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Erde

Erde

Titel: Erde Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Brin
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bestimmtem Zeitplan auftrat, daß Washington regelmäßig daraus ein Ereignis machte, mit besonderen Untersuchungen in den Schulen und witzigen Berichten in den Magazinen.
    Nur in diesem Jahr war etwas schiefgelaufen.
    Vielleicht war es das Wasser oder etwas, das in den Boden eingeströmt war. Noch niemand wußte bisher, weshalb… nur daß einige wenige zappelnde Zikaden, als sie endlich aus ihren siebzehn Jahren unter der Erde auftauchten, verkrüppelte kränkliche Dinger waren, mutiert und im Sterben. Das ließ an die Krebsseuche denken oder die Calthingite-Babies vor zwanzig Jahren und führte zu schrecklichen Konjekturen darüber, wann etwas dergleichen als nächstes wieder den Menschen widerfahren würde.
    Teresa sah zu, wie das bedauernswerte schreckliche kleine Insekt davonkroch und im Buschwerk verschwand… ein Opfer unter vielen ungenannten.
    »Was wollen Sie von mir?« fragte sie flüsternd den Reporter.
    Sie hatte irgendwie erwartet, daß er lächeln würde. Sie war erfreut und sogar dankbar, daß er so taktvoll war, nicht laut zu jubeln. Mit einer Treuherzigkeit, die sogar echt sein mochte, berührte Pedro Manella ihre Hand.
    »Sie müssen mir helfen. Mir helfen herauszufinden, was da vor sich geht.«
    ¤
    Das Register der Weltprognosen ist stolz, seine fünfundzwanzigsten Jahresprognose-Preise vorzustellen für Leistungen auf den Gebieten der Trendanalyse, Meteorologie, ökonomischen Vorhersage und Warnung. Zusätzlich wird es in diesem Jahr erstmalig in einer Dekade eine neue Kategorie geben.
    Seit einiger Zeit hat in unserem Teil des Netzes eine Debatte getobt über den Zweck des Registers. Sollen wir hier einfach die Erwartungen verschiedener Experten kombinieren, so daß im Laufe der Zeit die mit den besten Bewertungen für Genauigkeit irgendwie »gewinnen« könnten? Oder sollten wir ein mehr in die Ferne reichendes Thema wählen?
    Man kann argumentieren, daß es für Menschen nichts Faszinierenderes und Attraktiveres gäbe als die Vorstellung, einen erfolgreichen Weg durch die Fallgruben und Gelegenheiten vorauszusagen, die vor uns liegen. Netz-Zines für Unterhaltung sind voll von Prophezeiungen seitens Psychologen, Wahrsagern, Astrologen und Effektenbörsenanalytikern, die alle Teil eines großen Marktes sind, der diesen tiefen Traum der Menschheit nährt.
    Warum nicht – haben manche unserer Mitglieder gefragt – das Register so ausdehnen, daß es auch alle jene Visionen verzeichnet und so anrechnet, wie wir es mit akademischeren Modellen tun? Zumindest würden wir einen Service zur Entlarvung von Scharlatanen liefern. Aber selbst wenn die meisten nicht mehr anbieten als Sensationen und Phantastik, besteht doch die Möglichkeit, daß ein paar von diesen eventuellen Sehern Zufallstreffer machen.
    Wie, wenn einige Spinner – ohne zu wissen, wie oder warum – auf einen rohen aber verheißungsvollen Trick oder Dreh verfielen, der ihm oder ihr ein enges Fenster auf dem vorausliegenden Hinderniskurs liefert? In diesen Tagen, bei der Lage, in der sich die Welt jetzt befindet, können wir es uns da leisten, irgendeine Möglichkeit zu ignorieren?
    Aus diesem Grunde richten wir an unserem Silbergeburtstage eine neue Kategorie der >Zufallsprophezeiung< ein. Sie wird eine Datenbasis erfordern – größer als alle anderen Kategorien zusammen. Wir werden auch wie in der Abteilung für Warnungen anonyme Vorhersagen annehmen unter Codenamen zum Schutz für jene, die um ihren Ruf fürchten.
    Schicken Sie sie ein, Sie potentiellen Johannesse und Nostradami! Nur versuchen Sie bitte, nicht ganz so obskur zu sein. Wie in den anderen Sektionen wird ein Teil Ihrer Bewertung die Klarheit und Nachprüfbarkeit Ihrer Voraussagen berücksichtigen.
    Und jetzt auf zu ehrenvollen Erwähnungen in der Kategorie für Trendanalyse…
    - Weltvorhersagenregister
[¤ AyR 2437239. 726 IndPredReg. 6.21.038:21:01.]

 
• KERN •
     
    Einmal, als er noch sehr jung war, ließ Alexens Oma ihn aus der Schule holen, um den Start einer Arche zu sehen. Fast dreißig Jahre später erweckte die Erinnerung an jenen Morgen immer noch Gefühle kindlichen Erstaunens.
    Einerseits hätte sich in jenen Tagen ein Erwachsener vielleicht nichts dabei gedacht, ein großes schwarzes, mit Gasolin angetriebenes Taxi nach Croydon zu schicken, um einen kleinen Jungen aufzunehmen und dann die ganze Strecke zu befördern bis dahin, wo das St.-Thomas-Hospital breit über lange Reihen von Lastkähnen ragte, die hintereinander die Themse am Parlament

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