svendsen ermittelt Kriminalroman Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Elsebeth Egholm
Vom Netzwerk:
Mortensen. Darum war es auch ein Leichtes gewesen, einen Durchsuchungsbeschluss vom Staatsanwalt zu bekommen. Er sah auf die Uhr. In genau anderthalb Stunden würde die Spurensicherung ausrücken. Zwar nahm er nicht an, dass der Mord tatsächlich in Arne Bays Wohnung stattgefunden hatte, aber eventuell würde es ihnen gelingen, der Wahrheit mit der Durchsuchung ein Stück näher zu kommen. Selbstverständlich würden sie auch |220| die Nachbarn befragen müssen, ob sie etwas Auffälliges bemerkt haben.
    Er klingelte an der Tür der Kriminaltechnischen Abteilung, die wegen der Vielzahl von Beweismitteln aus sicherheitstechnischen Gründen grundsätzlich verschlossen war. Der Leiter der Abteilung, Erik Haunstrup, öffnete ihm und begrüßte ihn mit seinem Mick-Jagger-Grinsen und der flammendroten Haarpracht, die dringend die Bekanntschaft mit einer Schere benötigte.
    »Bist du wegen des Handys hier?«
    Wagner nickte. Wie erwartet, hatte es sich in der kleinen Handtasche befunden.
    »Schon irgendwelche Ergebnisse?«
    Haunstrup zuckte mit den Schultern, während sie gemeinsam den Gang hinuntergingen.
    »Wir haben das Äußere gecheckt und die Fingerabdrücke der Frau gefunden. Und Jacob von der IT sitzt gerade am Inhalt, Anruflisten, SMS und so. Ich weiß noch nicht, ob er was gefunden hat, aber wir haben auch so irrsinnig viel zu tun.«
    »Aber nicht zu viel, um die Kleidung von Mette Mortensen nach Spuren zu untersuchen, hoffe ich? Wir haben doch, wie du weißt, nachher eine Hausdurchsuchung in der Jægersgårdsgade angesetzt bei dem Mann, mit dem sie zuletzt gesehen wurde.«
    Haunstrup schüttelte den Kopf.
    »Natürlich nicht!«
    Er zwinkerte Wagner zu. »Folgendes. Unter Umständen besitzt dieser Mann einen kurzhaarigen Hund. Wir haben nämlich auch Hundehaare auf ihrer Kleidung gefunden.«
    »Können die näher identifiziert werden?«
    »Sie können zumindest eingegrenzt werden. Der Hund ist kurzhaarig und farblich eine Mischung aus Senfgelb und Weiß. Wenn wir ein paar Originalhaare ergattern, mit denen wir sie vergleichen können, können wir das mit Sicherheit zuordnen, damit es auch vor Gericht hält. Ihr müsst nur einen Staubsaugerbeutel sicherstellen, falls ihr da so etwas entdeckt.«
    |221| Wagner lächelte.
    »Wir werden dir so viel Staub und Haare besorgen, dass es für eine allergische Kettenreaktion genügt.«
    Haunstrup zog anstelle einer Antwort die Nase hoch. Er war ein sensibler Mensch, mit heller Haut und einer Neigung zu Ausschlag. Seit kurzem konnte er noch eine Hausstauballergie auf der Liste seiner Gebrechen führen. Nicht besonders günstig für jemanden, dessen Arbeit darin bestand, allerhand Kleinstpartikel zu untersuchen, dachte Wagner.
    »Was habt ihr sonst noch so auf der Leiche gefunden? So eine Art Öl, oder?«
    Sie hatten zwar schon längst den Bericht der Kriminaltechniker bekommen, aber bisher hatten sie keinen vergleichsrelevanten Ort gehabt, um Spuren abzugleichen.
    Haunstrup nickte.
    »Wohlgemerkt handelt es sich hierbei nicht um Motorenöl«, sagte er und zwinkerte Wagner zu.
    »Massageöl?«
    Haunstrup nickte erneut.
    »Wir konnten auch den Produktnamen ermitteln. Man kann diese Marke in diversen Porno-, verzeih, Erotik-Shops kaufen.«
    In den letzten Jahren hatte sich auf diesem Sektor so vieles verändert, dachte Wagner. War Porno früher einem eher beschränkten, etwas lichtscheuen Publikum vorbehalten gewesen, so galt es heute als ein gesellschaftsfähiges Wort. Und Erotik, Sexspielzeuge und Massageöl waren so alltäglich wie Vitaminpillen und warme Socken im Winter. Er fragte sich, was sie davon wohl in Arne Bays Wohnung finden würden.
    Jacob Andersen war einer der zwei IT-Experten, die sich seit geraumer Zeit immer häufiger mit einer neuen Form der Kriminalität konfrontiert sahen, die zunehmend an Bedeutung gewann. Er starrte auf den Computerbildschirm, als sie hereinkamen, riss sich dann aber los.
    »Ein vielbeschäftigtes Mädchen, diese Mette Mortensen.«
    |222| Er öffnete eine Schublade und holte ihr Handy hervor. Es steckte in einer Plastiktüte.
    »Ich drucke Ihnen das aus.«
    »Danke, kann ich gleich darauf warten?«, fragte Wagner.
    Jacob Andersen nickte und schloss die Datei, an der er gerade gearbeitet hatte. Dann öffnete er den Ordner mit Mettes Telefonkontakten.
    »Sie hat auch einen Haufen SMS gespeichert. War nicht großzügig beim Löschen, das ist unser Glück. Ich habe sie aufgelistet und sie mit Datum und Uhrzeit versehen.«
    Dann drückte er die

Weitere Kostenlose Bücher