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Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte

Titel: Des Christliche Teutschen Herkules [...] Wunder-Geschichte Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Andreas Heinrich Buchholtz
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haben / wovor wir dann Abtrag zumachen uns willig anerbieten / uñ erbarmet euch über uns / die wir von zehn Rittern ungewarnet überfallen und schelmischer weise also zugerichtet sind. O du verwägener Lügener / antwortete dieser; kanstu noch nicht auffhören großzusprechen / daß du dich über zehne beklagest / und ein einziger junger Ritter euch nach Verdienst geputzet hat / welchen du noch vor einen Schelmen ausruffen darffst / da er gezwungen hat müssen eine Noht wehre tuhn. Jedoch hättestu gestriges Tages samt deinen Gesellen dich an meiner Beschimpffung begnügen lassen / und der ehrlichen ädlen Jungfer geschonet / wolte in diesem euren Elende ich euch Hülffe zubeweisen / mich nicht wegern /aber der Geistliche und Jungfern schändet / ist beydes des Ritterordens und des Lebens unwirdig. Hieß darauff seinen Diener absteigen und die Rache volstrecken / welcher ihnen allen die Gurgel abstach / und sie also liegen ließ. Die eigentliche Ursach / daß dieser Ritter so eiferig verfuhr / wahr diese: Es reisete derselbe auff jenseit Elis gar allein / so daß er seine verlobete Braut eine Hochädle Tugendhaffte und schöne Jungfer neben sich auff einem Zelter führete / da er seine beyden Diener voraus nach der Stad hatte reiten lassen / ihm gute Herberge auszurichten. Diese vier Freveler begegneten ihm in einem lustigen Walde /und gebohten der Jungfer / ihre Angesichts Verhüllung hinweg zu tuhn / und sehen zu lassen / ob dann ihre Haut so zart währe / daß sie vor der Sonnen Hitze müste verdecket werden; Ihr Bräutigam vermahnete sie / sich aller Tähtligkeit und Beschimpffung zuenthalten / und ehrliebende Jungfern ihres Weges reiten zu lassen; aber ehe er sichs versahe /macheten sich drey über ihn her / nahmen ihm Schild / Schwert und Helm / warffen ihn vom Pferde / und bunden ihm Hände und Füsse fest zusammen. Der vierde hatte sich inzwische an die Jungfer gemacht /sie vom Zelter vor sich auff sein Pferd gezogen / das Angesicht ihr entblösset / und als er sie so zart und schön sahe / sich ungebührlich gnug gegen sie bezeiget; weil sie dann sich sträubete / und ein hefftiges Geschrey trieb / naheten die andern auch herzu / rissen ihr alle ihre Kleider biß auffs Hemde vom Leibe /legeten sie auff die Erde / und stäupeten sie mit frischen Ruhten / daß das Blut begunte hernach zufolgen / hernach schleppeten sie dieselbe fest gebunden samt dem Ritter ins Gehölze / und ritten der Stad zu. Nach ihrem Abschiede wirkete sich der Ritter loß /entband seine Liebste desgleichen / und dankete nebest ihr den frommen Gott / daß ihre Ehre noch unverletzet blieben wahr / funden ihre zerrissene Kleider am Wege / in welche sie sich verhüllete so best sie kunte / traffen ihre Pferde auch im Gehölze grasend an / denen die Zügel abgestreiffet wahren / die sie auch wieder funden / sich beritten macheten und nach der Stad zueileten. Ihre beyde Diener däuchte ihr aussenbleiben lange seyn / ritten nach bestelleter Herberge ihnen entgegen / und erfuhren / wie es ihnen ergangen wahr; worauff sie anzeigeten / daß sie solche vier Ritter hätten sehe zur Stad Elis einreiten. Also bemühete sich nun der Beleidigte nach Hülffe / traff zween bekante Ritter an / denen er den Schimpff klagete /und sie zum Beystand vermochte / da er dann die Rache / wie zuvor gemeldet / vollstreckete. Valikules ritte inzwischen mit seiner Gesellschafft fort / und als sie zu Elis ankahmen / musten sie sich in unterschiedliche Herbergen verteilen / weil sie mehrenteils schon bezogen wahren. Die Blume der Griechischen Ritterschafft wahr hieselbst versamlet / welche dem Spiele teils als Einverleibete / teils als Zuseher beyzuwohnen bedacht wahren. Es gingen aber daselbst mannicherley übungen vor; Etliche hielten einen Wette-lauff /welches nicht unlieblich zu sehen wahr; Andere befliessen sich die weitesten Sprünge zu tuhn. Dort wolte einer dem andern mit dem jähen Stein- und eisern Ballenwurff überlegen seyn. Hie traten unterschiedliche Kämpffer / wie sie das Loß gefüget hatte /mit Schwertern; dort mit Streitkolben zusammen / und teileten gute Püffe aus. Etliche wolten mit Ringen sonderlichen Preiß erwerben; andere rungen und fochten zugleich / die man Pankratisten nennete / weil sie alle Kräffte anwendeten / die sie hervor zusuchen wusten. Und diese übungen geschahen alle zu fusse /welche dann ihre gewisse Tage hatten. Nachgehends sahe man das Rennespiel anstellen / da man teils mit zwey / teils mit vier vorgespanneten Pferden den

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