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In den Armen des Spions

Titel: In den Armen des Spions Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephanie Laurens
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Die Angreifer waren getötet worden. War denn niemand mehr übrig?
    Gerade, als er das dachte, löste sich ein Schatten aus den Bäumen vor ihm. Onkel griff nach seinem Messer, aber er besaß keines mehr. Dann erkannte er den Mann unter dem Umhang. Onkels Miene hellte sich auf.
    »Akbar!«
    Onkel zwang sich, schneller zu gehen, er machte schon wieder Pläne.
    »Wie viele haben wir noch?«
    Akbar bewegte sich nicht, er antwortete nicht, nicht bis Onkel vor ihm stehen blieb und ihm ins Gesicht schaute.
    »Keinen«, sagte Akbar.
    »Alle sind fort?« Onkel konnte solch ein Versagen nicht fassen. Er blickte nach vorne und kniff die Augen zusammen. »Dann werden wir den Kanal überqueren müssen und uns ...«
    »Nein.«
    Er blinzelte und konzentrierte sich wieder auf Akbars Gesicht.
    »Was meinst du mit Nein?«
    Akbars Augen, flach und kalt, erwiderten seinen Blick.
    »Ich meine ...«
    Onkel spürte Stahl durch seine Haut schneiden, durch das Fleisch und unter seine Rippen ...
    Akbars Lippen verzogen sich grausam.
    »Ich habe auf dich gewartet, alter Mann, damit ich dir sagen kann, dass dies« - er stieß das Messer bis zum Heft hinein - »das Letzte ist, was ich im Namen der Schwarzen Kobra tun werde.«
    Damit riss er die Klinge wieder heraus, trat zurück und schaute zu, wie Onkel zusammenbrach.
    »Zum Lob und Ruhm der Schwarzen Kobra.«
    Für Gareth und Emily verging der Abend mit zahllosen Anpassungen, kleinen Momenten des Wiedererkennens und Entspannens, als sie sich wieder an die englische Lebensart gewöhnten. Die Sitte verlangte es, dass sie getrennt speisten, ohne die anderen, in einem Privatsalon. Sich wieder mit englischer Kost vertraut zu machen, war eine Erfahrung, die sie amüsant fanden.
    Später, als die Wachen eingeteilt und alle unendlich erleichtert waren, sich wieder in einer Gesellschaft zu befinden, die ihnen vertraut war, zogen sie sich zurück.
    Viel später, in den frühen Morgenstunden, schlüpfte Gareth aus dem Bett, zog sich lautlos an und ging, um seine Schicht bei der Wache anzutreten.
    Etwa eine halbe Stunde war vergangen, er saß im Schatten auf dem Treppenabsatz, die Füße auf den Stufen, als ein Geräusch ihn aufblicken und in den Korridor sehen ließ. Emily hatte gerade die Tür zu ihrem Schlafzimmer geschlossen. Sie kam zu ihm, hatte sich über ihr Nachthemd den Umhang gezogen und Hausschuhe übergestreift.
    Wortlos setzte sie sich neben ihn auf die oberste Stufe und schmiegte sich an ihn. Er legte ihr seinen Arm um die Schultern und drückte sie an sich. Sie lehnte den Kopf gegen seine Schulter und saß schweigend da.
    Die Nacht um sie herum war still. Kein Gefühl drohender Gefahr war zu bemerken.
    »Ich bin nach Indien gefahren, um eine andere Sorte Mann kennenzulernen.« Sie sprach leise, ihre Worte waren kaum mehr als ein Wispern, ihr Blick war in die Dunkelheit in der Halle unten gerichtet. »Ich bin vierundzwanzig. Ich halte schon jahrelang nach einem Ehemann Ausschau, so wie man es von jungen Damen meines Standes erwartet, aber ich habe nie auch nur einen getroffen, der mein Interesse länger fesseln konnte - einen Mann, an den ich noch denken musste, nachdem er meinen Blicken entschwunden war.«
    Er bewegte sich nicht, unterbrach sie nicht.
    »Man hat mich als wählerisch bezeichnet - zu Recht. Aber meine Familie hat es verstanden, und als mein Onkel nach Indien geschickt wurde, haben meine Eltern mir vorgeschlagen, ihn zu besuchen, damit ich die Möglichkeit erhielte, mehr Männer zu treffen, Männer, die sich von denen in England unterschieden. Männer anderer Machart, wie ich sie noch nicht kannte.« Sie deutete mit dem Kopf auf ihr Zimmer. »Ich habe gerade daran denken müssen, habe mich erinnert, wie ich mir vorgestellt habe, wie es sein würde, während ich auf dem Weg nach Bombay war. Was meiner Ansicht nach mein Ziel war, wonach ich suchte. Ich konnte alles ganz klar in meinem Kopf sehen - ich war auf der Suche nach einem Mann, mit dem ich ein Leben teilen könnte. Nicht mein Leben, nicht sein Leben, sondern ein Leben, das wir zusammen erschaffen, für uns beide.«
    Sie machte eine Pause, dann sprach sie weiter.
    »Sobald ich mich erinnert hatte, habe ich auch erkannt, dass sich daran nichts geändert hat. Genau das wünsche ich mir immer noch.« Sie wandte den Kopf und sah ihm in die Augen. »Das ist das, was ich mit dir zusammen haben will.«
    In der Dunkelheit war es unmöglich, in ihren Augen zu lesen, dennoch erwiderte er ihren Blick. Und spürte tief in sich, wie

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