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Forlorner (Salkurning Teil 1) (German Edition)

Forlorner (Salkurning Teil 1) (German Edition)

Titel: Forlorner (Salkurning Teil 1) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Loons Gerringer
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Nektarkrug ist ganz in der Nähe – das heißt, also –“ Er sah wohl ein, dass jede weitere
Erläuterung die Sache nur noch peinlicher gemacht hätte, und dann führte er sie
schweigend zwei stille Straßen weiter bis zu einem Haus, das sich in nichts von
den anderen Häusern dieser Straße unterschied. Vor der geschlossenen Tür blieb
er stehen. „Wenn Sie klopfen, macht Ihnen der Wächter sicher auf. Aber – aber –
Frauen werden eigentlich nicht eingelassen – vielleicht sollte ich Sie doch
lieber nach Hause –“
    Sie hatte richtig Mitleid mit dem Jungen. „Ich
versuch’s einfach mal, Ska Baines! Vielen Dank für die Rettung und die
Begleitung! Die werden ihn schon rausschicken, meinen Sie nicht?“
    Er zuckte zweifelnd die Schultern, aber sie klopfte
bereits an die Tür.
    „Ja?“, fragte eine mürrische Männerstimme von der
anderen Seite.
    „Würden Sie mich bitte einlassen?“
    Die Tür wurde einen Spalt geöffnet. „Frauen kommen
hier nicht rein!“, bekam sie noch mürrischer zu hören.
    „Dann sagen Sie Ska Inglewing, dass sein Wagen
brennt!“
    „Was?“
    „Ska Inglewing! Er ist doch bei Ihnen zu Besuch, oder?
Bisschen größer als Sie, rotes Haar, Sommersprossen? Sagen Sie ihm, sein Wagen
brennt! Und am besten schnell!“
    Die Tür wurde zugeschmettert, sie hörte Schritte und
Rufe, und etwa eine halbe Minute später schoss Dorian heraus und an ihr vorbei,
ohne sie auch nur zu bemerken. Er war barfuß, ohne Hosenträger, und das offene
Hemd flatterte hinter ihm her, als er durch die Gasse sprintete.
    Sie rannte los und hatte größte Mühe, mit ihm so weit
Schritt zu halten, dass sie ihn wenigstens nicht aus den Augen verlor. Für
diesen Abend hatte sie genug von Fasmechoras Straßen. Zum Glück waren sie der Eidechse
in der Sonne viel näher, als sie geahnt hatte. Als sie um die nächste
Straßenecke bog, sah sie Inglewings Reparaturen dunkel und still in der
Gasse stehen, und Dorian keuchend daneben. Er schlug mit der Faust gegen die
Wagentür und fluchte laut. Dann entdeckte er sie.
    Mist. Er sah so komisch aus, ohne Schuhe, die Haare
zerwühlt, aber die bitterböse Miene verhieß nichts Gutes.
    „ Du warst das!“
    „Ist doch besser, als wenn er wirklich brennen würde,
oder?“
    Da schlug er noch einmal mit der Faust gegen die Tür
und danach mit seinem eigenen Kopf.
    „Hey – es tut mir leid. Na ja, eigentlich nicht so
sehr, aber –“ Aber was musst du auch zu einer anderen Frau gehen?
    „Ach, hör schon auf! Was machst du überhaupt hier
draußen? Mann, ich hatte dir doch gesagt, dass es gefährlich ist! Kannst du
nicht einmal tun, was man dir sagt? Dir hätte sonst was passieren
können!“ Er schaufelte sich das Haar mit beiden Händen aus dem Gesicht und
starrte sie an. Wütend. Wieder mal. „Was sollte das denn? Woher wusstest du
überhaupt, wo ich bin?“
    Als sie nicht antwortete, fuhr er schließlich in
verändertem Ton fort: „Verstehst du nicht, dass ich da war, um nicht zu
dir raufzugehen?“
    „Ich hab gehofft, dass du eigentlich das wolltest.
Deshalb dachte ich, ich geb dir eine Gelegenheit, es doch noch zu tun.“
    „Warum machst du es noch schlimmer? Es war nicht in
Ordnung, es war ein Fehler – ich hab – ich bin – ich hätte das nicht tun
sollen, heute Nachmittag! Ich bin verheiratet, Kate, das hab ich dir doch
gesagt!“
    „Ich weiß es, Dorian! Aber vielleicht können wir das
ja einfach noch mal vergessen! Wenn es dir hilft, stell dir einfach vor, ich
wäre eine von denen aus dem Nektarkrug !“
    „Ah – kash , Larenni! So kannst du doch nicht
reden!“, zischte er und kam einen Schritt näher. Auf seinem Gesicht rangen Wut
und Verlegenheit miteinander und mit noch etwas anderem, und dieses andere
machte ihr den Mut, den sie jetzt doch brauchte.
    „Was soll ich denn sonst noch sagen? Dass ich wissen
will, bis wohin diese Sommersprossen auf dir verteilt sind? Ob du es auch
langsam kannst? Oder ob –“
    „Shh! Kashadiu , Kate! Das kannst du nicht –“
    „Bitte! Jetzt komm mit mir!“
    Man konnte sehen, wie der Widerstand von ihm abfiel,
wie die Wut von seinem Gesicht blätterte wie eine abgenutzte Maske.
    „Oh Kate“, sagte er nur. Noch einmal Kapitulation.
    Oben in dem Zimmer unter dem Dach wollte er sie an
sich ziehen, aber sie wich zum Fenster zurück. Der Leuchter brannte noch, und
sein Licht reichte aus.
    „Diesmal – diesmal musst du alles ausziehen! Nicht nur
die Schuhe.“
    Unwillkürlich sah er auf seine nackten Füße

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