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Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar

Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar

Titel: Höhlenwelt-Saga 7 - Die Monde von Jonissar Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Harald Evers
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gutes Stück
entfernt nahe den Transporterröhren, durch die hin und wieder
ein Mensch oder ein Drakken, in eine bläuliche Energieblase gehüllt, nach oben oder nach unten schwebte.
    Hätte Quendras heute seine Kutte getragen, wie damals noch
unter Chast, hätte er sich jetzt die Kapuze überstreifen können.
Aber diese Kleidung trug er schon seit einiger Zeit nicht mehr. So
wie er jetzt aussah, würde jeder erschrecken, der ihn sah; so
konnte er nicht hinaus in die Halle. Er hielt sich im Schatten nahe
der Wand des kleinen Ganges. Gilbert stand gute fünfundzwanzig
Schritt entfernt mit dem Rücken zu ihm, und Quendras überlegte
angestrengt, wie er ihn erreichen könnte.
    Wieder einmal half ihm die Magie weiter. Es war erleichternd,
wie viele kleine, kluge Tricks man anwenden konnte. Er beglückwünschte sich, die vier Amulette bei sich zu haben.
    Nach kurzer Konzentration formte er einen einfachen Lufthauch,
ein unsichtbares Etwas, so groß wie ein Apfel, das er auf Gilbert
abschoss. Zuerst reagierte Gilbert nicht, obwohl Quendras gesehen hatte, dass seine Haare aufgeweht waren. Den nächsten
Lufthauch kühlte er spürbar ab, und das funktionierte. Verwirrt
sah sich Gilbert um und entdeckte ihn bald darauf. Quendras
winkte ihn unauffällig zu sich.
»Du liebe Zeit, Magister Quendras!«, keuchte er, als er da war.
»Was ist geschehen? Wie seht Ihr nur aus?«
    »Ich hatte eine kleine Meinungsverschiedenheit«, grinste
Quendras bissig. »Wo sind Roya und Munuel?«
Gilbert brauchte ein paar Momente, bis er Quendras' Anblick
verdaut hatte. »Ich... ich habe sie in der Nähe versteckt«, stammelte er. »Gut. Dann bring mich zu ihnen.«
Gilbert sah sich um, deutete dann nach rechts. »Wir müssten
dort drüben in den Gang, der zu den Lagern führt...« »Zu den
Lagern? Das klingt gut. Ob es da auch etwas zum Anziehen für
mich gibt? So eine Kutte mit Kapuze, wie du sie trägst?«
Gilbert runzelte die Stirn. »Vielleicht. Ich weiß nicht, wer dort
heute Dienst hat. Wenn ich ihn kenne, lässt sich möglicherweise
etwas machen.« Quendras nickte ihm zu und maß die Verteilerhalle mit Blicken. Im Moment waren nur wenige Bruderschaftler
anwesend, auf ihrer Seite achtete niemand auf sie. Rasch marschierte er los, zog Gilbert mit sich und hielt sich seitlich hinter
ihm versteckt. Der Mönch verstand und gab Quendras so viel Deckung, wie es ihm möglich war. Allerdings war das nicht so leicht,
denn Quendras war mehr als einen halben Kopf größer als Gilbert. Alles ging gut. Nach kurzer Zeit hatten sie den Seitengang
erreicht und eilten hinein. Vor ihnen erstreckte sich ein weiter,
leerer Tunnel; nach etwa dreißig Schritt schien eine Tür abzuzweigen. Kurz davor blieben sie stehen.
»Wir brauchen für jeden so ein Ding, auch für Roya«, sagte
Quendras leise. »Schaffst du das, oder müssen wir den Diensthabenden schlafen legen?«
»Ihn niederschlagen?«, fragte Gilbert furchtsam. Quendras verzog das Gesicht. »Du wolltest hier raus! Dachtest du, das ginge
ohne jedes Risiko, und ohne notfalls Gewalt anzuwenden? Das
hier ist das Schiff eines Wahnsinnigen. Du hast selbst erzählt,
dass er Alte und Kinder einfach töten will!«
»Ja, schon gut«, versuchte Gilbert abzuwiegeln. »Es tut mir
Leid, Ihr habt Recht, Magister Quendras. Ich besorge die Kutten,
drei Stück.« Er deutete in die Tiefe des Ganges. »Wenn Ihr weitergeht, kommt nach einer Weile rechts ein verlassener Laborkomplex mit großen Glasfenstern. Dort sind Roya und Meister
Munuel. Geht voraus, ich komme gleich nach.«
Quendras schnaufte missgestimmt. Hoffentlich stellte sich Gilbert nicht doch noch als eine Belastung heraus. Er nickte knapp,
dann trennten sie sich.
Als Gilbert auf den Öffner des Türsensors drückte, war Quendras schon an ihm vorbei und eilte den langen Gang hinab. Die
Reihe der Glasfenster hatte er bald gefunden. In diesem riesigen
Schiff endeten die Bereiche, die von der momentanen Besatzung
genutzt wurden, ziemlich abrupt, sodass hier keine Seele mehr zu
sehen war. Nur eine Notbeleuchtung brannte hier, und nicht einmal Geräusche waren zu vernehmen. Vorsichtig peilte er durch
die Fenster ins Innere des Labors, wo er Tische mit seltsamen
Gerätschaften, Instrumentenpulte und viele andere Dinge sah, die
ihm völlig fremd vorkamen. Bis auf die Notbeleuchtung war alles
genauso dunkel wie im Gang selbst. Er erreichte eine Tür und
berührte den Sensor; mit einem leisen Zischen glitt sie zur Seite.
Auf leisen Sohlen trat er

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