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Die Drachenreiter von Pern 10 - Der Renegaten von Pern

Die Drachenreiter von Pern 10 - Der Renegaten von Pern

Titel: Die Drachenreiter von Pern 10 - Der Renegaten von Pern Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anne McCaffrey
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Lehrlinge…«
    »Eher wie Mägde, die nach jedermanns Pfeife tanzen müssen«, warf Gabred verdrossen ein.
    »Um uns auf die Aussage einer Feuerechse hin für einen Diebstahl verantwortlich zu machen, der sich nicht einmal beweisen läßt? Wenn dieses verlotterte Pack selbst nicht mehr überblickt, was im Weyr an- und ausgeliefert wird, wie komme ich dazu? Und wie soll ich das machen? Mir sagt doch niemand, was der Weyr bekommt oder was er benötigt, es sei denn, mitten in einer ihrer Zechereien gehen irgendwelche Vorräte aus!«
    Toric fuchtelte gereizt mit den Armen und berührte dabei die Wedel, die wie ein Baldachin den Weg überdachten. Um seinem Zorn Luft zu machen, riß er ein paar Zweige herunter und zerfetzte die Blätter.
    In den letzten vier Planetenumläufen, seit man die Alten endgültig in den Süden verbannt hatte, war es nur allzu häufig zu solchen Szenen gekommen: die Drachenreiter verlangten Erklärungen für Vorkommnisse, von denen Toric nicht das geringste wußte. Eines Tages würde der junge Burgherr einem solchen Ruf nicht mehr Folge leisten, und Saneter fürchtete sich vor diesem Tag. Die Alten konnten den Süden nicht verlassen - und Toric wollte nicht.
    Die Situation war zutiefst bedrückend für den alten Harfner mit seinem tief verwurzelten Respekt vor traditionellen Werten und Pflichten. Er verstand nicht, warum die Weyrführer Toric unbedingt loswerden wollten.
    Der Mann war ein ausgezeichneter Burgherr.
    Es sei denn, diese lästigen Vorladungen und Mardras ständige Sticheleien zielten ganz bewußt darauf ab, Toric aus seiner Burg zu drängen und ihn durch einen bequemeren oder unterwürfigeren Mann zu ersetzen. In diesem Fall hätten die Weyrführer Toric und seinen Ehrgeiz freilich unterschätzt. Der Burgherr hatte mit seinen Besitzungen langfristig große Pläne, weitreichendere als die Weyrführer, die sich gar keinen Begriff vom Reichtum des Südkontinents machten.
    Bis vor kurzem hatte er die ständigen Forderungen und kleinlichen Beschwerden scheinbar ungerührt über sich ergehen lassen und Saneter gegenüber geäußert, es sei einfacher, zu tun, was immer man von ihm wolle, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Dann freilich hatte er Saneters empfindliches Harfnergemüt mit der Bemerkung erschüttert, die Drachenreiter würden ohnehin bald das Zeitliche segnen, hoffentlich noch ehe seine Geduld mit ihnen erschöpft sei. Der jüngste Zwischenfall gefährdete allerdings auch den letzten Rest von Loyalität, den der alte Harfner noch empfinden mochte. Von nun an würde er Toric voll und ganz unterstützen und sich weiterer Bemerkungen über die Pflichten eines Burgherrn gegenüber seinen Weyrführern enthalten.
    Während Toric und seine Leute im Süden geradezu aufblühten, ging es mit den Weyrführer sichtlich bergab. Während Toric Erkundungstrupps ausschickte, um die Größe des Kontinents zu erforschen, blieben die Drachenreiter in ihren vier Wänden und wagten sich höchstens bis zum See oder zum nächsten Strand, um ihre Drachen zu baden.
    Toric blieb unvermittelt stehen, und der Fischermeister prallte gegen ihn und breitete die Arme aus, um die anderen aufzuhalten. Der Burgherr drehte sich um, seine Augen funkelten wütend, und seine Hände schnitten wie Messer durch die Luft.
    »Jeder… ausnahmslos jeder…«, sagte er, seine Kiefer mahlten, und seine zornigen, grünen Augen fixierten den hastig zusammengetrommelten Arbeitstrupp.
    »Jeder« - er klatschte schallend in die Hände -»der den Alten auch nur ein einziges Feuerechsengelege übergibt, wird aus dem Süden verstoßen. Das ist endgültig und unwiderruflich. Wer gegen diesen Befehl handelt, fährt mit dem nächsten Schiff nach Norden! Habe ich mich klar genug ausgedrückt?«
    »Ich werde eine dahingehende Mitteilung verfassen…« begann Saneter, dann verstummte er. Warum wollte Toric eine Beschäftigung verbieten, die der Burg ein paar zusätzliche Marken einbrachte? Bei den Händlern aus dem Norden und bei allen Seeleuten, die in der tiefen Hafenbucht des Südkontinents anlegten, waren Feuerechseneier heiß begehrt. Mardras kleine Königin hatte bei dieser Geschichte eine Rolle gespielt, aber das war doch wohl kein Grund? Für Fragen war jetzt freilich nicht der geeignete Moment. Toric rannte bereits weiter, und die Handwerksmeister hatten alle Mühe, mit ihm Schritt zu halten.
    Saneter fiel zurück, weil er einerseits Zeit brauchte, um sich über den Sinn dieser Anweisung klar zu werden, aber auch, weil

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