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Helle Barden

Helle Barden

Titel: Helle Barden Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Terry Pratchett
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gerieten sie in einen kleinen Krieg und wären beinah ums
    Leben gekommen. Jetzt steckten sie in einem mysteriösen Tunnel, in
    dem es frische Fußspuren gab. Knuddel stellte sich vor, wie Korporal
    Karotte oder Feldwebel Colon fragte: »Und was habt ihr dann unter-
    nommen?« Die hypothetische Antwort »Wir kehrten zurück« brachte ihn
    schon jetzt in Verlegenheit.
    »Die Fußabdrücke führen dorthin «, sagte der Zwerg. »Und dann wieder hierher. Aber bei der zweiten Spur sind die Mulden nicht ganz so tief,
    und sie ragen teilweise in die ersten Abdrücke hinein. Der Unbekannte
    war also schwerer als er dorthin ging, stimmt’s?«
    »Stimmt«, pflichtete Detritus dem Zwerg bei.
    »Und das bedeutet?«
    »Er unterwegs Gewicht verloren?«
    »Er trug etwas. Und er ließ es weiter vorn zurück.«
    Sie starrten in die Dunkelheit.
    »Wir jetzt gehen und herausfinden, was es sein?« fragte der Troll.
    »Ich denke schon. Wie fühlst du dich?«

    »Ganz gut.«
    Sie gehörten zu zwei Spezies, wie sie unterschiedlicher kaum sein
    konnten, doch jetzt teilten sie eine gemeinsame Vorstel ung: Mündungs-
    feuer und durch den Tunnel rasende Bleiklumpen.
    »Er kam zurück«, sagte Knuddel.
    »Ja«, bestätigte Detritus.
    Wieder spähten sie in die Finsternis.
    »Bisher war’s kein besonders angenehmer Tag für uns«, meinte Knud-
    del.
    »Das die Wahrheit.«
    »Ich möchte dich noch etwas fragen, für den Fal , daß ich später keine
    Gelegenheit mehr dazu habe. Was ist im Zukunftsschweinlager passiert?
    Du hast soviel gerechnet und mathematische Formeln an die Wand ge-
    schrieben.«
    »Ich… weiß nicht mehr. Ich habe… al es gesehen.«
    »Gesehen? Was?«
    »Alles. Absolut alles. Alle Zahlen. Und ich sie zählen konnte.«
    »Worauf lief die Berechnung hinaus? Was gehört hinter das Gleich-
    heitszeichen?«
    »Keine Ahnung. Was ist Gleichheitszeichen?«
    Sie setzten den Weg fort, um festzustellen, was die Zukunft für sie be-
    reithielt.
    Nach einer Weile führte die Spur in einen schmaleren Tunnel, in dem
    der Troll kaum mehr aufrecht stehen konnte. Dann ging’s nicht mehr
    weiter. Ein großer Stein hatte sich aus der Decke gelöst, und nachge-
    rutschtes Geröl verstopfte den Tunnel wie ein Pfropfen. Doch das spiel-
    te keine Rol e, denn das, was die beiden Wächter suchten, lag vor der
    Barriere.
    »Meine Güte«, kommentierte Detritus.
    »Ja«, sagte Knuddel und sah sich um.

    »Weißt du«, sagte er dann, »für gewöhnlich sind diese Tunnel voller
    Wasser. Sie verlaufen ein ganzes Stück unter dem normalen Pegel des
    Flusses.«
    Er sah auf das Ding hinab. Es bot keinen hübschen Anblick.
    »Das dürfte weitere Probleme geben«, meinte Knuddel.

    »Seine Dienstmarke«, stellte Karotte fest. »Bei den Göttern. Er hält sie so fest umklammert, daß sich ihre Kanten in die Hand gebohrt haben.«

    Es heißt, daß Ankh-Morpork auf Lehm errichtet wurde, doch genau
    genommen steht ein großer Teil der Stadt auf Ankh-Morpork. Die Me-
    tropole wuchs, wurde niedergebrannt und wieder aufgebaut, wuchs noch
    mehr, verschlammte bei einer Überflutung und wurde erneut wiederauf-
    gebaut. Und so weiter. Ihre Fundamente bestehen aus alten Kellern und
    längst vergessenen Straßen, aus den Fossilien und Kehrichthaufen frühe-
    rer Städte.
    Dort saßen sie nun, Troll und Zwerg.
    »Was wir machen jetzt?«
    »Wir sol ten den… Fund hierlassen und Korporal Karotte holen. Er
    weiß bestimmt, was es zu unternehmen gilt.«
    Über die Schulter hinweg blickte Detritus zu dem erbärmlichen Etwas.
    »Mir das nicht gefallen«, sagte er. »Es nicht richtig, zu lassen hier.«
    »Ja. Stimmt schon. Du hast recht. Aber du bist ein Troll, und ich bin
    ein Zwerg. Wie würden die Leute wohl reagieren, wenn wir damit durch
    die Straßen gehen?«
    »Wir in große Schwierigkeiten kommen.«
    »Und ob. Komm. Folgen wir den Fußspuren zurück.«
    »Was ist, wenn Fund weg, wenn wir später wieder aufsuchen diesen
    Ort?« fragte Detritus, durch den Tunnel wankend.
    »Wie sol te er verschwinden? Wir folgen jetzt den Spuren des Unbe-
    kannten, der es hierherbrachte. Wenn er zurückkehrt, begegnen wir ihm.«
    »Oh, gut. Danke für Hinweis.«

    Mumm saß auf der Bettkante, während ihm Angua die Hand verband.
    »Hauptmann Schrulle ?« brachte Karotte hervor. »Aber er ist… keine gu-te Wahl.«
    »Wir nennen ihn Mayonnaise Schrul e«, meinte Colon. »Ein Angeber
    und Aufschneider.«
    »Oh, ich verstehe«, sagte Angua. »Er ist reich, arrogant und ölig,

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