GOR-Zyklus 22 - Die Tänzerin von Gor
Mädchen in Fesseln, nicht mehr als »Sklavenfleisch«. Ich aber war stolz darauf, als attraktive Sklavin betrachtet zu werden oder, wenn man so will, als vielversprechendes Sklavenfleisch. Wie seltsam kam es mir doch vor, dass ich, die frühere Doreen Williamson, eine scheue Bibliothekarin, freudig erregt davon war, dass ich einen einfachen, eigenständigen Wert als Frau hatte, und sei es auch nur als Sklavenfleisch!
Dann bemerkte ich, wie oberflächlich meine Ansicht doch war, sogar für ein so einfaches Geschäft wie ein Mädchen von einem Block herunter zu verkaufen. Gloria war größer als ich und deshalb wäre zu erwarten gewesen, wenn wir wirklich bloß als »Sklavenfleisch« galten, dass sie mehr als ich gebracht hätte. Aber sie hatte nicht mehr gebracht. Die Männer hatten uns eingeschätzt und aus dem einen oder anderen Grund, mag er sachgemäß und weise erscheinen oder nicht, hatten sie zu diesem Zeitpunkt mehr für mich geboten.
Die Männer nennen uns »Sklavenfleisch« und ähnlich und vielleicht amüsiert sie das und hilft, uns an unserem Platz zu ihren Füßen zu verweisen, aber nur eine vollkommen verdummte Frau glaubt ihnen das. Sie wollen die ganze Sklavin, um sie zu besitzen. Sogar das goreanische Gesetz stellt klar, dass die Sklavin als Ganzes Besitz ist und nicht nur ein Teil von ihr. Selbstverständlich spielen goreanische Männer nicht das Spiel einiger Narren auf der Erde, die vorgeben, die Körper der Frauen würden sie nicht interessieren, sondern nur ihr Geist oder was immer die derzeit gültigen kulturellen Werte empfehlen. Sie genießen unsere Körper und sehen darauf, dass sie von uns auch etwas haben, beuten uns aus, wenn man so will, quetschen noch die letzte Unze an Vergnügen aus unseren Körpern. Aber sogar in diesem gnadenlosen Beutemachen, das so wenig Rücksicht auf uns nimmt, ist es die ganze Frau mit allem, was sie hat, die sie quälen, peinigen und genießen und mit der sie Gewinn erzielen.
»Aber in diesem Haus herrscht eine strenge Disziplin.« sagte er und hob die Peitsche.
»Ja, Herr.« antwortete ich schnell.
Ich begriff, hier in diesem Haus, war ich nur eine Sklavin, obwohl ich in einem kommerziellen Sinn wertvoll war.
»Kriech die Stufen hinunter, mit dem Gesicht zu mir«, befahl er, »und dann knie am Fuß des Podiums nieder.«
Ich gehorchte. Ich kam mir jetzt vor ihm sehr klein vor, kniend, eine Sklavin, er, mein Herr, so hoch über mir in dem großen Sessel. Aus einem kleinen, börsenähnlichen Sack, der an seinem Gürtel befestigt war, zog er ein kleines Ding aus Stoff. Er zerknüllte es leicht in seiner Hand, es war sehr zusammenzudrücken. Ich wusste nicht, was es war. Er warf es mir zu. Es traf meinen Körper und fiel vor ihm auf den Teppich. Ich sah es an, dann sah ich zu ihm auf.
»Leg es an.« befahl er.
Schnell griff ich danach, hob das Ding auf, es war zusammengefaltet. Ich öffnete es und schüttelte es auf. Es war eine kurze Sklaventunika, an den Hüften hochge schlitzt, mit schmalen Schulterträgern, wenig mehr als Schnüre. Ich sah dankbar zu ihm auf. Es war das erste eigene Kleidungsstück, das ich auf dieser Welt bekam. Sicher, ich hatte manchmal Decken oder Planen bekom men, um mich warm zu halten und als ich ausgebildet wurde, war ich in verschiedene Kostüme gesteckt worden, hauptsächlich, nehme ich an, damit meine Herren sahen, wie ich darin, im gewöhnlichen und turianischen Sklavenrock oder dem skandalösen Gewand der Tuchuk-Sklavenmädchen, aussah. Außerdem war mir beigebracht worden, wie man einfache, typische Sklavenkleidung wie verschiedene Tuniken oder Ta-Teeras trägt. Ich hatte das Binden von Sklavengürteln gelernt, um dadurch meine Figur zu betonen. Und natürlich war Teil meiner Aus bildung nicht nur gewesen, wie man diese Kleidungsstücke trägt und sich darin bewegt, sondern auch wie man sie aufreizend und anmutig auszieht. Sogar aus den Decken und Planen, die uns zum Wärmen gegeben worden waren, mussten wir auf eine Weise heraus schlüpfen, die ein Mann als äußerst sinnliches Entkleiden empfunden hätte.
Plötzlich fiel mir ein, dass mir befohlen worden war, die Tunika anzuziehen. Ich zog sie über meinen Kopf und steckte meine Arme durch die Träger. Dann zog ich sie an mir herunter.
»Stell dich hin.« befahl er.
Glücklich stand ich da und versuchte hastig und unauffällig, den Stoff über meine Schenkel zu ziehen. Dann bemerkte ich errötend, dass ich dadurch meine Figur noch mehr betonte.
»Dreh dich herum«,
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