Die Virus-Waffe
Konsulatsbeamten in Salerno ge-
schickt hat. Der dritte war wohl nur ein Leibwächter.«
»Und die Schüsse?«
»Der Leibwächter hat geschossen und sein Ziel verfehlt.
Jetzt ist er tot. Die beiden anderen Männer waren nicht
bewaffnet. Meine Leute bringen sie gerade heraus.«
140
Perini hatte den Satz kaum zu Ende gesprochen, als zwei
DCPP-Beamte auftauchten. Sie zerrten einen benomme-
nen Mann mit sich. Richter trat vor und hob den Kopf des
Mannes an den Haaren hoch. »Das ist nicht Lomas«, er-
klärte er.
Perini nickte. »Auf ihn passt die Beschreibung des Mit-
telsmanns, die uns unsere Agentin gegeben hat« Mit einem
Wink befahl er seinen Leuten, den Gefangenen wegzu-
schaffen.
Wieder tauchten drei Männer auf: zwei schwarz geklei-
dete DCPP-Beamten, die einen recht zierlichen, mittelal-
ten Mann zwischen sich führten. Richter trat vor. Diesmal
brauchte er den Kopf des Mannes nicht anzuheben. Der
Verdächtige ging aufrecht. Seine Hände waren mit Plas-
tikkabeln hinter seinem Rücken gefesselt. Richter genügte
ein Blick. Er drehte sich zu Perini herum.
»Das ist Lomas«, sagte er. »Ohne jeden Zweifel.«
Arlington, Virginia
David Elias schaute auf das Stück Papier in seiner Hand,
dann wieder auf das Gebäude vor sich, und überprüfte die
Adresse. Es war fünf nach zehn, also war er zehn Minuten
zu früh zu dem Treffen gekommen, an dem er auf Befehl
des Direktors teilnehmen sollte.
Er stieg die Stufen hoch und drückte auf den Klingel-
knopf in dem polierten Messingschild neben der Tür. So-
fort flammten über seinem Kopf Lampen auf. Er sah hoch
und bemerkte die Objektive zweier Überwachungskame-
141
ras, die hinter Schutzgittern zu beiden Seiten des Eingangs
montiert waren.
Eine Minute später knisterte ein versteckter Lautspre-
cher. »Ja? Bitte drücken Sie noch einmal den Knopf und
nennen Sie Ihren Namen.«
Elias gehorchte und sprach in Richtung des Messing-
schildes. »Mein Name ist David Elias. Ich werde erwartet.«
Der Lautsprecher verstummte mit einem leisen Kna-
cken, die Tür schwang auf, und ein vierschrötiger, kräfti-
ger Mann musterte Elias prüfend. Sein Schulterhalfter war
unter dem aufklaffenden Jackett des blauen Anzuges deut-
lich zu erkennen.
»Ihren Ausweis, bitte, Mr. Elias.«
Elias griff in seine Jackentasche, zog seinen CIA-
Ausweis hervor und reichte ihn dem Mann. Der betrachte-
te ihn sorgfältig, gab ihn Elias zurück und hielt dann einla-dend die Tür auf. »Okay. Kommen Sie rein.« Die großzü-
gige Diele hatte eine hohe Decke. Es war ein elegantes Ent-
ree zu einem offensichtlich vornehmen Anwesen. »Folgen
Sie mir.«
Elias folgte dem Mann in dem dunkelblauen Anzug
über den Flur. Neben einer Mahagonitür am anderen En-
de blieb er stehen, klopfte zweimal und öffnete, ohne auf
eine Aufforderung zu warten. Er bedeutete Elias mit einer
Geste einzutreten. Der junge CIA-Beamte gehorchte. Die
Tür fiel hinter ihm ins Schloss.
Vermutlich hatte dieses Zimmer früher einmal als Ar-
beitszimmer gedient. Es war groß, quadratisch geschnitten
und mit gemütlichen Sofas und Sesseln möbliert. In der
Ecke gegenüber saß ein jugendlich wirkender, dunkelhaa-
142
riger Mann hinter einem kleinen Eichenschreibtisch. Er
wirkte irgendwie verlegen. Elias hatte ihn noch nie zuvor
gesehen, und er kannte auch die beiden anderen Männer
nicht, die vor ihm saßen. Er durchquerte das Zimmer und
blieb neben einem Stuhl stehen, als der Mann hinter dem
Schreibtisch aufstand.
»Willkommen, Mr. Elias.« Er deutete auf die beiden an-
deren Männer, die jetzt ebenfalls aufgestanden waren.
»Darf ich vorstellen, Roger Krywald, Richard Stein. Dies ist David Elias.«
Elias schüttelte beiden Männern die Hand, setzte sich
und wartete neugierig.
»Ich heiße McCready.« Der Dunkelhaarige erriet Elias’
unausgesprochene Frage. »Ich bin Ihr Instruktionsoffizier
bei dieser Operation.« Sein Blick streifte die Gesichter der drei Männer vor ihm, bevor er den roten Ordner vor sich
auf dem Schreibtisch aufschlug. »Wie einige von Ihnen
wissen«, begann er, »führen wir normalerweise Einsatzbe-
sprechungen in Langley durch, und zwar in einem der da-
für vorgesehenen sicheren Einweisungsräume. Aber die
aktuellen Umstände sind nicht normal. Aus diesem Grund
treffen wir uns hier in diesem sicheren Haus.«
Elias hob zögernd eine Hand. »Sir«, begann er. »Ich
weiß nicht genau, ob ich hier sein sollte. Ich bin Analyti-
ker,
Weitere Kostenlose Bücher