Großadmiral Thrawn 03 - Das letzte Kommando
Kriegsraum oder zum sarkanischen Empfang.«
Und plötzlich verstand Lando. »Nein«, sagte er. »Sie sind nicht nach unten, sie sind nach oben. Sie sind hinter Leias Zwillingen her.«
Mara fluchte gepreßt. »Sie haben recht. Thrawn hat sie diesem wahnsinnigen C’baoth versprochen. Das muß es sein.«
»Sie könnten recht haben«, nickte Bel Iblis. »Wo ist Ihr Zimmer, Calrissian?«
»Zwei Türen hinter uns«, sagte Lando mit einem Nicken über die Schulter.
»Holen Sie Ihren Blaster«, befahl Bel Iblis und spähte wieder um die Ecke. »Sie folgen mit Mara diesem Korridor dort drüben und gehen zur Haupttreppe. Stellen Sie fest, ob dort jemand ist; wenn möglich, versuchen Sie Leia und Solo zu warnen. Ich werde nach unten gehen und Verstärkung holen.«
»Seien Sie vorsichtig – sie haben vielleicht am Ende der Treppe eine Wache postiert«, warnte Mara.
»Oben ist bestimmt jemand postiert«, konterte Bel Iblis. »Passen Sie auf sich auf.« Nach einem letzten Blick um die Ecke drängte er sich vorbei und war fort.
»Warten Sie hier«, befahl Lando Mara und steuerte sein Zimmer an. »Ich bin gleich zurück.«
»Beeilen Sie sich«, rief sie ihm nach.
Er rannte zu seinem Zimmer; und als er die Tür aufschloß, warf er einen Blick zu Mara hinüber. Sie stand noch immer an der Ecke, mit einem intensiven, aber gleichzeitig leeren Ausdruck auf der Hälfte ihres Gesichts, die er sehen konnte.
Dieses Gesicht. Dieses irgendwie, irgendwo vertraute Gesicht. Er hatte es bereits zu einen bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort unter bestimmten Umständen gesehen, konnte sich aber nicht genau erinnern.
Er schüttelte den Gedanken ab. Wer immer sie auch gewesen war, jetzt war eindeutig nicht die richtige Zeit, es herauszufinden. Han, Leia und ihre Kinder schwebten in Lebensgefahr…, und es lag an ihm und Mara, sie zu retten.
Er drehte sich zu seinem Zimmer um und stürzte hinein.
Leia Organa Solo. Leia Organa Solo. Wach auf. Du bist in Gefahr. Wach auf. Leia Organa Solo, wach auf…
Mit einem Keuchen schreckte Leia aus dem Traum hoch, und diese hartnäckige Stimme hallte noch immer in ihrem Bewußtsein nach, als sie erwachte. Für eine Handvoll traumumnebelter Herzschläge wußte sie nicht, wo sie war, und ihre Augen und JediSinne irrten nervös durch das dunkle Zimmer, während sie sich zu orientieren versuchte. Dann zerrissen die letzten Spinnweben des Schlafes, und sie war wieder in ihrer Suite im imperialen Palast. Han an ihrer Seite brummte leise im Schlaf, als er sich umdrehte; auf der anderen Seite des Zimmers lagen die Zwillinge in ihrer Wiege; im Nebenraum schlief Winter und träumte zweifellos in den laserscharfen Bildern ihres perfekten Gedächtnisses. Und draußen vor der Suite…
Sie runzelte die Stirn. Jemand war an der Außentür. Nein – mehr als einer. Mindestens fünf oder sechs standen davor.
Sie schlüpfte aus dem Bett und hob automatisch ihren Blaster und das Lichtschwert vom Boden auf. Es war wahrscheinlich nichts – höchstwahrscheinlich nur eine Gruppe Palastwächter, die in eine müßige Unterhaltung verstrickt für einen Moment stehengeblieben waren, ehe sie ihre Runde fortsetzten. Aber dennoch, sie verstießen dabei gegen mehrere strenge Vorschriften für das diensthabende Personal ! Sie würde sie auf diplomatische, aber eindeutige Weise an ihre Pflichten erinnern.
Der dicke Teppich dämpfte ihre Schritte, als sie durch den Wohnbereich zur Tür eilte, wobei sie die Jedi-Techniken zur sensorischen Verstärkung einsetzte. Wenn sie von innen die Stimmen der Wachen hören und identifizieren konnte, würde sie sie einzeln und unter vier Augen am Morgen verwarnen.
Sie schaffte es nicht bis zur Tür. Auf halben Weg blieb sie im Wohnbereich abrupt stehen, als ihr verstärkter Gehörsinn ein leises Summen von draußen vernahm. Sie lauschte angestrengt und versuchte, die plötzliche Ablenkung ihres eigenen Herzschlags zu ignorieren. Das Geräusch war leise, aber sehr deutlich; und sie wußte, daß sie es früher schon einmal gehört hatte.
Und dann, plötzlich, wußte sie es: das Summen eines elektronischen Dietrichs. Jemand versuchte, in die Suite einzubrechen.
Und noch während sie dort stand, vor Schock erstarrt, wurde das Schloß mit einem Klicken entriegelt.
Sie hatte keine Zeit, wegzurennen, und es gab keinen Ort, zu dem sie fliehen konnte… Aber die Erbauer des Turms hatten Vorkehrungen für diese Art von Gefahr getroffen. Leia hob ihren Blaster, verzweifelt hoffend, daß
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