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Gefährlicher Fremder - Rice, L: Gefährlicher Fremder

Gefährlicher Fremder - Rice, L: Gefährlicher Fremder

Titel: Gefährlicher Fremder - Rice, L: Gefährlicher Fremder Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Lisa Marie Rice
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Neben der Dusche gab es eine frei stehende Badewanne, die aus einem einzigen Marmorblock herausgeschlagen worden war, der eine Tonne wog. Den Boden hatte er extra verstärken lassen müssen, bevor sie mit der Winde an ihren Platz gehoben werden konnte.
    Sanders trat in die Duschkabine und spürte, wie sich seine Stimmung hob, angesichts der glänzenden Armaturen und der zart cremefarbenen Valentino-Fliesen. Es handelte sich um eine Dampfdusche, die der Stolz jeder Wellnesseinrichtung gewesen wäre, mit dreißig Düsen, Fußmassage, Musikberieselung und Freisprechanlage.
    Während er sich mit seinem Clinique-for-Men-Duschgel einschäumte, wurde sich Sanders darüber bewusst, dass er wünschte, die Frau in seinem Bett würde verschwinden, noch bevor er mit Duschen fertig war. Er war vollkommen erledigt, und so gut konnte er sie nun auch wieder nicht leiden, dass er Zeit ohne Sex mit ihr verbringen wollte.
    Sie war nicht gerade das hellste Licht im Hafen und ihre Stimme war nervtötend. Sie war gut im Bett und konnte gut blasen, obwohl er kurz erschrocken war, als er danach an sich heruntergesehen hatte und sein Schwanz ganz schwarz gewesen war, als ob er verfault wäre. Aber es war nur Karla-Karas trendiger schwarzer Gothic-Lippenstift, den sie über seinen ganzen Schwanz verteilt hatte. Ein schlimmer Moment.
    Karla-Kara arbeitete in einer Werbeagentur und redete über Musik, von der er noch nie gehört hatte, von Filmen, die er nie gesehen hatte, und Bars, in denen er noch nie gewesen war. Es war echt öde.
    Er wollte, dass sie verschwand, damit er sich über die große Dose geschmuggelten Krim-Kaviars und die Zweihundert-Dollar-Flasche Dom Pérignon im Kühlschrank hermachen konnte. An Karla-Kara wären die Köstlichkeiten sowieso verschwendet, wie auch immer zum Teufel sie nun hieß. In der Bar, wo er sie aufgegabelt hatte, hatte sie irgend so ein zuckriges Zeug getrunken und ein Club-Sandwich gegessen.
    Wenn er sich nur lange genug unter der Dusche aufhielt, würde sie den Wink mit dem Zaunpfahl vielleicht verstehen und verschwinden.
    Oder auch nicht. Sie schien sich in seinem Bett wohlzufühlen, als ob sie nie wieder gehen wollte. Es war wirklich zu dumm. Er wünschte, es gäbe einen Knopf, auf den er drücken könnte, und – simsalabim! Keine Kara mehr. Oder Karla.
    In letzter Zeit wünschte er sich das nach dem Sex immer öfter.
    Sie war ja okay im Bett, aber außerhalb einfach nur langweilig und vulgär. Sanders hatte gerade so viel Sex mit ihr gehabt, wie er haben wollte. Er blickte an sich herunter und musterte seinen Schwanz daraufhin, was der von dem Gedanken an eine weitere Runde mit ihr hielt.
    Sein Schwanz blieb unverändert unten. Und damit war die Sache entschieden. Der Gedanke an mehr Sex mit ihr war genau genommen sogar regelrecht deprimierend. Da hatte Karla oder Kara, oder wie zum Teufel sie nun auch hieß, eben Pech gehabt.
    Er hatte sich die falsche Frau als Gesellschaft für Heiligabend ausgesucht.
    Er wusste auch, wer die richtige Frau war, auch wenn er bis nach Weihnachten würde warten müssen, um sie in sein Bett zu holen. Zurück in sein Bett. Und zurück in sein Leben.
    Caroline Lake.
    Ihre Zeit war gekommen, das spürte Sanders ganz deutlich. Er und Caroline umschwirrten einander nun schon, seit sie Teenager waren, und es war an der Zeit, daraus etwas Dauerhaftes zu machen. Sie hatten sich immer wieder getrennt, das erste Mal noch im Teenageralter. Na ja, damals war er schließlich an die Ostküste aufs College gegangen. Und da konnte er ja wohl kaum eine Kleinstadttussi brauchen, die ihm wie ein Klotz am Bein hing, ganz egal, wie reich ihre Familie oder wie hübsch sie selbst war.
    Doch dann war Caroline auch in den Osten gekommen, nach Boston, nur eine Stunde Zugfahrt entfernt. Und sie war in der Zwischenzeit sogar noch schöner geworden. Sie waren ein paarmal miteinander ins Bett gegangen, und er hatte schon ernsthaft einen Verlobungsring in Erwägung gezogen, als ihre Eltern bei einem Autounfall umkamen.
    Danach war daran nicht mehr zu denken gewesen.
    Robert Lake hatte kurz vor seinem Tod einige Fehlinvestitionen getätigt. Mit den ganzen Krankenhausrechnungen und den Schulden ihres Vaters war Caroline nur mit Müh und Not dem Bankrott entgangen, und nun bestritt sie ihren Lebensunterhalt mithilfe eines kleinen Buchladens, den sie eröffnet hatte. Dadurch und wegen ihres missgestalteten Bruders war keine Zeit mehr für ihn geblieben.
    Seit Sanders nach Summerville zurückgekehrt

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