Die Karriere-Bibel
unwirksam, wenn überzählige Arbeitnehmer an anderer
Stelle weiterbeschäftigt werden könnten. Also: nur keine falsche Scham!
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26. August
Wertsache – So überwinden Sie eine Kündigung
Seinen Job zu verlieren, ist keine Schande. Einerseits, weil sich die Unternehmen dank Globalisierung in immer kürzeren Zyklen
an die Marktbedürfnisse anpassen und das zu stetigen Turbulenzen auf dem Arbeitsmarkt führt. Andererseits, weil sich die Arbeit
selbst verändert – weg von der lebenslangen Anstellung mit vorgezeichneter Laufbahn, hin zu Projektarbeit und Patchwork-Karrieren.
Nur: Je länger die arbeitslose Phase dauert, desto problematischer wird sie bei der Jobsuche. Ein Arbeitgeber in spe wird
sich fragen, warum demjenigen bisher nicht gelungen ist, eine neue Anstellung zu finden: Ist er ein problematischer Typ? Ist
sein Wissen veraltet? Hat er soziale Defizite? Diese Mutmaßungen sind noch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, wenn es
mal wieder länger dauert. Personalchefs kennen krisenbedingte Auszeiten, dennoch bohren sie nach: Wie haben Sie diese Zeit
genutzt? Hier ist Angriff die beste Verteidigung: Im Lebenslauf sollte der Zeitraum mit
Arbeit suchend
beschrieben werden, nicht mit
arbeitslos
. Noch besser, wenn die Suche durch nachweisbare Aktivitäten gestützt wird. Das können freiberufliche Projektarbeiten sein,
Fortbildungen, verbunden mit einem Auslandsaufenthalt. Hauptsache, Sie zeigen, dass Sie sich in der Zeit runderneuert und
nicht auf der faulen Haut gelegen haben.
|290| Fast noch wichtiger ist, die Kündigung nie persönlich zu nehmen. Psychologisch wird sie so zum Tabuthema, über das man nicht
mehr gut reden kann. Folge: Die Menschen schämen sich und verlieren rasant an Selbstwertgefühl. Das ist Gift für die Bewerbung.
Personaler erkennen das prompt, und es schmälert den Wert eines Bewerbers. Egal, wie viele Absagen einer schon bekommen hat
– das Wichtigste ist, sein Selbstbewusstsein zu wahren, die eigenen Stärken herauszuschälen sowie ein klassisches Vorurteil
außer Kraft zu setzen: dass man zu Hause sitzt, den Anschluss verpasst, keine regelmäßigen Abläufe mehr kennt und der Marktwert
von Tag zu Tag schwindet.
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27. August
Protestnote – Was Sie beim Arbeitszeugnis beachten müssen
Jeder Arbeitnehmer und Auszubildende hat ein Recht auf ein Arbeitszeugnis. Allerdings wächst die Zahl derer, die es sich selber
ausstellen und das der Chef nur noch unterschreibt. Das sagt zweierlei: Führungskräfte schenken der Lektüre a) tendenziell
weniger Beachtung, also sinkt b) der Wert. Trotzdem sollte man auf einem guten Abschlussurteil bestehen. Die Gewerbeordnung
schreibt vor, dass ein Arbeitszeugnis »wahr und wohlwollend« sein muss. Das führt dazu, dass sich etwaige Rügen hinter einem
schönen Wortkleid verstecken. So bescheinigt gutes
Einfühlungsvermögen in die
Belange der Belegschaft
dem Arbeitnehmer im Klartext, dass er mehr flirtete als arbeitete. Trug die Geselligkeit des Arbeitnehmers zur
Verbesserung des Betriebsklimas bei
, heißt das, dass sich der Kollege während der Arbeit gerne mal einen Schnaps genehmigte.
Wegen solcher Formulierungen gibt es häufig Streit. Einzige Ausnahme: Wenn Fehlverhalten – beispielsweise Untreue oder Diebstahl
– bewiesen ist, darf das erwähnt werden. Denn falls der nächste Arbeitgeber durch das Zeugnis getäuscht wird und Schaden erleidet,
kann er auf Schadenersatz klagen.
So oder so muss ein Zeugnis immer korrekte Personalien, den Tätigkeitszeitraum sowie die Art und Dauer aller vom Arbeitnehmer
ausgeführten Tätigkeiten enthalten. Ein
qualifiziertes
Zeugnis |291| enthält zudem eine Bewertung der Leistung und des Verhaltens des Arbeitnehmers. Hier steckt der Rüffel im Detail: Die in vielen
Ratgeberbüchern angegebene Notenskala, wenn ein Mitarbeiter seine Aufgaben
stets zur vollsten
(1),
stets zur vollen
(2) oder
stets zur Zufriedenheit
(3) erledigte, ist nicht mal entscheidend. Misstrauischer sollten Arbeitnehmer reagieren, wenn im Zeugnis Selbstverständlichkeiten
wie Pünktlichkeit oder Vertrauenswürdigkeit betont werden. Das weist immer auf andere Mängel hin. Motto: Mehr war eben nicht.
Ähnliches gilt für das Fehlen einer Dankes- oder Grußformel. Hier drückt der Chef üblicherweise sein Bedauern über das Ausscheiden
des Mitarbeiters aus. Oder eben nicht. Eine gute Gegenstrategie ist, rechtzeitig um ein Zwischenzeugnis zu bitten. Geht man
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