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Die Tiefe einer Seele

Die Tiefe einer Seele

Titel: Die Tiefe einer Seele Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Kate Dakota
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genommen. Das war ja nicht zum Aushalten. »Nein Mattis, alles gut«, beeilte sie sich zu rufen. »Er ist ein Bekannter, ….äääh, also wir begrüßen uns immer so. Altes Ritual, Sie verstehen?«
    Sie wagte einen Blick in James Augen und wünschte umgehend, sie hätte es nicht getan, denn der Schalk sprang ihr rundweg entgegen. Eine Sekunde später drückte dieser unmögliche Kerl seine Lippen auf ihre. Und er küsste sie, dass es in ihren Ohren zu rauschen begann, als wäre sie ein Radio mit gestörtem Empfang. Als er nach einer gefühlten Ewigkeit, die ihr gleichzeitig viel zu kurz vorkam, den Kuss löste, war sie dankbar dafür, dass er sie immer noch hielt, sonst wäre sie wahrscheinlich umgefallen.
    »DAS ist unser Begrüßungsritual«, verkündete James triumphierend und zeigte wiederum sein strahlendes Lächeln. »Jedenfalls von nun an!«, fügte er leise flüsternd in Amelies Richtung hinzu.
    »Ich verstehe«, schmunzelte Mattis, drehte sich um und ließ die beiden zurück.
    »Du bist schrecklich, James!«, schnaubte Amelie und fing wieder an zu zappeln. »Und jetzt lass mich endlich runter.«
    »Jaja, ist ja schon gut! Wir sollten wirklich hineingehen und Dich in trockene Sachen stecken. Nicht dass Du noch eine Lungenentzündung bekommst.« Der Amerikaner entließ seine Geisel in die Freiheit und sah amüsiert, wie sie sich auf der Achse umdrehte und energisch zum Haus zurückstapfte. Erleichtert atmete er auf. Es schien ihr nicht so schlecht zu gehen, wie er befürchtet hatte.
     
    Kurze Zeit später saßen sie nebeneinander auf dem Bett in Amelies Zimmer und rubbelten ihre Haare mit einem Handtuch trocken. Die junge Frau hatte ihre nasse Kleidung im Bad schnell gegen einen Jogginganzug eingetauscht, und auch James hatte seinen triefenden Pullover ausgezogen, unter dem er noch ein weißes T-Shirt trug. Sie schwiegen, aber irgendwann ertrug Amelie die Stille nicht mehr.
    »James, bitte! Sag mir endlich, was Du hier willst! Wie hast Du mich überhaupt gefunden?«
    Er ließ das Handtuch sinken und rutschte vom Bett auf den Boden. Kniete sich vor ihr hin. Amelie wich seinem Blick aus, doch er legte einen Finger unter ihr Kinn und hob ihr Gesicht wieder an.
    »Tu das nicht, Amy!«, forderte er sie eindringlich auf und nahm sie mit seinen dunklen Augen gefangen. »Ich möchte nicht, dass Du mir ausweichst, und ich will auch nicht, dass Du vor mir davonläufst. Ich bin hier, weil ich hier sein wollte. Hier bei Dir. Unbedingt! Wie ich Dich gefunden habe? Nun, Deine Eltern haben mich und meine Schwester hierhergebracht. Heute Morgen waren wir bei ihnen auf Spiekeroog, und ich weiß jetzt Bescheid, Amy.«
    Die junge Frau verlor jegliche Farbe, und ihre Hände begannen zu zittern. James ergriff sie und umschloss sie mit seinen lang starken Fingern.
    »Sie haben mir erzählt, was mit Dir los ist. Wie es angefangen hat vor zehn Jahren. Die ganze Wahrheit kenne ich noch nicht, nur das von den ersten beiden Suizidversuchen, den Rest hoffe ich, wirst Du mir eines Tages freiwillig erzählen. Mach nicht so ein Gesicht, Sweety! Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, dass Du mir das verschwiegen hast, aber das ist nun auch egal. Hauptsache ich bin jetzt bei Dir und kann für Dich da sein.«
    »Ich…….ich will Dein Mitleid nicht!«, hauchte Amelie kaum hörbar.
    James runzelte mit der Stirn. »Herrgott, Amy, ich habe viele Gefühle für Dich, Mitleid gehört sicherlich nicht dazu.« Er umfasste ihr Gesicht mit beiden Händen und sah ihr tief in die Augen. »Ich habe mich in Dich verliebt, Amelie Johannson. Und ich weiß, dass Du genauso empfindest. Darum bin ich hergekommen, um Dich von hier wegzubringen. An einen Ort, an dem Du zu Ruhe kommen kannst, wo ich mich um Dich kümmern kann.«
    Traurig sah Amelie ihn an. »James, ich habe keine Grippe, die man mal eben so auskuriert. Ich leide unter Depressionen, die lassen sich nicht im Handumdrehen heilen oder wegzaubern. Ich wünschte, es wäre so, ist es aber nun mal leider nicht.«
    James lächelte sie an. »Das habe ich auch nicht behauptet, Liebes. Glaub mir, es ist alles durchdacht und mit Deinen Eltern durchgesprochen. Natürlich ist das Ziel, dass Du eines Tages gesund sein wirst, doch vorerst wäre es schon ein gewaltiger Fortschritt, wenn Du lernen würdest, dass Du mit Deiner Krankheit leben kannst. Vielleicht sogar sehr gut. Vertrau mir!«
    Die Zweifel standen der jungen Frau ins Gesicht geschrieben. »Mir ist nicht wohl dabei, James. Du willst, dass ich Dir

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